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Editorial

Eine Brücke bauen will die Universität Heidelberg. Zwischen mehr als zwei Seiten, die nicht zusammenfinden. Zwischen Universität und besorgten Anwohnern, zwischen Wieblingen und dem Neuenheimer Feld, zwischen dem bergmännischen Großprojekt eines Tieftunnels unter dem Neckar und einer alles überspannenden autobahnähnlichen Brücke. Und: zwischen den Erfordernissen eines Großunternehmens im Wettbewerb und dem Naturschutz. Welche Dimension das Problem hat? 575 000 "Behandlungsfälle" – sagen wir der Einfachheit halber, auch wenn es nicht ganz richtig ist: Patienten – kamen letztes Jahr in das Heidelberger Klinikum, nicht nur einmal, sondern im Verlauf ihrer Behandlung in den meisten Fällen mehrmals. In naher Zukunft werden es weit mehr sein. Das Gesundheitswesen ist in einem massiven Umbau begriffen, der Zwang zum drastischen Sparen, neue Kostenstrukturen und Behandlungsweisen werden zu einer immer kürzeren Verweildauer im Klinikum führen. Wer nicht viele Tage an das Krankenhaus-Bett gefesselt bleibt wie früher, muss künftig noch häufiger anreisen, damit der Arzt die Heilung beobachten kann. Es ist nicht unrealistisch, schon bald mit 600 000 oder 700 000 Patienten pro Jahr zu rechnen, die oft mit dem Auto gebracht werden, weil sie transportunfähig sind und zu einem großen Teil von weither kommen. Die neue Schwerionen-Anlage wird die Zahl der Patienten noch weiter erhöhen, ebenso das "Comprehensive Cancer Center" (eine bundesweit einmalige Einrichtung zur Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen). Bald werden 13 000 Mitarbeiter im Neuenheimer Feld arbeiten, von der großen zusätzlichen Zahl von Studierenden ganz zu schweigen, die wegen der hohen Heidelberger Mieten von außerhalb anreisen. Hier steht ein florierendes Großunternehmen in einem immer schärferen Wettbewerb. Eine Brücke bauen will die Universität. Eine kleine Brücke mit großen Folgen soll es sein, ein Kompromiss – falls Land und Stadt nicht den beschlossenen Tunnel finanzieren (können oder wollen).

Michael Schwarz ende

 

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Updated: 07.12.2002