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Dem Nachwuchs ein Forum bereiten

Jahrestagung der Gesellschaft Junger Zivilrechtswissenschaftler fand erstmals an der Ruprecht-Karls-Universität statt
Anfang September fand an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg die 13. Jahrestagung der Gesellschaft Junger Zivilrechtswissenschaftler statt. An der Veranstaltung, die der "Privatisierung des Privatrechts" gewidmet war, nahmen 165 Nachwuchswissenschaftler teil, die zum größten Teil Habilitanden an deutschen, österreichischen und schweizerischen Fakultäten sind.

Die Gesellschaft Junger Zivilrechtswissenschaftler hat sich zum Ziel gesetzt, jungen Wissenschaftlern ein Forum für die Präsentation zivilrechtlicher Forschungsergebnisse zu bieten und dadurch die Fortbildung und Angleichung des Zivilrechts zu fördern. Der im Jahre 1990 gegründeten Vereinigung gehören Assistentinnen und Assistenten sowie wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an, die sich für die Hochschullaufbahn entschieden haben und auf dem Gebiet des Zivilrechts tätig sind. Erstmals war Heidelberg Gastgeber der jährlich stattfindenden Fachtagung; als Generalthema hatten die Organisatoren "Die Privatisierung des Privatrechts" gewählt.

Junge Zivilrechtswissenschaftler tagen
"Die Privatisierung des Zivilrechts" – Junge Zivilrechtswissenschaftler tagen. Foto : privat

Die Geschichte der Vereinigung zeichnete ihr diesjähriger Vorsitzender Dr. Carl-Heinz Witt vom Institut für Deutsches und Europäisches Gesellschafts- und Wirtschaftsrecht in seiner Begrüßungsrede nach. Nach Grußworten von Prorektor Prof. Dr. Jochen Tröger und dem Dekan der Juristischen Fakultät, Prof. Dr. Dr. h.c. Peter-Christian Müller-Graff, stand der Festvortrag von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Peter Ulmer, dem ehemaligen Rektor der Universität, im Mittelpunkt des Eröffnungsabends in der Alten Aula. Der Vortrag mit dem Titel "Der Deutsche Corporate Governance Kodex als selbstgeschaffenes Recht der Wirtschaft?" verdeutlichte die Aktualität des Generalthemas. Nach einer Einführung in die junge Entstehungsgeschichte des Deutschen Corporate Governance Kodex sowie dessen Zielsetzung setzte sich der Festredner insbesondere mit möglichen Rechtsfolgen für die Organe börsennotierter Aktiengesellschaften auseinander, welche die Empfehlungen des Kodex nicht beachten und dies nicht offen legen; außerdem wies er auf Probleme der aktienrechtlichen Vorschrift hin, in der die so genannte Kodex-Kommission zur regelmäßigen Überarbeitung ihres Regelwerks ermächtigt wird.

In den nachfolgenden Tagen präsentierten zwölf Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus Österreich, der Schweiz und Deutschland ihre Forschungsergebnisse und stellten sie zur Diskussion. Die immer stärkere Zurückdrängung staatlichen Handelns und staatlichen Einflusses zugunsten privater Gestaltung und Organisation wurde für das Privatrecht in seiner ganzen Breite beleuchtet: Das Gesellschafts- und das Kapitalmarktrecht (z.B. "Europäisches Gesellschaftsrecht: Vom Wettbewerb der nationalen Rechtsordnungen zum Systemwettbewerb der Börsen") fanden ebenso Berücksichtigung wie das Verfahrensrecht (z.B. "Schlichtung als Beilegung von Regelungsstreitigkeiten im Zivil-, Arbeits- und Sozialrecht"), die Methodenlehre (z.B. "Private Disposition jenseits der Herrschaft des Gesetzes – zur Abdingbarkeit gesetzlicher Normen") ebenso wie die Rechtsgeschichte (z.B. "Der Vergleich – historische Betrachtung eines Instruments zur gütlichen Streitbeilegung"). Allen Referaten gemeinsam war die Frage, in welchen Formen und Grenzen private Rechtsetzung möglich ist und welche Vorzüge sie im Vergleich zu legislativen Maßnahmen des Staates aufweist.

Ein umfangreiches Rahmenprogramm bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern reichlich Gelegenheit, sich über die Vortragsthemen und darüber hinaus fachlich auszutauschen und kennen zu lernen. Neben gemeinsamen Mittag- und Abendessen gab es eine Stadtführung durch Heidelberg sowie eine Schifffahrt auf dem Neckar. Die nächste Jahrestagung wird 2003 in Salzburg stattfinden und dem Generalthema "Die soziale Dimension des Zivilrechts" gewidmet sein.

Isabel Eggers ende

 

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Updated: 23.10.2002