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Das Unsichtbare sichtbar machen

Wissenschaftler und Schülerinnen begegnen sich auf Augenhöhe
Das menschliche Erbgut, das Genom, ist seit kurzem entschlüsselt. Nun machen sich Wissenschaftler in aller Welt an die Untersuchung des Proteoms. Was aber ist ein Proteom? Die Wortschöpfung aus den Begriffen "Protein" und "Genom" bezeichnet die Gesamtheit aller Eiweiße, die in der Erbsubstanz einer Zelle verschlüsselt ist. Der rasche Zugriff auf weltweit vernetzte Proteindatenbanken könnte eine schnelle Analyse der Proteine möglich machen. Darüber hinaus erhoffen sich Wissenschaftler Erfolge bei der Entwicklung neuer Diagnosemethoden und Medikamente für die verschiedensten Krankheiten. Die Erforschung des veränderlichen Proteoms ist im Gegensatz zur Untersuchung des stabilen Genoms noch sehr jung.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und das Interdisziplinäre Institut Naturwissenschaften Technik Gesellschaft (NTG) der Pädagogischen Hochschule Heidelberg (PH) haben bereits im letzten Jahr gemeinsam ein Projekt in Angriff genommen, das auch für die Zukunft deutschen Schülerinnen und Schülern neue Hoffnung gibt. Unter der Leitung von Dr. Barbara Bertram (DKFZ), Dr. Anneliese Wellensiek (PH) und in Zusammenarbeit mit der Abteilung Presse und Kommunikation des DKFZ, fand nun schon zum dritten Mal eine Veranstaltung der Reihe "Science goes public" statt: Wissenschaftler des DKFZ und Laien führen ein gemeinsames Gespräch, das für die Allgemeinheit bestimmt und öffentlich ist. Beteiligt waren diesmal die Wissenschaftlerin Dr. Martina Schnölzer, sowie Schülerinnen der Klasse 9b der Heidelberger St. Raphael-Realschule unter der Leitung ihrer Biologielehrerin Barbara Huppertz. Die Schülerinnen übernahmen dabei den anspruchsvollen Auftrag, das Publikum in das Thema "Proteine – Bausteine des Lebens" einzuführen und auf die anschließende Präsentation der Expertin einzustimmen.

"Science goes public": Breite Öffentlichkeit am Kapital des Wissens beteiligen

Anhand einer abwechslungsreich gestalteten Computerpräsentation informierten die Schülerinnen über die "Geheimnisse des Lebens". Selbst geplante und gespielte Filme, sowie der Liveauftritt einiger Schülerinnen halfen, komplizierte Abläufe – vom Aufbau der DNA bis hin zur Eiweißbiosynthese – verständlich zu machen. Nach diesem gelungenen Auftakt gab Schnölzer, eine Expertin auf dem Gebiet der Proteinanalytik, Einblick in ihre Arbeit, wobei sie geschickt immer wieder unmittelbar an die Einführung der Schülerinnen anknüpfte, so dass es ihr stets gelang, das schwierige Thema anschaulich darzustellen.

Bei der sich anschließenden angeregten Diskussion standen – neben Dr. Schnölzer und den Schülerinnen – Prof. van Kaick und Dr. Wiemann (beide DKFZ) zur Beantwortung der Fragen bereit. Den Erfolg des Abends machte das hervorragende Echo des Publikums deutlich. "Science goes public" ist es gelungen, die Öffentlichkeit am Kapital des Wissens zu beteiligen und dadurch Wissenschaft für den Laien transparenter zu machen. Ein wesentliches Bildungsziel der Seminarreihe wurde damit erreicht: Der mündige Bürger, der auf "Augenhöhe" mit der Wissenschaft agiert.

Zur umfassenden Verwirklichung dieses Ziels gilt es jedoch, schon sehr viel früher, nämlich in der Schule, die nach wie vor erkennbare Neigung zum fragend-entwickelnden und fachsystematisch orientierten Unterricht zu überwinden und durch Anwendungsbezug und Problemorientierung das Interesse an den Naturwissenschaften zu fördern. Es bedarf einer Abkehr von der tradierten Schulstruktur hin zu einer Vernetzung der Fächer.

Der fächerübergreifende Unterricht, wie für die Vorbereitung des Abends praktiziert wurde, fand bei Schülerinnen und Lehrkräften großen Anklang. Den Schülerinnen der St. Raphael-Realschule ist es, auch dank der Aufgeschlossenheit seitens der Schulleitung, gelungen, dem schlechten Abschneiden deutscher Schüler bei der Schulleistungsstudie PISA etwas entgegenzuhalten. Die Reihe "Science goes public" wird am 24. Juli fortgesetzt.

Nicole Hoffmann ende

 

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Updated: 15.07.2002