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Juden an der Universität Heidelberg

Eine Ausstellung präsentiert Dokumente aus sieben Jahrhunderten
Im Rahmen der seit 1983 bestehenden Partnerschaft zwischen der Hebräischen Universität Jerusalem und der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg ist bis zum 30. August 2002 in der Universitätsbibliothek die Ausstellung "Juden an der Universität Heidelberg – Dokumente aus sieben Jahrhunderten" zu sehen. Sie dokumentiert die Bedeutung der jüdischen Professoren und Studenten für die Heidelberger Hochschule in ihrer mehr als 600-jährigen Geschichte. Die Ausstellung ist eine Kooperation der Universität mit der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg und wird von verschiedenen Stiftungen, Privatpersonen und Firmen finanziell unterstützt.
Prof. Dr. Hermann Schapira (1840-1898)
Einer unter vielen: Hermann Schapira (1840-1898), Mathematikprofessor. Der gebürtige Russe brachte die zionistische Idee an die Universität Heidelberg und schlug auf dem Ersten Zionistischen Weltkongress 1897 in Basel die Gründung einer hebräischen Universität vor – eine solche entstand 1925 in Jerusalem.

Während in den ersten fünf Jahrhunderten wenige Juden hier lehrten und studierten, zog der liberale Geist der Universität Heidelberg seit dem Ende des 19. Jahrhunderts prominente jüdische Professoren und zahlreiche Studenten an. Im Kaiserreich und in der Weimarer Republik erlebte die Ruperto Carola eine Blüte der Wissenschaft, an der jüdische Gelehrte maßgeblich beteiligt waren.

Einige Studenten und Professoren gingen von hier nach Palästina und trugen mit zum Aufbau der Hebräischen Universität in Jerusalem und des Staates Israel bei. In der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft wurden die jüdischen Mitglieder der Ruperto Carola gedemütigt und vertrieben. Nach 1945 wurden von Heidelberg aus wissenschaftliche Kontakte nach Israel geknüpft und institutionalisiert. Neues jüdisches akademisches Leben entwickelte sich vor allem seit der Gründung der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg, die mit der Universität eng verbunden ist. Der Bogen der Geschichte der Juden an der Universität Heidelberg spannt sich vom Jahr 1390, als die Synagoge der kurz zuvor vertriebenen jüdischen Gemeinde zur Marienkapelle geweiht wurde und in den Besitz der Universität überging, bis zur Begründung der Rabbiner-Ausbildung im Jahr 2001. Über 200 Exponate – die gezeigten Fotografien, Urkunden, Dokumente und Bücher entstammen zum größten Teil den Beständen des Universitätsarchivs und der Universitätsbibliothek – dokumentieren die Entstehung der Hebraistik in Heidelberg, den Eintritt jüdischer Studenten und Hochschullehrer in die Universität, die Öffnung der Wissenschaften für jüdische Professoren, die Ausstrahlung nach Palästina, die Organisierung jüdischen Studentenlebens, die Anfeindung und Gefährdung in der Weimarer Republik, die Vertreibung in der Zeit des Nationalsozialismus sowie den Neuanfang nach 1945 mit den Versuchen der Wiedergutmachung, den Beginn der deutsch-israelischen Wissenschaftsbeziehungen sowie die Gründung der hiesigen Hochschule für Jüdische Studien.

Universitätsbibliothek Heidelberg, Plöck 107-109. Öffnungszeiten: montags bis samstags 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Ein Begleitheft mit zahlreichen Abbildungen ist erhältlich. Die Ausstellung wandert dann nach Jerusalem und ist dort bis Ende des Jahres zu sehen.

MS ende

 

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Updated: 15.07.2002