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Interreligiöses Forum des Tutoriums für ausländische Doktoranden

Eröffnungveranstaltung in der Abtei Neuburg: Religiöser Dialog und Völkerverständigung an der Universität Heidelberg
Im Rahmen des Tutoriums für ausländische Doktorandinnen und Doktoranden der Universität Heidelberg wurde ein Interreligiöses Forum ins Leben gerufen. Die ganztägige Eröffnungsveranstaltung fand in der Benediktinerabtei Stift Neuburg statt. Dr. Ulrike Senger, die Leiterin des Tutoriums, formuliert im Einladungsschreiben die Ziele: "Mit dem heutigen Tage möchten wir Ihnen die gelebte Multikulturalität und Solidarität der Doktoranden verschiedener Herkunft vor Augen führen und ein integratives Zeichen im Hinblick auf die fruchtbare Auseinandersetzung und Harmonisierung der Kulturen- und Religionenvielfalt der Moderne setzen."
Interreligiöses Forum
Blick auf das Auditorium des Interreligiösen Forums in der Benediktinerabtei Stift Neuburg (links). Im Gespräch: Dr. Ulrike Senger, Leiterin des Tutoriums, Abt Franziskus Heeremann OSB, Elena Higuera, Doktorandin der Medizin aus Mexiko (rechts).
Foto : privat

"Es ist sehr wichtig, die Religion des Anderen zu kennen und diese zu respektieren, weil alle auf derselben Welt leben und die Sonne für alle strahlt. Die Unterschiede sind von geringerer Bedeutung als das, was alle einigt." So fasst ein rumänischer Doktorand seine persönlichen Eindrücke vom Interreligiösen Forum im ausliegenden Tagungsbuch anschaulich zusammen. In Fortsetzung der tutoriumseigenen und interdisziplinären Vortragsreihe "Das Eigene und das Fremde. Interkulturelle Identität zwischen Tradition und Moderne" hatte Dr. Ulrike Senger im Tutorium die Idee eines Interreligiösen Forums vorgeschlagen. In Form von aufeinander abgestimmten Vorträgen der ausländischen Doktoranden verschiedener Fächer und Kulturen sollten dort die verschiedenen Religionen auf wissenschaftlicher Grundlage vorgestellt werden und durch die Vorgabe von im Vorfeld konzipierten Leitfragen und Anknüpfungspunkten Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet werden.

Religiöser Dialog auf wissenschaftlicher Grundlage

Mit großer Begeisterung wurde diese Idee von den Teilnehmern des Tutoriums aufgegriffen, und es begann eine mehrmonatige arbeitsreiche Vorbereitungszeit. Verschiedene Projektteams wurden gebildet, die sich in regelmäßigen Abständen zu intensiven Arbeitsbesprechungen und gegenseitigem Gedankenaustausch trafen. Diese Diskussionen erwiesen sich als äußerst reizvoll und interessant, weil die Gespräche in der Gruppe die individuellen fachlichen und kulturellen Grenzen überschritten und ganz neue Perspektiven, Synergien und darüber hinaus unerwartete Parallelen ergaben. Auch deutsche Doktoranden und Studierende fühlten sich von der produktiven Arbeitsatmosphäre und der ernsthaften Auseinandersetzung mit religiösen Fragen im Tutorium angezogen, so dass sie zu der internationalen Wissenschaftlergemeinschaft hinzukamen und sich sowohl in die Vorbereitungsphase als auch in das Forum selbst durch eigene Beiträge aktiv einbrachten. In diesem lebendigen und solidarischen Miteinander von deutschen und ausländischen Doktoranden bestand eine weitere Bereicherung dieses Tages.

Der gelungene interkulturelle Dialog beeindruckte auch die Gäste des Interreligiösen Forums. Prof. Dr. Angelos Chaniotis, Prorektor für Internationale Angelegenheiten, betonte die Wichtigkeit des interrelgiösen Forums und des Tutoriums für die Universität, weil so ein Ort der interkulturellen Begegnung geschaffen werde, an dem ein ernsthaftes Bemühen um das Verstehen des kulturell-religiösen "Anderen" stattfinde.

Völkerverständigung und Weltethos

Die Grundlage für den interreligiösen Austausch bildete ein umfangreiches Vortragsprogramm, das von den Mitgliedern des Tutoriums im interaktiven Verbund auf der Basis sowohl der kulturellen als auch der fachlichen Kompetenz gestaltet wurde. Vortragende waren Doktoranden der Ägyptologie, der Klassischen Philologie, der Klassischen Archäologie, der Klassischen Indologie, der Islamwissenschaft, der Geschichte, der Rechtswissenschaft und der Germanistik. Das Themenspektrum reichte von der Bedeutung der Religion für die Menschheitsgeschichte über die Darstellung der einzelnen Weltreligionen anhand von verschiedenen Leitthemen (u.a. Gottesbild, Jenseitsvorstellungen oder auch religiöse Institutionen), die Rolle der Säkularisierung für die Religionspraxis, die Entwicklung der islamischen Gemeinschaft in Deutschland bis hin zur identitätsstiftenden Bedeutung der Religion. Darüber hinaus führten Teilnehmer des Doktorandentutoriums Interviews mit Abt Franziskus Heereman OSB und Anselm Friederich, dem evangelischen Studentenpfarrer a.D., wobei den konfessionellen Unterschieden und der Rolle der Ökumene besonderes Interesse zukam.

Das Interreligiöse Forum des Tutoriums darf als Vorbild für eine authentische und fruchtbringende Völkerverständigung gelten, die bei einer wissenschaftlich und fachlich fundierten Betrachtung ansetzt und sich um ein tiefergreifendes Kennenlernen der verschiedenen Religionen hinsichtlich Tradition, Geschichte und aktueller Religionspraxis bemüht. Das fächer- und kulturenübergreifende Miteinander des Interreligiösen Forums versteht sich im Sinne der Idee des Weltethos von Hans Küng als Baustein zu einem Haus des Weltfriedens. In weiteren Vortrags- und Diskussionsreihen des Tutoriums werden zahlreiche Impulse und Themen des interreligiösen Austausches vertieft.

Wer an der Universität Heidelberg promoviert oder sich für das zum Rahmenthema "Das Eigene und das Fremde. Interkulturelle Identität zwischen Tradition und Moderne" stattfindende Veranstaltungsangebot des Tutoriums interessiert, kann sich mit Dr. Ulrike Senger, der Leiterin des Tutoriums, in Verbindung setzen: senger@mail.idf.uni-heidelberg.de

Sean Leichtle ende

 

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Updated: 15.07.2002