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Reiseandenken der besonderen Art

Die Ausstellung "Benares – Ansichten einer heiligen Stadt" im Völkerkundemuseum präsentiert Erinnerungsstücke
Wie sakraler und alltäglicher Raum wahrgenommen wird, Pilgerkarten entstehen und wie man die religiösen Stätten heute nutzt, untersucht eine Gruppe von Wissenschaftlern am Südasien-Institut der Universität. Im Focus steht Benares – das berühmte Pilgerzentrum der Hindus in Nordindien. Historische und aktuelle, imaginierte und reale Ansichten dieser Stadt am Ganges sind nun in einer Ausstellung im Völkerkundemuseum versammelt.
Kashi Kashi Kashi
Kashi Kashi Kashi
Labyrinth am Ganges: Wo geht die Sonne auf? – Ausschnitte aus der so genannten Sukulkarte, dem "Spiegel von Kashi" (Kashidarppana), Varanasi 1876, Lithographie auf Tuch, Beschriftung in Sanskrit und Hindi, Schrift: Devanagari.
Abb.: Museum

In leichten Krümmungen durchzieht der heilige Fluss Ganges die Stadt Benares, an seinem Westufer drängen sich dicht an dicht Treppenanlagen mit Plätzen für rituelle Bäder, an seinem Ostufer, einem zur Monsunzeit oft überschwemmten Hang, ist Bebauung unmöglich: So kann der Blick des Pilgers in Richtung der aufgehenden Sonne in die Leere schweifen. Ziel einer Wallfahrt in die nordindische Stadt ist immer auch der "Goldene Tempel" des Gottes Shiva, der hier als "Herr des Universums" verehrt wird. Jedoch beherbergt Benares – auch Kashi ("Stadt des Lichts") oder Varanasi genannt – nicht nur sakrale Stätten der Hindus, sondern auch solche anderer Religionen wie der Moslems und Buddhisten. Über einer Million Einwohner zählt der Ort mittlerweile.

Künstler, Wallfahrer und britische Verwaltungsbeamte reisten in den letzten Jahrhunderten nach Benares und brachten je andere Erinnerungen an diese facettenreiche Stadt mit nach Hause. Der individuellen Wahrnehmung von Raum will die Ausstellung nachspüren und zeigt daher Ansichten von Benares, die aus den verschiedensten Perspektiven heraus entstanden sind: Ölgemälde des 18. Jahrhunderts, Fotografien ab der Mitte des 19. Jahrhunderts, um 1900 gezeichnete und bis zu vier Meter lange Panoramakarten des Gangesufers, gemeinsam mit einem aktuellen Panorama-Foto von knapp 15 Metern Länge – beide erstmals in einer Ausstellung zu sehen. Und: Die erste, auf topographischen Erhebungen basierende Benares-Karte (1822) des britischen Ingenieurs James Prinsep.

Besonders ins Auge sticht eine große Bildkarte aus dem Jahr 1876, die einem kreisförmigen Mandala gleicht. "Spiegel von Kashi" genannt, stellt sie – ähnlich wie die Panoramen – den Wallfahrtsort Benares abstrakt dar, als Raum zwischen Imagination und Realität. Die gezeichneten Tempel und als "Wortbilder" gestalteten Legenden fungieren vielmehr als Symbole, die die heilige Stadt und zugleich das gesamte Universum abbilden. Bogenförmig durchquert der Ganges den Kreis, gesäumt von einer Vielzahl von Treppchen und Tempeln, deren kunstvolle Beschriftung gleichsam die Wellen des Flusses bildet. Unter www.benares.uni-hd.de kann dieser "Spiegel" als interaktive Datei besichtigt werden.

Die mit Unterstützung der Deutsch-Indischen Gesellschaft Heidelberg eröffnete Ausstellung "Benares: Ansichten einer heiligen Stadt" ist noch bis zum 29. September 2002 im Völkerkundemuseum Heidelberg, Hauptstraße 235, zu sehen (dienstags bis samstags 15-19 Uhr, sonntags 13-19 Uhr, im August und montags geschlossen). Zur Ausstellung ist eine Informationsbroschüre erhältlich.

Uta Schwabe ende

 

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Updated: 15.07.2002