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Das Portrait
Von der Arktis bis in die Tropen

Prof. Dr. Bernhard Eitel leitet jetzt die Physiche Geographie im Neuenheimer Feld
Seit diesem Wintersemester leitet der C4-Professor Bernhard Eitel die Physische Geographie am Geographischen Institut der Universität Heidelberg. Der 42-jährige folgte dem Ruf von Passau nach Heidelberg. Sein Einstieg ist gleich mit viel Arbeit verbunden, auch wenn er auf ein ausgestattetes Labor und einen gut eingearbeiteten Mitarbeiterstab zurückgreifen kann. Das Jahr der Geowissenschaften wartet mit mehreren bundesweiten Großveranstaltungen auf. Arbeit rund um die Uhr ohne die Familie im 430 Kilometer entfernten Passau sind das täglich Brot des engagierten Geographen. Allerdings steckt dieser Mann voller Energie und ist fröhlich. Wenn er von seiner Arbeit erzählt, sprüht ihm der Enthusiasmus aus den Augen, der ansteckend wirkt.
Prof. Dr. Eitel
Jede Menge Arbeit für Prof. Dr. Bernhard Eitel, dessen Arbeitstag um sechs Uhr früh beginnt.
Foto : Sposny

"Geographie und Geschichte waren schon immer meine Steckenpferde", erzählt Eitel. Die beiden Fächer sind seiner Meinung nach am stärksten allgemeinbildend und vermitteln eine historische Dimension. Gerade um die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt zu verstehen, sei die historische Komponente erforderlich, hebt er hervor. "Irgendwann hatte ich begriffen, dass der Mensch ohne Geschichtswissenschaften zwar wunderbar vegetieren, aber nicht leben kann, weil er nicht weiß woher er kommt und wohin er geht", erläutert er. Genauso sei es, wenn der Mensch keine Ahnung von seiner natürlichen Umwelt habe. Dann verliere er eine wichtige Dimension seines Daseins. Genau diese Lücke schließt die Geographie, während sich die anderen Geowissenschaften mit Dingen beschäftigen, wo der Mensch nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Die Geographen befassen sich mit der Welt, in der wir leben. Sie untersuchen die Entstehung von Landschaften und Standorten, nehmen die Wechselwirkungen des Menschen mit der Natur sowie die materiellen und geistigen Umwelten der Menschen aufs Korn. Das Geographische Institut der Universität umfasst zum einen die naturwissenschaftliche Physische Geographie, die sich mit der Struktur und Entwicklung der physischen Umwelt und die in ihr wirksamen Kräfte und ablaufenden Prozesse befasst. Die Themenkomplexe Wasser, Boden und Luft stehen dabei im Mittelpunkt des Interesses. Zum anderen gibt es die gesellschaftswissenschaftlich ausgerichtete Anthropogeographie, die sich mit der Struktur und Dynamik von Kulturen, Gesellschaften und Ökonomien beschäftigt.

"Diese Vielfältigkeit ist das Faszinierende an der Geographie", beschreibt Eitel sein Wirkungsfeld. "Die Landschaft, die man draußen findet, ist ja nicht vom Himmel gefallen, sondern hat eine Geschichte, einen historischen Impact", erklärt der Geograph. Die Entschlüsselung des historischen Erbes mit dem Herauskitzeln der Bedeutung für die Gegenwart und die Zukunft, ermögliche von Tag zu Tag neue Entdeckungen. "Und wenn man jetzt noch die Chance hat, diese Forschung in verschiedenen Ökozonen der Erde zu betreiben, von der Arktis bis in die Tropen, macht dies noch mehr Freude", strahlt Eitel. Der Wissenschaftler hat auf Forschungsreisen schon die arktische Kälte gespürt, die trockene Hitze in Afrikas Wüsten erlebt und ist vor tropischen Regenschauern geflüchtet. Einen bitteren Nachgeschmack hat diese Reisetätigkeit allerdings, die hauptsächlich im Sommer stattfinden muss: Der große Urlaub mit der Familie fällt flach. "Trotzdem lerne ich bei all diesen Reisen immer mehr dazu und auch, wie die verschiedenen Ökosysteme in ihrer erdgeschichtlichen Dimension miteinander vernetzt sind", sagt Eitel. Im Verstehen der globalen Komplexität unserer Welt und dem Transponieren auf einzelne Regionen sieht er die Aufgabe des Geographen. Um regionale Auswirkungen seines Fachs hat sich Eitel auch beim 1. Heidelberger Wissenschaftsmarkt gekümmert. Sein Anliegen war und ist es, für das spannende Fach der Geographie zu begeistern. "Wir müssen zeigen, wie toll dieses Studium ist, nur dann erhalten wir auch die besten Studenten", erklärt er – auch wenn sich momentan 600 Geographiestudenten auf eine handvoll Professoren verteilen. Und seine Studenten sind Eitel wichtig. Er nimmt sich Zeit für sie und erklärt alles ganz genau. Dafür verzichtet er auf moderne Technik im Hörsaal. Und nach so mancher Vorlesung läuft er mit Kreide bestäubt wie ein bemehlter Bäcker durch das Institut.

Georg Sposny ende

 

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Updated: 15.07.2002