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Stifter & Sponsoren

Pionier einer umweltschonenden Wassertechnik

Verwirklicht Ideen: Ehrensenator Prof. Dr. h.c. Viktor Dulger gründete 1960 die ProMinent Dosiertechnik GmbH
Auftakt zu einer neuen Serie – beginnend mit Ehrensenator Viktor Dulger, widmet sich der Unispiegel ab dieser Ausgabe in loser Folge jenen Privatleuten, die die Ruperto Carola in verdienstvoller Weise nicht nur ideell, sondern auch materiell unterstützen: "Stifter & Sponsoren".
Prof. Dr. h.c. Viktor Dulger
Trotzte einst der prominenten Konkurrenz: Viktor Dulger (Foto : ProMinent)

Für den Schutz von Natur und Umwelt können junge Wissenschaftler, ganz gleich welcher Disziplin, Wichtiges leisten. Davon ist der Unternehmer und Ehrensenator der Universität Heidelberg, Prof. Dr. h.c. Viktor Dulger, fest überzeugt. Deshalb hat er für die Universität Heidelberg einen jährlichen Umweltpreis gestiftet, der herausragende Arbeiten von Nachwuchswissenschaftlern auf dem Gebiet der Umweltforschung honoriert (siehe unseren Bericht). Dulger wünscht sich, dass an der Universität "immer mehr würdige Preisträger heranwachsen."

Dieser Wunsch entspringt der Überzeugung eines Mannes, der nicht um des Geldes oder der Karriere willen nach Erfolg trachtete, sondern den Erfolg deshalb anstrebte, weil er eine Idee realisieren wollte: Als junger Ingenieur entwickelte er vor 40 Jahren neuartige Komponenten mit dem Ziel, die Trinkwasserversorgung weltweit zu verbessern und einen sparsamen Umgang mit dem Umweltgut Wasser sicherzustellen. "Ich war von meiner Idee besessen," erinnert sich Dulger. "Ich habe deshalb alles, was ich verdiente, gleich wieder investiert."

Auf diese Weise entstand die ProMinent Dosiertechnik GmbH, ein Unternehmen, das heute aus weltweit 40 Fabriken und 1600 Mitarbeitern besteht. Seinen Umsatz von rund 200 Millionen Euro erzielt es mit Dosiertechnik (Umsatzanteil: 70 Prozent), Mess- und Regeltechnik (13 Prozent) sowie Anlagenbau (16 Prozent). Bei Dosierpumpen für kleine Mengen ist ProMinent Weltmarktführer. "Wir produzieren Pumpen für die Zugabe kleinster Mengen an Chemikalien", erklärt Dulger. Eingesetzt werden diese Pumpen vor allem in der Wasseraufbereitung, Entkeimungstechnik und Medizin.

Während Dulger das Unternehmen zum Erfolg führte, verlor er das ursprüngliche Ziel einer effizienten Wasserversorgung überall in der Welt niemals aus den Augen. Vor einem Jahr erhielt er hierfür die Diesel-Medaille in Gold – eine Ehrung, die bisher nur wenigen Erfindern und Ingenieuren zuteil wurde (darunter Persönlichkeiten wie Ernst Heinkel, Claudius Dornier, Wernher von Braun, Felix Wankel und dem Nobelpreisträger Manfred Eigen). Wie es in der Laudatio heißt, hat Dulger bereits als junger Ingenieur wichtige Grundsteine des heutigen Standards einer Umwelt schonenden Technik in der Wasserbehandlung und Entkeimung gelegt.

Viktor Dulger, 1935 in Klöstitz geboren, wuchs in der Nähe von Danzig auf. Nach einer Lehre als Maschinenschlosser absolvierte er 1957 ein Studium am Staatstechnikum Karlsruhe in der Fachrichtung Maschinenbau. Danach fand er eine Anstellung bei einer Kondensmilch- und Lebensmittelfabrik, der Tochter eines US-Konzerns, bei der er für die Bereiche Frischwasser, Abwasser und Dampf zuständig war. Um seine eigenen Ideen zu verwirklichen, kündigte er bereits nach drei Jahren und gründete 1960 in Heidelberg sein eigenes Unternehmen. Dessen Aufbau finanzierte er, indem er in den folgenden zehn Jahren insgesamt 50 Patente anmeldete und verwertete.

Den Durchbruch verdankt Dulger einer kleinen Dosierpumpe, etwa zwei Kilogramm schwer, 20 mal 15 Zentimeter groß. Die von ihm entwickelte elektronische Magnetmembran-Dosiertechnik machte die Pumpe nicht nur leistungsfähiger, sondern auch billiger als die Produkte der Konkurrenz. Die Fachwelt wollte zunächst nicht glauben, "dass ein Pümpchen für 300 Mark 50 Mal mehr kann als das Parallelstück einer im Maschinenbau hergestellten Pumpe, die 5000 Mark kostete", erinnert sich Dulger. Als sich der damals 25 Jahre junge Techniker auf der Hannover-Messe nach Interessenten umschaute, riet ihm ein bedeutender deutscher Manager, er solle doch mit seiner kleinen Pumpe lieber auf die Spielwarenmesse in Nürnberg gehen. Die Abfuhr weckte in Dulger den Ehrgeiz, es der Branche zu zeigen: Die "prominente Konkurrenz" sollte noch Augen machen – weshalb der Firmengründer seine Erfindung und seine Firma "Prominent" nannte.

"Ich hatte die richtigen Ideen und Glück", sagt Dulger. "Meine Frau war von Anfang an dabei, und wir bauten ein Unternehmen auf, das heute weltweit 1600 Familien Arbeit gibt." Schon früh lernte das Ehepaar Sigrid und Viktor Dulger Persönlichkeiten kennen, die sich durch Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft auszeichneten. "Wir bewunderten die gar nicht so wenigen Menschen, die sich als Spender, Stifter oder Mäzene auf vielen gesellschaftlichen, sozialen, wissenschaftlichen und künstlerischen Feldern betätigen."

Phantasie für zukunftsfähige Gesellschaft

Als Dulger dann selbst zu Vermögen gekommen war, folgte er diesen Vorbildern. Seit vielen Jahren hat er sich als Förderer sowohl der Kunst als auch sozialer und wissenschaftlicher Einrichtungen einen Namen gemacht. Nicht zuletzt engagiert er sich für die Universität Heidelberg, der er seit Anfang der 80er Jahre Spenden in der Größenordnung von jährlich 5000 bis 20 000 Mark zukommen lässt. So finanzierte er zum Beispiel Stipendien oder beteiligte sich am Grundkapital der Stiftung Universität Heidelberg, die unter anderem die Ruprecht-Karls-Preise vergibt. Für seine Verdienste verlieh ihm die Universität 1990 die Ehrensenatorwürde. Vor zehn Jahren gründete er die "Viktor und Sigrid Dulger Stiftung", die das Ziel hat, einen Umweltschutzgedanken zu fördern, "der sich technischen und ökonomischen Erfindungsgeist zunutze macht, um die Welt für alle Menschen lebenswerter und gesünder zu gestalten".

Die Stiftung unterstützt wissenschaftliche Arbeiten ebenso wie ganz pragmatische Maßnahmen, beispielsweise um die Trinkwasserversorgung in Ländern der Dritten Welt sicherzustellen. So hatte Dulger festgestellt, dass zwar "perfekte Wasserwerke, durch Steuergelder unterstützt" in Entwicklungsländer geliefert und dort errichtet werden, diese Anlagen jedoch "binnen kurzer Zeit kaputt gehen, weil sie falsch bedient werden". Mit finanzieller Hilfe der Stiftung werden deshalb Techniker, Handwerker und Behördenvertreter nach Deutschland eingeladen, um sie für den laufenden Betrieb einer Wasseraufbereitungs- oder Kläranlage zu schulen. Darin eingeschlossen sind Praktika in modernen kommunalen Einrichtungen wie den Wasserwerken in Heidelberg, Karlsruhe oder Baden-Baden.

Viktor Dulger hat zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen erhalten. So ist er seit 1997 Ehrenbürger der chinesischen Hafenstadt Dalian sowie Ehrenprofessor der dortigen Technischen Universität. Für seine Verdienste um das Kunst- und Kulturleben erhielt er im vergangenen Jahr die Richard-Benz-Medaille der Stadt Heidelberg. Um nur ein Beispiel zu nennen: Jeder Heidelberger kennt den Brunnen auf dem hiesigen Bismarckplatz mit seiner eigenwilligen Chromstahlskulptur – er wurde 1985 von Dulger gestiftet. "Kunst ist Phantasie pur", sagt der Mäzen, "und Phantasie sehe ich als wichtigen Bestandteil einer zukunftsfähigen Gesellschaft an".

Auch die Universität Heidelberg hat schon vom Kunstliebhaber Dulger profitiert. Ihm ist es zu verdanken, dass heute auch das Porträt des Philosophen und einstigen Rektors Kuno Fischer in der Bel Etage der Alten Universität hängt. Das Bild war im Besitz des Markgrafen von Baden. Dulger hat es ersteigert und der Universität geschenkt.

Christian Deutsch ende

 

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Updated: 12.05.2002