Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Startseite der Universität
Presse-Kontakt, WWW-Team Volltext-Suche, E-Mail-Suche, Datenbank-Suche Alle Seiten im Überblick English

Startseite > Presse > Publikationen > unispiegel

Motivationskünstler

Wie das Weiterbildungsprogramm der Universität das Lehren lehrt
Wieder in die Rolle von Lernenden zu schlüpfen, das hatten sich zehn Dozentinnen und Dozenten aus unterschiedlichen Fakultäten vorgenommen und sich zum Seminar "Lehren und Lernen" angemeldet – die Auftaktveranstaltung des neuen Weiterbildungsprogramms, das die hiesige Arbeitsstelle Hochschuldidaktik unter dem Dach des Regionalverbunds Heidelberg-Mannheim anbietet. Integriert ist sie in die Abteilung "Schlüsselkompetenzen des Zentrums für Studienberatung und Weiterbildung", die seit einigen Jahren die Fakultäten bei der Organisation von Lehren und Lernen unterstützt.
Didaktische Schulung des wissenschaftlichen Nachwuchses
Didaktische Schulung des wissenschaftlichen Nachwuchses – im Hintergrund Petra Eggensperger (Foto : privat)

"Wie kann ich meine Studierenden motivieren, sich auch in Pflichtveranstaltungen aktiv zu beteiligen und den Stoff für sich zu entdecken" fragt einer der Kursteilnehmer, Diplom Volkswirt Peter Strenger, und formuliert damit die Ausgangsfrage für alle. Zweimal zwei Tage lang setzten sich die engagierten "Erstlehrenden" (wissenschaftliche Mitarbeiter, Assistenten, Doktoranden) mit Konzepten der Erwachsenenbildung auseinander und erprobten Methoden, um selbstgesteuerte und nachhaltige Lernprozesse zu initiieren. In einer von den Trainern des Kurses, Petra Eggensperger und Dietmar Chur, angeleiteten Teamarbeit entwickelten sie konkrete Vermittlungskonzepte für ihre Veranstaltungen im kommenden Semester, was offenbar gut ankommt: "Durch die vielfältigen Arbeitsformen des Seminars konnten wir uns neue Sichtweisen und praktische Hilfestellungen für unsere Lehre erarbeiten. Die Teilnahme können wir nur empfehlen."

"In der langjährigen Zusammenarbeit unserer Abteilung mit den Fakultäten und Instituten wurde immer wieder der Wunsch an uns heran getragen, nicht nur Tutoren, sondern auch den wissenschaftlichen Nachwuchs didaktisch zu schulen", erklärt Petra Eggensperger. Sie betreut die Arbeitsstelle Hochschuldidaktik in der Abteilung Schlüsselkompetenzen des Zentrums für Studienberatung und Weiterbildung. Und der Diplom-Psychologe Dietmar Chur erklärt: "Die hochschuldidaktische Weiterbildung für Lehrende ist neben dem Tutorienprogramm für Studierende und der Mitarbeit bei der Weiterentwicklung von Studienstrukturen eines der drei Angebote im Rahmen des von uns entwickelten Heidelberger Modells". Chur ist Leiter der Abteilung Schlüsselkompetenzen und hat das Seminarkonzept für "Lehren Lernen" erarbeitet. "Damit unterstützen wir in einem ganzheitlichen Ansatz die Fakultäten und Institute bei dem Bemühen um eine verbesserte (Aus-)Bildungsqualität. Über die wissenschaftliche Qualifikation hinaus werden auch in der neu strukturierten Hochschulorganisation "soft skills" zunehmend wichtiger: eine interdisziplinäre Teamfähigkeit als Forscher, didaktische Kompetenzen als Lehrer sowie kommunikative und steuernde Kompetenzen als Manager".

Bislang konnten von der Abteilung Schlüsselkompetenzen aufgrund der begrenzten Personalkapazität nur wenige Seminare für Dozentinnen und Dozenten angeboten werden. Um so erfreulicher ist es daher, dass die Universitäten Heidelberg und Mannheim sich der Initiative des Landes Baden-Württemberg im Rahmen des "Bündnisses für Lehre" angeschlossen haben. Durch den neu gegründeten Hochschuldidaktischen Regionalverbund steht nun ein angemessener Rahmen für Weiterbildungsangebote bereit. Auf die Notwendigkeit eines Engagement der Hochschulen in diesem Bereich hat auch der Rektor Prof. Peter Hommelhoff anlässlich der Gründung des Regionalverbundes hingewiesen. Damit werde ein deutliches Signal gesetzt, um den Stellenwert der Lehre zu verbessern – eine unabdingbare Voraussetzung im zunehmenden Wettbewerb der Hochschulen um die besten Studierenden.

Der Alltag stellt die sogenannten Erstlehrenden noch vor schwierige Aufgaben: "Es ist wichtig, teilweise aber auch desillusionierend, sich mit der eigenen Situation in der Lehre auseinander zu setzen", bemerkt etwa Diplom-Psychologe Klaus Dieter Horlacher. "Um sich im Spannungsfeld zwischen den Erwartungen der Studierenden und den Anforderungen an sich selbst als forschender Wissenschaftler zu behaupten und sich zu professionalisieren, braucht man sowohl einen offenen kollegialen Austausch als auch eine wirkungsvolle Unterstützung durch kompetente hochschuldidaktische Trainer". Und genau dies wollen die Angebote der Arbeitsstelle Hochschuldidaktik erreichen. Konzipiert wird derzeit ein modulares Angebot. Dabei versteht sich der viertägige Kurs "Lehren und Lernen" als eine "niederschwellige Grundausbildung", die je nach Bedarf durch weiter führende Werkstattseminare zu spezielleren Fragen ergänzt werden kann (Rhetorik, Stimmbildung, Gestalten mündlicher Prüfungen, Lehren in Massenveranstaltungen u.a.); für Habilitanden wird weiterhin ein spezieller zweisemestriger Kurs angeboten. Darüber hinaus können Dozenten mit spezifischen didaktischen Fragen oder Beratungsbedarf bei der Planung von Lehrveranstaltungen individuell oder in Gruppen mit der lokalen Arbeitsstelle Termine für ein Coaching vereinbaren. Ein Angebot regelmäßiger Supervision zum kollegialen Erfahrungsaustausch ist im Aufbau.

Das neue Programm des Regionalverbunds Hochschuldidaktik kommt im April heraus und kann über die Abteilung Schlüsselkompetenzen des Zentrums für Studienberatung und Weiterbildung bezogen werden. Kontakt: Petra Eggensperger: 54 24 40, E-Mail: petra.eggensperger@urz.uni-heidelberg.de.

Oliver Fink ende

 

Zurück

Top

Universität | Fakultäten | Einrichtungen | Studium | Forschung und Kooperation
Stellenmarkt | Termine | Intern | Presse | Alumni/Fördervereine | Projekt IMPULSE
Neues im Netz | Kontakt | Suche | Überblick | English


Page maintained by Pressestelle der Universität Heidelberg,
presse@rektorat.uni-heidelberg.de.
Copyright © Pressestelle der Universität Heidelberg.
Updated: 12.05.2002