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Internationales
Wütende Frauen verprügeln Kaiser

Schauplatz eines ungewöhnlichen Machtkampfes zwischen dem Kaiser Chinas und entrüsteten Frauen seines Volkes wurde die Bühne des ausverkauften TIKK-Theaters im Karlstorbahnhof Ende Januar, als Angehörige des Sinologischen Seminars das historische Theaterstück "Hua da chao" ("Frauen geben's dem Kaiser") aus der Volksrepublik China in chinesischer Sprache aufführten.

Catherine V. Yeh inszenierte die traditionelle Oper aus der Provinz Henan in ihrer 1962 umgeschriebenen Version mit der nötigen Spannung, einem Schuß Dramatik und viel Humor und Ironie. Unter den Mitwirkenden war das ganze Spektrum der Heidelberger Sinologie vertreten, vom Institutsdirektor bis zu Studienanfängern im propädeutischen Jahr. Thema der Geschichte aus dem 7. Jahrhundert ist die rechtmäßige Entrüstung der Schwachen über Korruption und Willkür der Macht, ist der uralte Kampf des Guten gegen das Böse. Mit deutlich spürbarer Begeisterung schlüpften die Schauspieler in ihre Rollen und verliehen den Charakteren aus der Tang-Dynastie Leben, Witz und Aktualität.

Ein Herold (in ungewohnter Rolle: Institutsdirektor Prof. Wagner) erklärte vor jeder Szene kurz den Inhalt auf Deutsch, so dass auch Nicht-Sinologen der Handlung folgen konnten. Studienanfänger stellten beim direkten Ausprobieren ihrer Sprachkenntnisse erste Erfolge fest, wenn sie einige der eher umgangssprachlichen Pointen verstanden, oder aber wenn sie auf der Bühne für in einwandfreiem Chinesisch Vorgetragenes mit Lachern und Applaus belohnt wurden. Ein kleines Orchester unter Leitung von Han Yu gab dem Stück mit Trommeln, Bambusklappern und Gongs einen musikalischen Rahmen und setzte getreu chinesischer Operntradition dramatisierende Akzente in den Dialogen. Die farbenfrohen Kostüme und zu Masken geschminkten Gesichter, deren Gestaltung auch an traditionellen Opernfiguren angelehnt war, hoben sich in ausdrucksstarkem Kontrast von der in schlichtem Schwarz belassenen Bühne ab.

Die Aufführung, bei der die Begeisterung der Mitwirkenden auf alle Anwesenden überschwappte, hat nicht nur dem Publikum einen genußvollen Theaterabend beschert, sondern auch einmal mehr gezeigt, wie ein Studienfach jenseits von Büchern und Universität faszinieren kann.

Judith Hufnagel

 

 

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Updated: 14.06.2000