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USC wurde 100 Jahre
Der ghanaische 100m-Sprinter Eric Nkansah stand im olympischen Halbfinale, US-Basketballer David Jones begeisterte einige Jahre die Zuschauer im Sport-Institut mit spektakulären Aktionen. Nur zwei Beispiele für herausragende Athleten des USC Heidelberg, die das USC-Trikot tragen oder getragen haben – internationale noch dazu. In diesem Jahr feierte der traditionsreiche Universitäts-Sport-Club nun sein 100-jähriges Wiegenfest.
Damen-Hockeymannschaft

Eine stolze Zahl, obgleich er selbst im Bereich des Hochschulsports nicht der älteste in Deutschland ist. Hier war ihm der ASC Berlin-Charlottenburg um sechs Jahre voraus; 1899 wurde der "Academische Sport-Club Straßburg" vom elsässischen Studenten, Leichtathleten und Fußballer Ivo Schricker und seinem Bruder Erwin gegründet. Der Öffentlichkeit ist er freilich als USC Heidelberg bekannt, der Name der Gründerstadt Straßburg verschwand mit dem Wechsel nach Heidelberg in Klammern und ist lediglich aus dem Kleingedruckten im Briefkopf ersichtlich. Die Gründungsversammlung des "Universitäts-Sport-Club Heidelberg (ASC Straßburg)" fand am 18. November 1949 statt – der neue Name sollte einerseits die Verbindung zwischen Verein und Universität, andererseits die Traditionsverbundenheit ausdrücken.

Der USC hat viel geleistet. Stellvertretend seien einige herausragende Sportlernamen genannt – ohne Vollständigkeit zu beanspruchen. Der Gründer Ivo Schricker; der Tennis-Spieler Otto Froitzheim, 1914 Wimbledon-Finalist; die Sprinterin Ursula Knapp, Silber-Medaillen-Gewinnerin mit der 4x100m-Staffel bei der Olympiade 1952 in Helsinki; der erfolgreichste deutsche "Speerwerfer-Club" in den 70er und 80er Jahren mit Waltraud und Günther Glasauer, Hermann Schlechter und Helmut Schreiber, dessen Vereinsrekord mit 92,72 m schon seit 20 Jahren Bestand hat; die Trainer Hermann Rieder, Atef Ismail, Werner Heger, Karl-Peter Knebel, Walter Abmayr; die Kugelstoßerin Brigitte Berendonk, die durch ihren unermüdlichen Einsatz gegen Doping zusätzliche Berühmtheit erlangte; ihre männlichen Kollegen Traugott Glöckner und Claus-Dieter Föhrenbach und schließlich die USC-Basketballer um Hannes Neumann, Kurt Siebenhaar, Volker Heindel, Hans Leciejewski, Hans Riefling, Didi Keller, Rainer Frontzek, die es über die Jahre hinweg auf neun deutsche Meisterschaften brachten.

Herrmann Schlechter

Der Verein zählt etwa 600 Mitglieder – darunter viele Studenten, die in den Abteilungen Basketball, Leichtathletik, Volleyball und Tennis aktiv sind. Ein Verdienst des USC ist zweifellos die Integration vieler Studenten in das Leben der Stadt. So hält auch Heidelbergs Oberbürgermeisterin Beate Weber in ihrem Grußwort in der Jubiläums-Festschrift die Integrationsfunktion des Universitäts-Sport-Clubs für besonders wertvoll: "Studierende aus Deutschland und aller Welt finden durch den Verein Kontakte und Anschluss. Die Gäste werden so in die Stadt eingebunden, und entscheiden sich vielleicht sogar dazu, hier zu bleiben."

Neben Leistungssport ist beim USC auch noch Platz für Breitensport, etwa in der Frauen-Gymnastik-Gruppe oder beim Seniorensport. Die Zukunft, die gehört freilich dem Sportler-Nachwuchs. "Lassen Sie uns auch beim USC auf junge Leute bauen – die Zeit der Oldies ist vorbei", sagte Hanns Michael Hölz in seiner Rede beim Festakt zum Jubiläum. Ein Bekenntnis zur Jugendarbeit? Wenn ja, dann befände sich der Club auf dem rechten Wege ins neue Jahrtausend.

Jürgen Berger / Fotos: USC Heidelberg


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Updated: 31.01.00