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Lehren für die Zukunft

Habilitandentraining verleiht Nachwuchs didaktischen Schliff
Im Gegensatz etwa zu angehenden Lehrern an Schulen gibt es bei künftigen Hochschuldozenten kein Referendariat. Seit 1994 bietet der Heidelberger Hochschuldidaktische Kurs dem akademischen Nachwuchs allerdings etwas Ähnliches an: eine Art pädagogische Weiterbildung, die darauf abzielt, die Lehrkompetenz zu erweitern. Der "Unispiegel" war zu Gast bei einem Workshop, der in den Räumlichkeiten der Ladenburger Gottlieb Daimler- und Karl Benz-Stiftung veranstaltet wurde.

Was eigentlich hat der Weihnachtsmann mit Teilchenphysik zu tun? Nun, die Abbildung des großzügigen Geschenkeverteilers dient einem angehenden Professor der Physik dazu, in eine Vorlesung über Teilchenbeschleunigung einzuführen. Zuhörer sind diesmal allerdings nicht seine Studenten, sondern die ebenfalls an dem Habilitandentraining teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen. Ein für Erheiterung sorgender Überraschungscoup ist der Weihnachtsmann zwar durchaus, doch in der anschließenden Manöverkritik werden auch kritische Stimmen laut: Leuchtet der Bezug zum eigentlichen Vorlesungsthema wirklich so ohne weiteres ein? Auch der rasche Wechsel von Folie zu Folie – der Dozent arbeitet mit dem Overhead-Projektor – kommt nicht bei allen gut an.

Lehren für die Zukunft
Dr. Veronika Strittmatter-Haubold (Mitte) weist den akademischen Nachwuchs in die Geheimnisse der Hochschuldidaktik ein
Foto : Fink

Der intensive Austausch der Teilnehmer untereinander ist eines der auffallenden Charakteristika des "Heidelberger Hochschuldidaktischen Kurses", wobei bei aller offen geübten Kritik, wie im vorliegenden Fall, die Arbeitsatmosphäre betont locker und entspannt ist – man duzt sich. Praktische Übungen wie diese, auch Rollenspiele oder sogenanntes "Einzelcoaching" sind gefragter als die Vermittlung normativer Regeln für das richtige Lehren. Das bestätigt Dr. Veronika Strittmatter-Haubold, Leiterin dieses Projekts, das aus einem Seminarkonzept der Pädagogischen Hochschule hervorgegangen ist und von der "Akademie für wissenschaftliche Weiterbildung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg" realisiert wird.

Der einjährige Kurs – inzwischen zum siebten Mal veranstaltet – umfasst vier zweitägige Workshops. Dazwischen liegen Praxisberatungen. Gerade diese Form macht das Habilitandentraining zu einer konkurrenzlosen Veranstaltung in der deutschen Hochschullandschaft. Zwar gibt es auch an anderen Universitäten hochschuldidaktische Lehrgänge. Doch allenfalls als Wochenendseminare. Das Wechselspiel aber über einen langen Zeitraum zwischen Workshop und praktischer Umsetzung im laufenden Semester ist ein nicht zu unterschätzendes Erfolgsrezept.

Für das Konzept spricht auch, dass der Kurs seit seinem Bestehen in seiner Grundstruktur nicht verändert wurde. Lediglich in Details. So wurden selbstverständlich neue wissenschaftliche Erkenntnisse für den Kurs fruchtbar gemacht, auch reagiere man natürlich auf aktuelle Trends wie etwa den Vormarsch neuer Medien. Ihre Rolle sehen die Dozenten des Habilitandenkurses vor allem als Impulsgeber und Lernhelfer, weniger als Prediger didaktischer Dogmen. Ziel ist es, den künftigen Hochschullehrenden die Möglichkeit zu geben, mit Lehr-Lern-Arrangements zu explorieren, die selbstverantwortliches Studieren initiieren, und das Handlungsrepertoire in der Lehre zu erweitern.

Und wie sehen das die Teilnehmer? Dr. Bettina Wabbels (Augenheilkunde) ist zufrieden: "Ich habe bislang viel gelernt und einige der Methoden auch schon erfolgreich umgesetzt." Dem Juristen Dr. Ulrich Hufeld gefällt vor allem der Austausch mit Habilitanden aus anderen Fächern. Ein wenig wundert er sich allerdings über die vielen Anglizismen. Selbst ein einfaches schriftliches Referat werde hier "handout" genannt – muss das wirklich sein? Es muss, hält die Philologin Dr. Ulrike Senger lächelnd dagegen, zumindest akzeptiert werden, dass das Englische nun einmal die Wissenschaftssprache sei. Aufmerksam geworden auf den Kurs sind viele übrigens durch Mund-zu-Mund-Propaganda, durch die Empfehlung ehemaliger Teilnehmer – nicht das schlechteste Zeichen für eine solche Veranstaltung.

Kontakt: Dr. V. Strittmatter-Haubold: 477 401, strittmatter@ph-heidelberg.de

Oliver Fink magenta

 

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Updated: 07.05.2001