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Rabbinerausbildung in Heidelberg

Ignatz-Bubis-Stiftungsprofessur an der Hochschule für Jüdische Studien
Schon zu Lebzeiten hatte sich Ignatz Bubis dafür eingesetzt, die Religionslehrerausbildung an der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg zu erweitern. Nun soll dort ein neu eingerichteter Lehrstuhl seinen Namen tragen und damit das Engagement des 1999 verstorbenen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland für diese Einrichtung gewürdigt werden. Und dass es sich nicht um irgendeinen Lehrstuhl handelt, wird deutlich, wenn man sich die Zielsetzung vor Augen führt: Die Professur soll in erster Linie der Ausbildung von Rabbinern dienen. Seit den 30er Jahren war das in Deutschland nicht mehr möglich.
Siegel

Grünes Licht hatte der Zentralrat, in dessen Trägerschaft die Heidelberger Hochschule für Jüdische Studien steht, bereits im vergangenen November erteilt. Seitdem wird am Konzept gefeilt und verhandelt. Zum Beispiel mit renommierten Rabbinerseminaren in Amerika, Israel und England. Denn der anvisierte Studiengang wird nicht ausschließlich am Neckar absolviert werden, zwei Phasen soll die Ausbildung umfassen: Heidelberg ist das Zentrum, an dem den Rabbinerkandidaten zunächst die grundlegenden Kenntnisse jüdischer Religion und Kultur vermittelt werden; dieser erste Schritt wird etwa 4-5 Semester in Anspruch nehmen und mit einer Zwischenprüfung abgeschlossen. Danach geht es ins Ausland, an ein vom Kandidaten gewähltes Rabbinerseminar, wo das Studium bis zur "Smicha" (dem Rabbinerdiplom) fortgesetzt wird.

Grundsätzlich ist eine umfassende und abschließende Gesamtausbildung der zukünftigen Rabbiner in Deutschland angestrebt. Doch in Ermangelung entsprechender Rabbinerseminare in Deutschland zum gegenwärtigen Zeitpunkt stellt das Modell der zwei Phasen das beste unter den gegebenen Umständen dar. Es sichert einstweilen, d.h. bis zur Schaffung von hiesigen Rabbinerseminaren, eine weltweit anerkannte Ausbildung.

Besondere Aufmerksamkeit wurde dem einzigartigen Modell der Berücksichtigung von verschiedenen jüdischen Strömungen innerhalb der Rabbinerausbildung gewidmet. Duch das Angebot einer liberalen sowie auch orthodoxen Ausbildungsrichtung wird der Vielfalt des jüdischen Lebens, gerade auch in Deutschland (deren jüdische Gemeinschaft ist die drittgrößte in Europa) besonders Rechnung getragen.

Die Wahrung des Gedankens der Einheitsgemeinde ist Prof. Dr. Michael Graetz, Rektor der Hochschule für Jüdische Studien, bei der Beschreibung des Lehrstuhls sehr wichtig, stellt eine Grundvoraussetzung dar für die verantwortungsvolle Aufgabe, sich dem Rabbinernachwuchs auch in Deutschland wieder zu widmen. Die Verhandlungen laufen gut. Bis Ende April 2001 werden die Abkommen mit den ausländischen Rabbinerseminaren unterzeichnet sein und im Wintersemester 2001/2002 sollen dann schon die ersten Kandidaten begrüßt werden.

Offiziell eingeweiht wird der Ignatz-Bubis-Lehrstuhl für Religion, Geschichte und Kultur des europäischen Judentums am 10. Mai 2001. Neben Prof. Graetz wird Paul Spiegel, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Begrüßungsworte sprechen. Den Festvortrag hat Prof. Dr. Izhak Englard, Richter am Obersten Gerichtshof des Staates Israel, übernommen. Das Thema: "Jüdisches Recht – Methode und Ziel seiner Forschung". Und dass hier ein bedeutsamer Schritt getan wird, hat auch die Bundesregierung erkannt: Innenminister Otto Schily hat sein Kommen zugesagt und wird eine Festansprache halten. Der nicht-öffentliche Festakt wird übrigens live im Internet übertragen.

Oliver Fink ende

 

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Updated: 08.05.2001