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Kämpfer kontra Karies

Prof. Dr. Markolf Niemz, Inhaber des neuen Lehrstuhls "Biomedical Engineering"
Seit dem 6. März ist es offiziell: das Mannheimer Klinikum darf sich Universitätsklinikum nennen und gehört zur Ruperto Carola der Universität Heidelberg. Bereits im Januar 2000 wurde der gemeinsame Lehrstuhl "Biomedical Engineering" eingerichtet, bisher einmalig an einer deutschen Universität. Der Physiker Professor Dr. Markolf Niemz leitet seitdem das wegweisende Projekt, das neue Maßstäbe in der biomedizinischen Technologie setzen soll. Weiterer wichtiger Kooperationspartner ist die Fachhochschule Mannheim. Dort finden derzeit auch die meisten Lehrveranstaltungen statt.
Prof. Niemz
Aber sonntags zieht der Forscher dann schon mal alle Register an der Kirchenorgel
Foto : Sposny

Der 37-jährige Niemz ist von seinem neuen Lehrstuhl begeistert. "Wir entwickeln an der Fachhochschule medizintechnische Geräte, die direkt vor Ort im Klinikum angewandt werden können". Ganz besonders stolz ist er auf ein von seinem Team entwickeltes und vom BMBF gefördertes Diagnostikmodul zur Karieserkennung mittels Plasmaspektroskopie. "Mit einem Ultrakurzpuls-Laser kann der Zahnmediziner die Karies exakt und vor allem schmerzfrei entfernen", erläutert der Physiker. Ein integriertes Miniatur-Spektrometer erkennt optisch die kariösen Stellen im Zahnschmelz in Echtzeit, so dass die "gebohrten" Löcher so klein wie möglich bleiben. Frühzeitig eingesetzt, sei dies ein wichtiger Schritt zur Zahnerhaltung bis ins hohe Alter. "Nur die Krankenkassen müssen noch überzeugt werden", bedauert er die Lage. Denn der Dentallaser wird gut das Doppelte eines herkömmlichen Zahnbohrers kosten. Aber Niemz ist zuversichtlich, dass er aufgrund der verbesserten Behandlungsqualität noch die richtigen Argumente findet.

Dabei plagten ihn zu Beginn seiner Arbeit ganz andere Schmerzen. Verwaltungsaufgaben, Beschaffung von Personal- und Materialmitteln sowie Räumlichkeiten standen zunächst an. Gestiftet wurde der Lehrstuhl von der Sparkasse Mannheim. Auch das Klinikum stellt großzügige Mittel zur Verfügung. Nur logistisch sei sein Institut noch zweigeteilt. Ab April soll das neue, multifunktionale Forschungsgebäude an der Mannheimer Klinik fertig gestellt sein, wo er dann im oberen Stockwerk sein Institut einrichten kann. Aber so schlimm scheint die Situation im Moment nicht zu sein, denn von der Fachhochschule holt er sich die Ingenieure für die Geräteentwicklung. 18 Studenten bildet der Professor in diesem Semester aus. Gemeinsam mit Kooperationspartnern aus der Industrie entwickeln sie Prototypen unter anderem in der Lasermedizin, die zusammen mit den entsprechenden Industriepartnern vermarktet werden.

Ein anderes Projekt aus dem Bereich Biomedical Engineering ist der Aufbau einer Internet-Datenbank für mechanische, thermische und optische Gewebeparameter des menschlichen Körpers. Mediziner aus aller Welt werden darauf zurückgreifen können. Das würde auch den hiesigen Forschungsstandort international noch bekannter machen. Für sein Institut braucht er daher noch einen griffigen Namen: MABEL, für Mannheim Biomedical Engineering Laboratories, schwebt ihm vor.

Für Niemz steht die Arbeit und sein Institut im Vordergrund. Bescheiden erzählt er über seine Person. Dabei hat der Physiker eine zielgerichtete Wissenschaftslaufbahn hinter sich. Physikdiplom in Heidelberg, Master of Science in Bioengineering in San Diego, Promotion und Habilitation in Physik (Heidelberg). Vor seiner Berufung war er seit 1999 Abteilungsleiter für Optische Spektroskopie am Fraunhofer IPM in Freiburg. 1995 erhielt der sympathische Forscher den Karl-Freudenberg-Preis der Heidelberger Akademie der Wissenschaften für seine Arbeiten über "Laser-Gewebe Wechselwirkungen", über die er auch eine viel beachtete Monographie geschrieben hat.

Niemz hat mit seinen laufenden Projekten und Studenten alle Hände voll zu tun. Das zollt Tribut. Seine Frau, Sonderschullehrerin bei Karlsruhe, würde er auch lieber öfter sehen. Aber diese Schwierigkeiten seien nur in der Anfangszeit gegeben, hofft er. Zur Entspannung von diesem Alltag greift er dann gerne mal in die Klaviertasten oder zieht sonntags alle Register an der Kirchenorgel. "Musik ist mein Steckenpferd", sagt er und ein Lächeln huscht über sein Gesicht.

Georg Sposny ende

 

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Updated: 08.05.2001