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Das Portrait
"Deutscher Beamter, aber immer noch Untertan Ihrer Majestät"

Der Pflanzenbiologe Prof. Dr. David Gordon Robinson
Seit 1. April 2000 ist Prof. Dr. David Gordon Robinson neuer Ordinarius (C4) für die Pflanzliche Zellbiologie im Neuenheimer Feld. Der 53-jährige gebürtige Brite ist Nachfolger des emeritierten Prof. Dr. Eberhard Schnepf. Robinsons Forschung und Lehre beruht auf der Betrachtung aller Teilaspekte der Pflanzenbiologie.
Prof. Robinson
"Täglich Schwimmen, dreimal die Woche Joggen und Krafttraining"
Foto : Sposny

Täglich Schwimmen, dreimal die Woche Joggen und Krafttraining. So sieht Robinsons Ausgleich zu Labor- und Schreibtischarbeit aus. Er unterbricht seine Arbeit vor dem Laptop, lehnt sich zurück und erzählt. "Ich bin zwar deutscher Beamter, aber immer noch Untertan Ihrer Majestät", schmunzelt er und erklärt, dass seine Urgroßväter Deutsche waren, was er selbst bis vor zehn Jahren nicht wusste – so hat es ihn letztlich zu seinen Wurzeln verschlagen.

Seine eigene Geschichte beginnt in Großbritannien, wo er geboren wurde und studiert hat. Als einer der ersten belegte er das Fach Biophysik zusammen mit Botanik in Leeds. Mit 24 Jahren war er bereits promoviert, mit 29 habilitiert und mit 30 Jahren Professor. Seine Postdoktorandenzeit verbrachte er an der Stanford University in Kalifornien, wonach er die Position eines Assistenzprofessors erhielt. Er versuchte in den USA Fuß zu fassen, was damals aber mit den "Visitor Visa" nicht möglich war. Die Habilitation erfolgte im Fach Botanik an der Universität Göttingen, wo er 1977 zum Professor berufen wurde. Dort arbeitete er bis zum April 2000 als einer der Abteilungsleiter im dortigen Pflanzenphysiologischen Institut.

In Göttingen konnte er Erfahrungen in der Hochschulverwaltung sammeln und hatte zeitweise die Positionen als Dekan der Biologie, Direktor der botanischen Institute und Erasmusbeauftragter der Fakultät für Biologie inne. Letzteres übt er seit Juli auch wieder in Heidelberg aus. Warum er die Universität wechselte? "A change is better than a rest." Ihn reizte die neue Aufgabe mit ihren Gestaltungsmöglichkeiten. Mit Anfang 50 sei es leichter, noch mal etwas Neues anzugehen. "Außerdem ist Heidelberg Spitze in der Grundlagenforschung und der Molekularbiologie", sagt er.

Viel vorgenommen hat er sich. An dieser Universität herrsche eine Übermacht der "roten" (medizinischen) Biologie. Robinson möchte dagegen die "grüne" Zell- und Molekularbiologie ausbauen. Zum nächsten Sommersemester soll es einen Zusammenschluss der Zellenlehre, der Systematik, des Botanischen Gartens und der Pflanzenphysiologie geben, die sich dann "Heidelberger Institut für Pflanzenforschung" nennt, kurz "HIP". Außerdem steht die Wiederbesetzung zweier weiterer C4-Stellen im HIP an, was insgesamt viel frisches Blut für die "grüne" Sache in Heidelberg bedeutet.

Seine Arbeit in der Klassischen Zellbiologie fasst er in drei Schwerpunkten zusammen: Ultrastruktur der Zelle mit Elektronenmikroskopie, Molekularbiologie und Biochemie. Ihn interessiert vor allem die Lokalisierung von Genprodukten in Pflanzen. Das heißt: herauszufinden, wo ein Protein in der Pflanze (zum Beispiel Blatt, Stengel oder Wurzel) seine Funktion ausübt (exprimiert wird). Dafür ist viel Technik nötig. Zur Zeit wird die dritte Etage INF 230 umgebaut, damit unter anderem Elektronenmikroskop und Hochdruckgefrieranlage Platz finden können.

Auch die Lehre ist ihm natürlich sehr wichtig – und er sucht das Feedback der Studenten. So hat er zum Beispiel schon das Niveau seines Teils der Ringvorlesung im Grundstudium angehoben, was nach einer Beurteilung der Studenten ("Proof the Prof") voll und ganz akzeptiert wurde. Außerdem bietet er ihnen eine freiwillige Leistungsüberprüfung an, um ihr Wissen zu testen. "Die Studenten hier sind wirklich gut", freut er sich.

Alles in allem ist Robinson zufrieden. Wenn er nicht an seinem Arbeitsplatz ist oder Sport treibt, ist er mit seiner Familie zusammen. Oder er sucht Ablenkung bei klassischer Musik, im Theater oder Kino. Und gefällt ihm die neue Stadt? "Ja natürlich", meint Robinson, der mit seiner Familie in Ziegelhausen wohnt. "Allerdings ist Heidelberg viel teurer als Göttingen. Nur die Jahreskarte für das Schwimmbad ist um hundert Mark billiger".

Georg Sposny

 

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Updated: 04.02.2001