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Gleich zwei Heidelberger Wissenschaftler erhalten den begehrten Leibniz-Preis

Wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft mitteilt, werden zwei Wissenschaftler der Universität Heidelberg mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis 2001 ausgezeichnet. Prof. Dr. Eduard C. Hurt aus dem Biochemie-Zentrum Heidelberg erhält drei Millionen Mark, Prof. Dr. Christoph Markschies aus dem Wissenschaftlich-Theologischen Seminar 1,5 Millionen Mark.

Der Molekularbiologe Prof. Dr. Eduard C. Hurt aus dem Biochemie-Zentrum (BZH) der Universität Heidelberg ist 45 Jahre alt. Nach einem Studium der Biologie und Chemie und der Promotion 1984 an der Universität Regensburg arbeitete er im Baseler Forschungslabor von Jeff Schatz. Bereits mit 31 Jahren wurde Hurt 1986 Arbeitsgruppenleiter am Europäischen Labor für Molekularbiologie (EMBL) in Heidelberg. Seit 1995 ist er C4-Professor an der Universität Heidelberg.

Prof. Markschies Prof. Hurt
Zufriedene Gesichter: Prof. Markschies (links) vom Theologischen Seminar und Prof. Hurt (rechts) vom Biochemischen Zentrum
Fotos : Welker

Eduard C. Hurt hat mit seinen Untersuchungen wesentlich zum grundlegenden Verständnis der molekularen Lebensvorgänge in Zellen beigetragen. Vor allem hat er sich mit der Struktur und Funktion von Zellbestandteilen wie Chloroplasten und Mitochondrien beschäftigt. Außerdem hat er versucht, die Entwicklung des Zellkerns und besonders der Kernporen, die aus über vierzig unterschiedlichen Proteinen aufgebaut sind, aufzuklären. Hurts Arbeitsgruppe konnte bislang schon etwa die Hälfte der Proteine identifizieren und in ihrer Funktion beschreiben. Damit nimmt er in diesem Feld der Molekularbiologie einen auch international herausragenden Platz ein.

Der Kirchenhistoriker Prof. Dr. Christoph Markschies aus dem Wissenschaftlich-Theologischen Seminar der Universität Heidelberg ist 38 Jahre alt. Er studierte Evangelische Theologie, Klassische Philologie und Philosophie in Marburg, Jerusalem, München und Tübingen. Nach der Promotion 1991 und der Habilitation 1994, beide in Tübingen, folgte er 1995 einem Ruf auf eine Professur für Kirchengeschichte an der Universität Jena. In den letzten beiden Jahren war er Fellow am Wissenschaftskolleg in Berlin und am Institute of Advanced Studies in Jerusalem. Seit kurzem hat er eine Professur für Kirchengeschichte in Heidelberg inne.

Christoph Markschies hat sich der Kirchengeschichte verschrieben. Im Mittelpunkt seines breit gefächerten Werks stehen Studien zur Strukturgeschichte des antiken Christentums. Das Besondere seiner Forschungsperspektive ist, die alte Christenheit im Spannungsfeld von Judentum und Griechentum auf der einen und von Ost und West auf der anderen Seite zu untersuchen. Das Verhältnis zwischen westlichem und östlichem Christentum bestimmt wesentlich seine Auseinandersetzung mit Ambrosius von Mailand und mit dessen Trinitätstheologie, was einen neuen Blick auf diesen Kirchenvater und seine Theologie eröffnet. Markschies wirkt mit im Jenaer Graduiertenkolleg "Leitbilder der Spätantike" und im DFG-Schwerpunktprogramm "Römische Reichsreligion und Provinzialreligion"; er hat die Jenaer Hans-Lietzmann-Vorlesungen ins Leben gerufen und ist Projektleiter des Langzeitvorhabens "Griechische Christliche Schriftsteller" der Berlin-Brandenburgischen Akademie.

Insgesamt elf Wissenschaftler werden mit dem bereits zum 16. Mal verliehenen Förderpreis ausgezeichnet. Die Mittel sind für Forschungsarbeiten in einem Zeitraum von fünf Jahren vorgesehen und zweckgebunden. Ziel ist es, die Arbeitsbedingungen herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu verbessern, ihre Forschungsmöglichkeiten zu erweitern, sie von administrativem Arbeitsaufwand zu entlasten und ihnen die Beschäftigung besonders qualifizierter jüngerer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu erleichtern.

Rektor Siebke gehörte zu den ersten Gratulanten: Beide "haben außergewöhnliche Leistungen erbracht und mit großem Erfolg dazu beigetragen, die Spitzenposition der Universität Heidelberg in der Forschung auszubauen". Dass sie so unterschiedlichen Disziplinen wie der Molekularbiologie und der Theologie angehören, lege – so Siebke – "Zeugnis für die wissenschaftliche Vielfalt an unserer Universität ab".

MS

 

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Updated: 04.02.2001