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"Der Preis soll etwas bewegen"

Gespräch mit Manfred Lautenschläger
"Ohne Fleiß kein Preis", lautet ein vielzitiertes Sprichwort. Im Falle des "Lautenschläger-Forschungspreises" ist das aber nur eine Minimalvoraussetzung, um die beachtliche Summe von 500 000 Mark für die Finanzierung wissenschaftlicher Projekte zu erhalten. Der "Unispiegel" sprach mit dem Stifter, was ihn zu dieser Form des Mäzenatentums veranlasste und welche Ziele er mit diesem Preis verfolge.
Manfred Lautenschläger

Der Stifter – Manfred Lautenschläger, 1938 in Karlsruhe geboren, ist Aufsichtsratsvorsitzender der MLP Holding AG in Heidelberg. Nach dem Jurastudium in Heidelberg, Freiburg und Frankfurt und kurzer Tätigkeit als Rechtsanwalt gründete er 1971 – zusammen mit Eicke Marschollek – die Marschollek, Lautenschläger und Partner KG. Das Unternehmen wurde später in eine GmbH und 1984 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Manfred Lautenschläger war von 1984 bis 1993 Vorstandsvorsitzender der Marschollek, Lautenschläger und Partner AG und von 1993 bis 1999 der neugegründeten MLP Holding AG. Am 19. Mai 1999 zog er sich aus dem operativen Geschäft zurück und übernahm den Vorsitz des Aufsichtsrats. Manfred Lautenschläger ist verheiratet und hat fünf Kinder. Dem Wahl-Heidelberger, der sich mit der Stadt und ihrer Universität seit seiner Studienzeit verbunden fühlt, wurde am 10. November 1998 die Ehrensenatorwürde der Universität verliehen.

Herr Lautenschläger, welche Erwartungen knüpfen Sie an den von Ihnen gestifteten Forschungspreis?

Lautenschläger: Ich denke, mit dem Betrag von einer halben Million Mark alle zwei Jahre kann man schon eine ganze Menge bewegen. Ich verspreche mir davon Anreize und Anstöße im Bereich der Spitzenforschung. Wenn ich es mit dem Unternehmertum vergleiche: Da hat jemand eine gute Idee und den Mut, sich selbständig zu machen. Gibt man ihm Geld an die Hand, kann er damit etwas Sinnvolles anfangen. Ähnlich stelle ich mir die Situation bei einem Wissenschaftler vor: Er sieht sich mit seiner Arbeit auf einem Viertel des Weges – und der Preis kann ihm eine hochwillkommene Geldspende sein. Oder er kommt während seiner Forschungstätigkeit zu einem überraschenden Ergebnis – und benötigt für die nächsten zwei Jahre zusätzliche Mittel, um die Sache weiterzuverfolgen.

Der Preis ist somit zweckgebunden?

Lautenschläger: Richtig. Er soll nicht das Vermögen eines Wissenschaftlers bereichern, sondern ihm die Möglichkeit geben, seine Arbeit fortzuführen und sein Arbeitsfeld zu erweitern.

Ganz gleich, auf welchem Gebiet?

Lautenschläger: Fachbereich und Thema sind bewusst völlig offen. Der Preis richtet sich an jede Wissenschaftlerin und jeden Wissenschaftler im Umfeld der Universität Heidelberg, die mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit etwas bewegen.

Was hat Sie dazu veranlasst, den Preis zu stiften?

Lautenschläger: In vielen Bereichen stößt der Staat an die Grenzen seiner Möglichkeiten. Da sehe ich eine quasi naturgegebene Lücke für privates Mäzenatentum. Mancher, der zu Vermögen gekommen ist, macht sich zum Herbst seines Lebens Gedanken: Wie kann ich der Gemeinschaft, in der ich mich so gut positionieren konnte, etwas zurückgeben? Vor einem Jahr habe ich deshalb die Lautenschläger-Stiftung gegründet, um über sie – neben kulturellen und sozialen Zielen – die Wissenschaften zu fördern.

Ihr Ziel ist es, mit dem Preis etwas zu bewegen. Werden Sie deshalb im Blick behalten, wofür der Preisträger das Geld ausgibt?

Lautenschläger: Wir werden natürlich darauf achten, was mit dem Geld gemacht wird. Wobei nicht daran gedacht ist, Kontrolle zu führen – was in der Wissenschaft ohnehin kaum möglich ist. Die Frage der Kontrolle ist auch kein Diskussionspunkt bei diesem Preis. Wir haben eine sehr gute Jury, deren Mitglieder sich bewusst sind, dass sie einen wertvollen Preis vergeben. Sie werden darauf achten, würdige Preisträger zu bestimmen.

Auch Sie selbst gehören diesem Kuratorium an. Heißt das auch, dass Sie die Vergabe des Preises mit steuern wollen?

Lautenschläger: Sicher. Ich tue dies, indem ich mich daran als Mitglied des Kuratoriums beteilige. Vor allem aber steuere ich die Preisvergabe, indem ich mich im Kuratorium auf erfahrene Persönlichkeiten verlassen kann, die sich in ihren Fachbereichen profund auskennen.

Die Fragen stellte Christian Deutsch

 

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Updated: 03.02.2001