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Aller guten Dinge sind zwei

Erstmals deutsch-französische Promotion in Heidelberg
Am Germanistischen Seminar absolvierte Kerstin Wiedemann jüngst ein ganz besonderes Rigorosum. Denn nun kann sie sich zwei Doktorhüte aufsetzen: den der Ruperto Carola wie auch den der Universität Paris III (Sorbonne Nouvelle). Die Möglichkeit zu diesem speziellen Promotionsverfahren besteht bereits seit ein paar Jahren, in Heidelberg wurde es nun zum ersten Mal erfolgreich abgeschlossen.
Deutsch-französische Promotion in Heidelberg
Kerstin Wiedemann eingerahmt von ihren beiden Doktorvätern Prof. Michaud (rechts) und Prof. Kühlmann (links). Daneben Prof. Rothe (Romanistisches Seminar), der als Prüfer ebenfalls am Rigorosum beteiligt war.
Foto : Fink

Mit Erlass vom 18. Januar 1994 war in Frankreich die Möglichkeit einer grenzüberschreitenden Ko-Betreuung von Promotionen ("Co-tutelle de thèse") geschaffen worden. Trotz des deutschen Rechtsgrundsatzes, dass für eine (akademische) Leistung nur ein akademischer Grad verliehen werden kann, hat sich die deutsche Hochschulrektorenkonferenz (HRK) für eine Unterstützung solch mobilitätsfördernder Promotionsvorhaben entschlossen und die juristischen Hindernisse beseitigt.

Kerstin Wiedemanns Dissertation "Zwischen Irritation und Faszination. George Sand und ihre deutsche Leserschaft" leistet einen Beitrag zur Rezeption französischer Literatur in Deutschland. Erstgutachter dieser mit der Höchstnote "summa cum laude" bewerteten Arbeit waren Prof. Dr. Wilhelm Kühlmann (Germanistisches Seminar, Heidelberg) und Prof. Dr. Stéphane Michaud (Universität Paris III, Sorbonne Nouvelle). Das bestrittene Rigorosum war gewissermaßen eine Doppelprüfung, die beiden Prüfungsordnungen gerecht wurde und somit auch doppelt so lang, nämlich zwei Stunden dauerte.

Trotz einigen bürokratischen Aufwands, der auf beiden Seiten zu leisten war - gar von "Papierkrieg" sprachen die beiden Erstgutachter -, sei das Verfahren ansonsten problemlos und erfreulich verlaufen. Prof. Kühlmann wies darauf hin, dass die Genehmigung in diesem speziellen Fall nicht nur mit der Perspektive einer wünschenswerten europäischen Zusammenarbeit erteilt wurde, sondern auch mit Rücksicht auf die Kandidatin, die ihren beruflichen und privaten Lebensmittelpunkt - als Lektorin an einer französischen Universität - inzwischen nach Frankreich verlegt habe. Frau Wiedemann resümierte, dass die jetzt erfolgreich abgeschlossene "Co-tutelle de thèse" hoffentlich auch in Heidelberg noch zu ähnlichen Vorhaben animiert.

Solche Vorhaben laufen bereits. Jean d'Yvoire vom Bureau des relations universitaires des Institut Français Heidelberg weiß (fast) alles zu diesem Thema. In Kooperation mit der Hochschulrektorenkonferenz arbeitet er gerade an einer Bestandsaufnahme grenzüberschreitender Promotionen mit, die infolge der 1994 getroffenen Regelungen in Angriff genommen wurden. Für mehr Informationen steht er gerne zur Verfügung (06221 / 605 813) und sicher auch für den ein oder anderen Tipp.

Oliver Fink

 

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Updated: 04.02.2001