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Startseite > Presse > Publikationen > unispiegel > Januar, 1 / 2000

Manuskript von Ricarda Huch entdeckt

 
Die Heidelberger Historikerin Petra Schaffrodt stieß auf ein eigenhändiges Manuskript von Ricarda Huchs Werk "Römisches Reich Deutscher Nation".

Dr. Jürgen Beß, Bürgermeister der Stadt Heidelberg, Petra Schaffrodt und der Direktor der Universitätsbibliothek, Dr. Dörpinghaus, präsentieren das Manuskript mit Umschlag.

Erfreulicherweise lassen sich beim Erschließen von Nachlässen immer wieder überraschende Funde machen. Im Herbst vergangenen Jahres gab ein Manuskript in einem unscheinbaren Papierumschlag zunächst Rätsel auf: Die 435 Blätter enthielten weder Datierung noch Angaben zum Schreiber. Dass dieser Fund nicht aus der Feder von Marie Baum stammen konnte, war schnell klar. Warum aber hatte die Heidelberger Sozialpolitikerin und Universitätslehrerin Marie Baum (1864-1947) dieses namenlose Manuskript zusammen mit ihrem Nachlass testamentarisch an die Universitätsbibliothek Heidelberg verfügt?

Marie Baum hatte zuvor das Ricarda-Huch-Archiv mitbegründet, indem sie alle in ihrem Besitz befindlichen Zeugnisse der Freundin in das Marbacher Deutsche Literaturarchiv abgegeben hatte. Nur dieses eine Manuskript hatte sie wahrscheinlich übersehen, denn Schriftvergleiche ließen schnell keine Zweifel mehr daran, dass es sich um die eigenhändig von Ricarda Huch geschriebene Fassung ihres Werkes "Römisches Reich Deutscher Nation" handelt. Die Dichterin verfasste den Text im Jahr 1933 – zu einer Zeit, als sie in Heidelberg zusammen mit ihrer langjährigen und sehr engen Freundin Marie Baum in einer Wohnung lebte.

Wie auch der Neufund erkennen lässt, schrieb die Autorin nach vorherigen Studien ihre Werke druckfertig ohne größere Korrekturen nieder, so dass es sich hier um das einzige Manuskript handeln dürfte. Wahrscheinlich ist es auch die letzte eigenhändige Niederschrift, die die über 70-jährige Ricarda Huch hinterließ. Von daher schätzt der Direktor der Universitätsbibliothek, Dr. Hermann Josef Dörpinghaus, das Manuskript auf einen Wert von rund 50.000 Mark.
Der für die Wissenschaft wertvolle Fund ist der aktuellen Erschließung des Nachlasses von Marie Baum zu danken, die in Zusammenarbeit von Universitätsbibliothek und -archiv durchgeführt und durch die Stadt-Heidelberg-Stiftung finanziert wird. Seit ihrer Gründung 1986 zur 600-Jahr-Feier der Universität vergibt die Stiftung Stipendien für die wissenschaftliche Erforschung. Allein die Universitätsbibliothek bietet noch viel Arbeit: Viele ihrer über 120 Nachlässe sind bis heute nicht erschlossen.

VD / Foto : Rothe

 

 

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Updated: 09.02.00