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Startseite > Presse > Publikationen > unispiegel > Januar, 1 / 2000

Editorial
 

Eigentlich hätte sich die jüngste Berliner Posse gut für das traditionelle Sommertheater geeignet. Der erste Akt liegt schon einige Zeit zurück: Eine große Volkspartei gewinnt die Wahl, weil sie unter anderem den Studierenden im Land vieles verspricht: das Verbot von Studiengebühren, eine umfassende Reform der Ausbildungsförderung und so weiter. Jeder Studierende soll eine Art Grundgehalt garantiert bekommen. Akt zwei, überraschend inszeniert Mitte Januar 2000: Der große Mann, ein bedeutender Politiker, straft seine Bildungsministerin wie eine provinzielle Fahrradbeauftragte ab. Von Vertragsbruch und einem echten Affront spricht der Koalitionspartner, und die Opposition wertet das Veto als "schallende Ohrfeige für Frau Bulmahn". Statt der grundlegenden Reform soll es nun vom Bund 500 Millionen Mark mehr für das alte Bafög-System geben, über das der staunende Beobachter erst kürzlich erfahren hatte, es sei nicht zu retten und ein Kahlschlag der Regierung Kohl. Aber Schröder wäre nicht Schröder, fände er keine staatstragenden Worte: "Der Hans wird das schon schultern" (gemeint ist der Finanzminister). Nun stehen wir also irritiert vor einem dritten Akt, der Schock währte kurz, die Not-Reparatur verlief schnell. Eine Milliarde Mark zusätzlich kämen für das Bafög zusammen, wenn auch die Länder mitziehen, heißt es nach der großen Bafög-Einigung plötzlich. Bildungsministerin Bulmahn verkündet uns gar den "echten Neuanfang" und die "Totalsanierung", doch ach, es fehlt uns nach so viel Theater der rechte Glaube. So hatten wir uns Politik immer vorgestellt.

Michael Schwarz

 

 

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Updated: 09.02.00