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16. November 2006

Rektor beschreibt Heidelberger Idee von "Industry on Campus"

Hier das Grußwort von Rektor Prof. Dr. Peter Hommelhoff bei der Einweihungsfeier des gemeinsamen Katalyselabors CaRLa ("Catalysis Research Laboratory") der Universität Heidelberg und der BASF AG im Wortlaut

"Wir kennen sie alle, jene bestürzende Schwäche in der Grundlagenforschung deutscher Universitäten und anderer Forschungslabore: Aus manchen Entdeckungen, Erfindungen und Erkenntnissen hier haben in anderen Ländern Unternehmen Produkte entwickelt, mit denen sie heute auf den Weltmärkten führen. Man denke nur an das Fax, das auf Grundlagenforschung aus Deutschland basiert. Und wohl kein Autofahrer weiß um die Heidelberger Forschungen zur Optimierung von Verbrennungsprozessen, auf die sein revolutionär verbesserter Automotor zurückzuführen ist. Das Kernproblem ist der Technologietransfer – der Übergang von der Grundlagenforschung zur praktischen Anwendung und Vermarktung, aber auch umgekehrt die Formulierung von Fragen aus der anwendenden marktaktiven Wirtschaftspraxis an die Grundlagenforschung. Diese Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis bereitet zumindest in Deutschland immer noch ganz erhebliche Schwierigkeiten – mit ein Grund dafür, dass hier noch aus keinem Garagenbetrieb wie in Silicon Valley ein Weltunternehmen erwachsen ist.

Die Grundlagenforscher und die marktorientierten Anwender müssen in ihrer täglichen Arbeit ganz eng zueinander und miteinander in Dialog gebracht werden: Sie müssen sich immer wieder begegnen, müssen gemeinsam Kaffee trinken und leicht ins Gespräch kommen können über Fragen, die beide Seiten, wenn auch aus verschiedenem Blickwinkel, interessieren. Das ist die Heidelberger Idee von "Industry on Campus": anwendungsbezogene Forscher aus Wirtschaftsunternehmen und ihre Entwickler mit den Grundlagenforschern der Universität auf deren Gelände zusammenzuführen. Dabei gilt es, ehrlich zu bleiben: von den Forschungslaboren deutscher Unternehmen in der Nachbarschaft ausländischer Universitäten hat sich Heidelberg inspirieren lassen – namentlich vom Chemieturm der BASF für den Nobelpreisträger Jean-Marie Lehn an der Universität Straßburg.

Und deshalb ist die Ruperto Carola der BASF, ihrem Vorstand, Herrn Marcinowski, und ihren Forschern ganz besonders dankbar, dass sie sich bereit gefunden haben, das "Industry on Campus"-Konzept im gemeinsamen Katalyselabor "CaRLa" auszuprobieren. Die Ausgangspositionen hierfür scheinen mir markant vielversprechend: Hier werden zwei Partner zusammenwirken, zwischen denen seit langem schon traditionell gute, enge und vertrauensvolle Verbindungen bestehen; für Heidelberg ist "CaRLA" eine strategische Option mit Vorbildcharakter für andere Kooperationen mit der Wirtschaft – absehbar vor allem im Bereich der Medizintechnik. Deshalb sind wir der Landesregierung und dem Wissenschaftsministerium herzlich dankbar, dass sie dies Projekt als Private Public Partnership nachdrücklich immateriell, aber auch materiell unterstützen und fördern. Ich darf Sie versichern: auch die Universität lässt sich "CaRLa" Erhebliches kosten.

Bezogen werden soll das gemeinsame Labor im Technologiepark der Stadt Heidelberg. Daher freuen wir uns sehr, diese Zukunftsinvestition der Stadt ein weiteres Stück weit zweckgemäß nutzen zu können. An dieser Stelle hat Heidelberg, was ich dankbar vermerken möchte, sehr verehrte Frau Oberbürgermeisterin Weber, weitsichtig Hilfen für die wissenschaftlichen Einrichtungen installiert; dafür ist der Stadt noch einmal sehr zu danken. Gerade in seiner hohen Konzentration ganz unterschiedlicher Aktivitäten der Wissenschaft liegt der Quell für jenen sicht- und erlebbaren Schwung, der das Neuenheimer Feld als Wissenschaftsstandort in der ganzen Welt bekannt gemacht hat. Hier liegt die Kraftreserve für die internationale Wettbewerbsfähigkeit Heidelbergs und damit nicht unwesentlich ganz Deutschlands. Sie darf nicht wieder zerrissen und verstreut werden. Hier und an keinem anderen Ort in der Region oder Stadt brauchen die Natur- und Lebenswissenschaften der Universität Heidelberg ihre Entwicklungsflächen und -räume.

Denn auch und gerade mit dem Wissenstransfer zwischen Universität und Unternehmen steht Heidelberg erst am Anfang. In das Konzept "Industry on Campus" werden künftig vor allem auch kleine und mittlere Unternehmen einzubeziehen sein – die stärksten Stützen und Motoren der deutschen Wirtschaft und auch der Metropolregion Rhein-Neckar. Zusammen mit der Landesregierung möchte die Universität Heidelberg die forschungspolitische Initiative des Landes voranbringen, gemeinsame Forschungsschwerpunkte, Kompetenzzentren und Forschernetzwerke zwischen Hochschulen und Unternehmen in möglichst großer Zahl zu gründen. Das wird zugleich organisations-, finanz-, kultur- und rechtswissenschaftliche Grundlagenarbeit zum Technologietransfer erfordern; hierfür möchten wir unsere Schwesteruniversität Mannheim für ein gemeinsames Forschungsvorhaben gewinnen.

Sie sehen: die Universität Heidelberg bemüht sich nach Kräften darum, auch einen Beitrag zu leisten, damit Baden-Württemberg stolz auf seine Universitäten sein und bleiben kann. "CaRLa" ist ein erster Schritt; weitere sollen und werden folgen" (Prof. Hommelhoff).



Rückfragen bitte an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
www.uni-heidelberg.de/presse

Irene Thewalt
Tel. 06221 542311, Fax 542317
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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