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30. Juni 2006

Warum Nervenzellen nicht immer effizient kommunizieren

Bernard Katz-Lecture 2006 für Dr. Uri Ashery – Physiologen ehren Nachwuchswissenschaftler aus Israel – Vortrag am 5. Juli 2006 in Heidelberg

Dr. Uri Ashery   
Dr. Uri Ashery
Foto: privat

Der Preisträger 2006 der "Bernard Katz-Lecture" ist Dr. Uri Ashery von der Universität von Tel Aviv. Für seine grundlegenden Beiträge zur Regulation der Freisetzung von Neurotransmittern wird er am 5. Juli in Heidelberg geehrt. Preisverleihung und Ehrenvortrag finden um 17.15 Uhr im großen Hörsaal des Instituts für Pathologie, Im Neuenheimer Feld 220, statt.

Die Bernard Katz-Lecture wurde 1991 vom Heidelberger Nobelpreisträger Professor Dr. Bert Sakmann, Max-Planck-Institut für Medizinische Forschung, aus Preismitteln gestiftet, um das Lebenswerk seines akademischen Lehrers, des britischen Nobelpreisträgers Sir Bernard Katz (1911-2003), zu würdigen. Im jährlichen Wechsel wird in Deutschland oder Israel ein junger Wissenschaftler ausgewählt, der sich durch seine neurowissenschaftliche Forschung ausgezeichnet hat, im jeweils anderen Land die Ehrenvorlesung zu halten. Der Preis wird von der Alexander von Humboldt-Stiftung verwaltet, das Preisgeld beträgt 7.000 Dollar.

Sir Bernard Katz, geboren in Leipzig, emigrierte 1935 nach London, wo er als junger Mediziner seine Forschungsarbeiten fortsetzte. Seine Arbeiten zur Erregungsübertragung zwischen Nerv und Muskel schufen die Grundlagen für die moderne Physiologie von Synapsen, den Kontaktstellen der Nervenzellen. Von 1952 bis 1978 war er Professor am University College London und erhielt 1970 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie.

Dr. Uri Ashery hat wichtige Beiträge zum Verständnis der synaptischen Übertragung geleistet. Dabei hat er sich auf den ersten Schritt dieses Kommunikationsprozesses konzentriert, die Freisetzung synaptischer Vesikel. Diese kleinen, mit Transmittern oder Hormonen gefüllten Membran-Bläschen sind in den Nervenenden angehäuft. Bei Aktivierung einer Nervenzelle verschmelzen einige Vesikel mit der Zellmembran und setzen so den in ihnen enthaltenen Transmitter frei. Diese Botenstoffe aktivieren nun ihrerseits spezielle Rezeptoren in der gegenüberliegenden Membran des "postsynaptischen" Neurons, dem das Signal gilt. Dort kommt es, je nach Art des Transmitters, zur Erregung oder Hemmung.

Die besondere Bedeutung der Freisetzung der Vesikel liegt darin, dass die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Vesikel bei Aktivierung "seiner" Nervenzelle freigesetzt wird, reguliert werden kann. Dies bedeutet, dass eine Synapse in Abhängigkeit von ihrer Vorgeschichte ihre Effizienz verändern kann – also ein zelluläres Korrelat von Anpassung oder Lernen. Uri Ashery hat mehrere Moleküle identifiziert , die an solchen Anpassungsvorgängen beteiligt sind.

Journalisten sind herzlich eingeladen, an der Preisverleihung am 5. Juli um 17.15 Uhr im großen Hörsaal des Instituts für Pathologie, Im Neuenheimer Feld 220, teilzunehmen.

Weitere Information im Internet:
www.nobel.se/medicine/laureates/1970/katz-bio.html
www.nobel.se/medicine/laureates/1991/index.html
www.bgu.ac.il/life/Faculty/Noam/index.htm

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Andreas Draguhn
Institut für Physiologie und Pathophysiologie
Tel.: 06221 – 544057
Fax: 06221 – 546364
E-Mail: andreas.draguhn@physiologie.uni-heidelberg.de
www.rzuser.uni-heidelberg.de/~bn2/


Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 – 56 45 36
Fax: 06221 – 56 45 44
Handy: 0170 – 57 24 725
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de
www.klinikum.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg


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