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23. Januar 2006

Schreibpraxis der Studierenden verbessern

Hanns-Josef Ortheil nimmt Heidelberger Honorarprofessur für "Kreatives Schreiben" auf – Antrittsvorlesung am Mittwoch in der Alten Aula

Hanns-Josef Ortheil   
Hanns-Josef Ortheil
Foto: Verlag

Der Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil beginnt im Sommersemester 2006 seine Tätigkeit als Heidelberger Honorarprofessor für "Kreatives Schreiben und Gegenwartsliteratur": Am Mittwoch, 25. Januar, hält er um 19 Uhr in der Alten Aula die Antrittsvorlesung "Was heißt eigentlich: kreatives Schreiben?" Ortheil, der in den neunziger Jahren Heidelberger Poetik-Dozent war und zuletzt den Roman "Die geheimen Stunden der Nacht" vorlegte, äußerte sich im Interview mit Heribert Vogt zu seiner neuen Lehrtätigkeit.

Herr Ortheil, Sie werden Honorarprofessor für "Kreatives Schreiben und Gegenwartsliteratur" an der Universität Heidelberg. Was werden Ihre Hauptaufgaben in dieser Funktion sein?

Zunächst einmal geht es darum, ein interessantes Lehrangebot zu etablieren, das auf die Bedürfnisse all jener Studierenden, die ihre Schreibpraxis verbessern wollen, zugeschnitten ist. Ich selbst werde vor allem die Theorie und Geschichte des Kreativen Schreibens zu einem Schwerpunkt machen, daneben wird es aber auch Begleitseminare geben, in denen ganz konkret an Texten gearbeitet und die Kunst des Schreibens gelehrt wird.

Welche Ziele möchten Sie bei Ihren Studierenden mit dem "Kreativen Schreiben" erreichen?

Ich möchte den Studierenden zeigen, wie man jeweils individuell eine Werkstatt aufbaut und strukturiert, das heißt, wie man – den eigenen Vermögen, Ansprüchen und Zielen gemäß – eigene Schreibprojekte entwirft und sie Stufe für Stufe entwickelt.

Welche Möglichkeiten gibt es, das "Kreative Schreiben" zu lehren und zu lernen?

Es gibt sehr viele verschiedene Methoden, die kann ich hier in der gebotenen Kürze nicht alle darstellen. Grob gesagt, gibt es jedoch zwei Lager: Die Lehrbücher des amerikanischen "Creative writing" bieten Schreibregeln an und zeigen detailliert, wie man sie anwendet; dem gegenüber stehen europäische Ansätze, die von großen literarischen Vorbildern und Texten ausgehen und eher auf eine Entwicklung einer bestimmten "Schreibsensibilität" setzen, die sich dann ganz frei und selbstständig ihre eigenen "Regeln" entwirft.

Bereits seit einigen Jahren sind Sie als Professor für "Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus" an der Universität Hildesheim tätig. Welche Erfahrungen haben Sie dort gesammelt?

Der Hildesheimer Studiengang "Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus" ist der einzige grundständige, neunsemestrige an einer deutschen Universität und darüber hinaus, ich muss uns Hildesheimer Dozenten da wirklich einmal lauthals loben, einer der erfolgreichsten Studiengänge in Deutschland überhaupt. Wir hatten in den bisherigen sechs Jahren seit seiner Gründung noch keine Abgänger, und alle bisherigen Absolventen waren durch das Studium so gut qualifiziert, dass sie danach sofort in die berufliche Praxis in Verlagen, Zeitungs-, Rundfunk- oder Fernseh-Redaktionen gefunden haben.

Gibt es für den Hildesheimer Studiengang Vorbilder in Sachen "kreatives Schreiben"?

Nach sechs Jahren intensivem Lehrbetrieb sind die Vorbilder verblasst, und ich darf etwas unbescheiden sagen, dass Hildesheim selbst zu einem Vorbild geworden ist, und zwar ganz konkret: Viele Institutionen, die sich mit "Kreativem Schreiben" beschäftigen, melden sich bei uns und suchen unseren Rat.

Ihre Heidelberger Professur bezieht sich auch auf die "Gegenwartsliteratur". Wie werden Ihre diesbezüglichen Aktivitäten aussehen?

Ich werde versuchen, viele Verbindungen zu Schriftstellern, Verlagen und dem literarischen Betrieb insgesamt aufzubauen, interessante Gäste nach Heidelberg einzuladen und dafür zu sorgen, dass die Heidelberger Studierenden über die saisonalen Neuerscheinungen gut informiert sind.

Sie zählen zu den produktivsten deutschen Autoren der Gegenwart. Werden Sie auch in Zukunft noch Zeit für eigene Romane haben?

Das Romanschreiben gibt mir ja erst überhaupt die Kraft für den Unterricht und die Lehre, ohne das eigene Schreiben wäre alles bloße Theorie und nicht in mir verankert, deshalb wird es das eigene Schreiben immer geben.

Heribert Vogt
Rhein-Neckar-Zeitung



Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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Irene Thewalt
Tel. 06221 542311, Fax 542317
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