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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
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20. Dezember 2005

Gefühle hinter Wort und Bild: Musik im Hollywood-Film

"Ruperto Carola" 3/2005 liegt vor – Horst-Jürgen Gerigk vom Slavischen Institut und Dorothea Redepenning vom Musikwissenschaftlichen Seminar demonstrieren in der Titelgeschichte des Heidelberger Forschungsmagazins am Beispiel ausgewählter Hollywood-Klassiker den kulturellen Dialog zwischen der amerikanischen Traumfabrik und Europa – Weitere Themen des Magazins: "Im Dschungel der Düfte", "Die Anstandsdamen der Proteine", "Raymond Klibansky: Erinnerungen an ein Jahrhundert" und vieles mehr

Anfang der 1930er Jahre entwickelten sich in Hollywood die ersten Tonfilme mit durchkomponierter Partitur. Welch hoher Stellenwert der eigens für einen Film komponierten Musik beigemessen wurde, zeigte sich bereits im Jahr 1934 mit der Einführung der Oscar-Kategorie "Best Score". Das Aufblühen des Tonfilms verlief parallel zur großen Emigration aus Europa, mit der Schauspieler, Regisseure und vor allem Komponisten nach Hollywood kamen. Horst-Jürgen Gerigk vom Slavischen Institut und Dorothea Redepenning vom Musikwissenschaftlichen Seminar demonstrieren in der Titelgeschichte des soeben erschienenen Heidelberger Forschungsmagazins "Ruperto Carola" 3/2005 am Beispiel ausgewählter Hollywood-Klassiker den kulturellen Dialog zwischen der amerikanischen Traumfabrik und Europa. Weitere Themen des Magazins: "Im Dschungel der Düfte", "Die Anstandsdamen der Proteine", "Raymond Klibansky: Erinnerungen an ein Jahrhundert" und vieles mehr.

Im Editorial schildert Prorektor Tröger einen aktuellen Fall wissenschaftlichen Fehlverhaltens

Im Editorial des Heftes schildert Prorektor Prof. Dr. Jochen Tröger, Vorsitzender der "Senatskommission zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis und zum Umgang mit Fehlverhalten in der Wissenschaft", einen aktuellen Fall: Eine junge Wissenschaftlerin der Universität hatte in einer Zeitschrift zufällig eine Publikation entdeckt, die die Ergebnisse ihrer Doktorarbeit darstellte, den Methodenteil allerdings veränderte. Sie selbst wurde als Zweitautorin genannt, ihr Einverständnis zu dieser Veröffentlichung habe sie nie erteilt.

"Ich riet der jungen Wissenschaftlerin, ihren Doktorvater um Aufklärung zu bitten", so Tröger. "Viel Zeit verging, und erst nach einer freundlichen Erinnerung antwortete der Lehrstuhlinhaber einer renommierten deutschen Universität." In seinem Schreiben betonte er das "privat hohe Einvernehmen während der Promotionszeit", nannte als Argument, seine ehemalige Doktorandin "hätte ja jetzt eine Publikation" und erklärte, sich an eine "Veränderung der Daten" im Methodenteil nicht erinnern zu können.

Was nun folgte, war ein langes Hin und Her zwischen vier Akteuren: drei Universitäten und der Zeitschrift. Mit dem Ergebnis – so Tröger – "werden sich die Mitglieder der Heidelberger Senatskommission nicht zufrieden geben". Unabhängig von aller formal-juristischen Interpretation sei es ein gravierendes Fehlverhalten und ein erheblicher Verstoß gegen gute wissenschaftliche Praxis, wenn "die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Arbeit verändert werden, der Herausgeber der publizierenden Zeitschrift ein Erratum verweigert, die Unterschrift, welche die Autorenschaft bestätigen soll, von einer anderen Person als dem Autor selbst geleistet wird".

Tröger: "Was bleibt, ist die Aufforderung an uns alle, unser Handeln im Feld der Wissenschaft immer wieder kritisch zu hinterfragen. Und sollte ein Irrtum geschehen, ihn zuzugeben und sofort zu korrigieren." Die Werbung und Mahnung des Prorektors: "Lassen Sie uns gemeinsam größtmögliche wissenschaftliche Redlichkeit üben und einfordern."

Im Dschungel der Düfte

Ein Mensch kann Tausende von Gerüchen identifizieren und im Gedächtnis behalten. Das ist eine erstaunliche Leistung für einen Sinn, der von alters her als "niederer" Sinn gilt. Wie wir Düfte – ob verführerische oder abstoßende – überhaupt wahrnehmen, erwies sich als naturwissenschaftlich schwer zu lösendes Rätsel: Kein Sinn blieb bis heute derart geheimnisumwittert wie der Geruchssinn. Hannah Monyer vom Interdisziplinären Zentrum für Neurowissenschaften erläutert in dem nun folgenden Text der "Ruperto Carola", was sich im Gehirn auf zellulärer und molekularer Ebene ereignet, wenn wir einen Duft realisieren, und betrachtet, welche Rolle der vermeintlich zweitrangige Sinn in Philosophie und Literatur spielt.

Die Anstandsdamen der Proteine

Der französische Begriff "Chaperon" bezeichnet Anstandsdamen, die darauf aufpassen, dass unverheiratete Mädchen keinen Unfug treiben. In der Molekularbiologie sind damit Proteine gemeint, die anderen Proteinen beim Heranreifen helfen, unerwünschte Kontakte unterbinden und Fehler korrigieren. Molekulare Chaperone ordnen die Welt der Proteine, sie sind gewissermaßen Geburtshelfer, Kontrolleure und Ärzte und damit grundlegend für sämtliche Zellprozesse sowie übergeordnete Vorgänge wie Altern und Evolution. Darüber hinaus sind sie bedeutend für das Entstehen von Krankheiten wie Krebs, Infektionen und Herzinfarkt. Bernd Bukau vom Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg beschreibt die Aufgaben der Chaperone und erklärt, auf welche Weise sie ihre behütende Funktion erfüllen.

Raymond Klibansky: Erinnerungen an ein Jahrhundert

Der Philosoph Raymond Klibansky zählt zu den größten Gelehrten, die aus der Ruprecht-Karls-Universität hervorgegangen sind. Wie kaum ein anderer hat er die Vorstellung vom "schwarzen Loch" zwischen Antike und Neuzeit korrigiert und legte Denktraditionen des Mittelalters frei, welche beide Epochen verbinden. Seine persönliche Lebensgeschichte ist exemplarisch für das Schicksal vieler jüdischer Wissenschaftler im Deutschland des 20. Jahrhunderts. Am 5. August starb Raymond Klibansky, den die Heidelberger Universität im Jahr 1933 nicht schützte und der zuletzt in Kanada lebte; am 15. Oktober wäre er 100 Jahre alt geworden. Jens Halfwassen vom Philosophischen Seminar beschreibt in dem neuen Magazin das Leben und Werk des großen Philosophen.

In der Rubrik "Kurzberichte junger Forscher" geht es diesmal um die "Waffen des Immunsystems" von Autor Carsten Watzl und "Stickoxide im Laserlicht" von Wolfgang G. Bessler. "Was hat ‚Heicumed' gebracht?" zieht Roman Duelli eine Bilanz nach vier Jahren Erfahrungen der Medizinischen Fakultät Heidelberg mit dem Reformcurriculum. In den Monaten Januar bis April 2005 wurden Drittmittelprojekte mit einem Volumen von 19,8 Millionen Euro eingeworben. Die "Ruperto Carola" listet die finanziell umfangreichsten auf.

Verlag des Forschungsmagazins ist der Universitätsverlag C. Winter Heidelberg. Ein Einzelheft kostet 5 Euro plus Versand. Es kann, ebenso wie das Förderabo für 30 Euro (vier Ausgaben), bestellt werden bei: Pressestelle der Universität Heidelberg, Postfach 10 57 60, 69047 Heidelberg. Kostenlose Ansichtsexemplare früherer Hefte liegen im Foyer der Alten Universität aus. Weitere Informationen und Volltexte früherer Ausgaben: http://www.uni-heidelberg.de/presse/publikat.html



Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
www.uni-heidelberg.de/presse




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