zum Seiteninhalt
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Siegel der Universitaet Startseite der Universität Kontakt: Anschriften und Ansprechpartner Suche: Volltext; Personen; E-Mail; Forschungsdatenbank Sitemap: Seitenüberblick English

Startseite > Presse > Pressemitteilungen im Überblick >

14. Dezember 2005

Internationales Renommee gemehrt

Gut evaluiert: Optimismus an der Andrássy Universität Budapest

Der wohl prominenteste Professor an der Andrássy Universität Budapest (AUB) ist zurzeit von seinen Lehrverpflichtungen freigestellt: László Sólyom – im Sommer wurde der Jurist, der in den 1980er Jahren auch in Heidelberg gelehrt hat, zum neuen Staatspräsidenten von Ungarn gewählt. Dass er sich weiterhin als Angehöriger dieser noch jungen deutschsprachigen Universität in seiner Heimat versteht, erfüllt deren Rektorat mit Stolz. Eine Delegation dieser Hochschule, an der u.a. Kanzler Bálint Szekér, Prorektor Prof. Klaus Beckmann sowie dessen Professoren-Kollegen Ulrich Hufeld und Stefan Okruch teilnahmen, weilte jetzt zu Besuch am Neckar. Partneruniversität der postgradualen Ausbildungsstätte ist nämlich die Ruperto Carola, die im Rahmen eines Projektes der Landesstiftung Baden-Württemberg den Studiengang "Vergleichende Staats- und Rechtswissenschaften" aufgebaut hat.

Zu den positiven Ereignissen in letzter Zeit gehörte vor allem das gute Abschneiden bei einem Akkreditierungsverfahren durch die Agentur ACQUIN. Auf dem Prüfstand: alle vier Studiengänge. Lediglich die "Mitteleuropäischen Studien" müssen noch einmal "ihre Hausaufgaben" machen, erläutert Prorektor Beckmann. Ansonsten verschaffe das hervorragende Ergebnis der AUB weiteres "internationales Renommee", die gute Evaluation sei außerdem Voraussetzung dafür, durch die Geberländer weiter gefördert zu werden. Finanziert wird die 2001 gegründete Andrássy Universität durch das Bundesland Bayern, das Land und die Landesstiftung Baden-Württemberg, beteiligt sind Ungarn und Österreich.

Nachdem beim letzten Besuch in Heidelberg eine Budapester Delegation von der Aufnahme des Lehrbetriebs berichtet hatte, können inzwischen zwei Absolventenjahrgänge auf ein Studium an der AUB zurückblicken. Über die Berufsaussichten äußern sich die Professoren optimistisch. "So konnten wir", berichtet der Jurist Ulrich Hufeld, "beispielsweise helfen, dass zwei ungarische Absolventinnen eine Anstellung beim Europäischen Gerichtshof erhalten haben".

Schwierigkeiten bereitet der AUB zurzeit vor allem das Thema Geld. Das Leben in Budapest, so Kanzler Bálint Szekér, ist teuer, hinzu kommen die Studiengebühren. Stefan Okruch, Dekan der Fakultät für Internationale Beziehungen, berichtet von rumänischen Studierenden, die voller Elan mit einem Vollstipendium aus ihrem Heimatland kommen, das aber lediglich 65 Euro im Monat beträgt. Finanzierungsschwierigkeiten hat zudem der ungarische Staat. Eine verhängte Haushaltssperre betrifft auch die Andrássy-Universität.

Auf dem Weg zur "Doktorschule"

Ein weiteres Feld, auf dem Diskussionsbedarf besteht, ist schließlich das Promotionsrecht, das Universitäten in Ungarn nicht automatisch zugestanden wird – vielmehr wird dies nur ausgewählten "Doktorschulen" verliehen. Das aber entspricht nun gar nicht dem deutschen Modell und steht auch dem Bologna-Prozess entgegen, an dem Ungarn immerhin teilnimmt. Inzwischen gibt es allerdings, so Okruch, Druck seitens der Geberländer, hier etwas zu verändern.

Der Entwicklung in den nächsten Jahren sieht die Delegation trotz dieser nicht zu leugnenden Probleme zuversichtlich entgegen. Im Jahr 2010, so Beckmann, "werden wir im Prinzip unseren Sonderstatus verlieren, dass wir eine postgraduale Institution sind, die sich Universität nennen darf". Aufgeben wird man die postgraduale Ausbildung dann zwar nicht, hinzukommen sollen aber Master- und Promotionsstudiengänge. Das Bild, das der Prorektor entwirft, hat deutliche Konturen: "Stellen Sie sich bitte ein kleines Häuschen in Budapest vor, das sehr schön ist – das repräsentative Palais Festetics, der derzeitige Hauptsitz –, drumherum das eine oder andere angemietete Gebäude oder einzelne Büroräume in der Nähe. Stellen Sie sich etwa 200 bis 300 Studienplätze vor an drei Fakultäten mit pro Fakultät zwei Ausbildungen, einem konsekutiven Master und einer postgradualen Ausbildung. Und stellen Sie sich dazu eine Doktorschule mit 50 Doktoranden vor."

Oliver Fink



Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
www.uni-heidelberg.de/presse

Irene Thewalt
Tel. 06221 542311, Fax 542317
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


Universität | Fakultäten | Einrichtungen | Studium | Forschung und Kooperation
Stellenmarkt | Termine | Intern | Presse | Alumni/Fördervereine | Projekt IMPULSE
Ruperto Online | Kontakt | Suche | Überblick | English


Page maintained by
Pressestelle der Universität Heidelberg,
presse@rektorat.uni-heidelberg.de.
Copyright © Pressestelle der Universität Heidelberg