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6. Dezember 2005

Gemeinsam für den wissenschaftlichen Nachwuchs

Helmholtz-Gemeinschaft richtet 17 neue Nachwuchsforschergruppen mit längerfristiger Karriereperspektive ("Tenure"-Option) ein – Universität Heidelberg mit fünf dieser Gruppen äußerst erfolgreich

Den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern und die Vernetzung mit den Hochschulen ausbauen. Das sind die Ziele des Programms der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren für exzellente junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Die Gemeinschaft richtet jetzt 17 neue Nachwuchsgruppen ein, davon 15 gemeinsam mit Universitäten als Helmholtz-Hochschul-Nachwuchsgruppen. Äußerst erfolgreich schneidet die Universität Heidelberg mit fünf dieser Gruppen innerhalb des Programms ab. Die Gruppen werden für fünf Jahre mit jährlich mindestens 250.000 Euro gefördert. Insgesamt unterstützt die Gemeinschaft derzeit 52 Nachwuchsgruppen; die Zahl soll in den nächsten Jahren auf rund 100 erhöht werden.

"Viele Bewerberinnen und Bewerber sehen in unserem Programm eine attraktive Karriereperspektive. Was wir bieten, sind eine frühe wissenschaftliche Selbstständigkeit, sehr gute Arbeitsbedingungen und eine ‚Tenure-Option', also die Aussicht auf eine Dauerposition", so Professor Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. "Durch eine gemeinsame Berufung von Nachwuchsgruppenleitern auf Juniorprofessuren möchte ich unsere Zusammenarbeit auch stärker institutionell verankern." Die Wissenschaftler haben sich in einem mehrstufigen Wettbewerbsverfahren mit externen Fachbegutachtungen und Präsentationen vor einer interdisziplinären Jury unter 50 Bewerbungen durchgesetzt. Nach drei bis vier Jahren werden alle Gruppen einer Zwischenevaluation unterzogen. Fällt diese positiv aus, wird dem Gruppenleiter ein unbefristetes Arbeitsverhältnis angeboten.

Die Helmholtz-Gemeinschaft fördert zwei unterschiedliche Typen von Nachwuchsgruppen, die für fünf Jahre mindestens 250.000 Euro jährlich bekommen: Bei Helmholtz-Hochschul-Nachwuchsgruppen besteht bereits eine enge Verbindung mit einer Partnerhochschule. Die Kosten werden mit 125.000 Euro zur Hälfte aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds des Präsidenten gedeckt. "Als Kernelemente des deutschen Wissenschaftssystems sind Universitäten unsere wichtigsten Kooperationspartner. Gemeinsam können wir den Wissenschaftsstandort Deutschland dauerhaft stärken und durch ein neues Niveau der Zusammenarbeit die Versäulung des Wissenschaftssystems überwinden", sagte Mlynek. Das Konzept wurde gemeinsam mit der Hochschulrektorenkonferenz entwickelt.

Die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler übernehmen akademische Rechte und Pflichten und können sich so für eine Universitätskarriere qualifizieren. Der zweite Typ, Helmholtz-Nachwuchsgruppen, richtet sich an Kandidaten aus dem Ausland. Hier sollen die Verbindungen mit einer Partnerhochschule erst noch aufgebaut werden.

Neue geförderte Nachwuchsgruppen an der Universität Heidelberg

Titel: Aufklärung geochemischer Reaktionsmechanismen an der Wasser/Mineralphasen-Grenzfläche
Forschungsbereich: Energie
Helmholtz-Zentrum: Forschungszentrum Karlsruhe
Hochschule: Universität Heidelberg
Leitung: Dr. Thorsten Stumpf, Universität Heidelberg

Titel: Sensitivity of the permafrost system`s water and energy balance under changing climate: A multiscale perspective
Forschungsbereich: Erde und Umwelt
Helmholtz-Zentrum: Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung
Hochschule: Universität Heidelberg
Leitung: Dr. Julia Boike, Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, Bremerhaven

Titel: Oncolytic adenoviruses for targeted and multimodal cancer therapy
Forschungsbereich: Gesundheit
Helmholtz-Zentrum: Deutsches Krebsforschungszentrum
Hochschule: Universität Heidelberg
Leitung: Dr. Dirk M. Nettelbeck, Universität Erlangen

Titel: Molecular Epidemiology of Cancer
Forschungsbereich: Gesundheit
Helmholtz-Zentrum: Deutsches Krebsforschungszentrum
Hochschule: Universität Heidelberg
Leitung: Dr. Barbara Burwinkel, Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg

Titel: R&D Studies for New Photo Detectors and their Integration in HEP Detectors
Forschungsbereich: Struktur der Materie
Helmholtz-Zentrum: Deutsches Elektronen-Synchrotron
Hochschulen: U Hamburg, U Heidelberg, U of Shinshu, Japan
Leitung: Dr. Erika Garutti Deutsches, Elektronen-Synchrotron, Hamburg

Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit ihren 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,2 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Die 24 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmholtz-Gemeinschaft erbringen wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft identifiziert und bearbeitet große und drängende Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft, insbesondere durch die Erforschung von Systemen hoher Komplexität. Dies steht in der großen Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).



Ansprechpartner für die Medien:
Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren
Thomas Gazlig Dipl.-Biol./Dipl.-Journ.
Leiter Kommunikation und Medien
Fon/Fax: 030/206 329 57/60
presse@helmholtz.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
www.uni-heidelberg.de/presse




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