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22. Dezember 2005

Ein Gigant beeinflusste Giganten

Heidelberger Professoren Borchmeyer und Gerigk sprachen zum Abschluss des Schillerjahres

Zum Finale der Heidelberger Schillertage präsentierten Prof. Dr. Horst-Jürgen Gerigk und Prof. Dr. Dieter Borchmeyer eine Lesung im Germanistischen Seminar Heidelberg. Gerigk beschäftigt sich seit langem mit der engen Beziehung Dostojewskijs zu Schiller. Schillers Geist der reinen Menschlichkeit habe russische Dichter sehr fasziniert. Schon früh begannen die Brüder Dostojewskij, die Werke Schillers zu übersetzen. Es gibt kein Werk Fjodor Michailowitsch Dostojewskijs, in dem der große deutsche Dichter keine Rolle gespielt habe. In einem Brief an seinen Bruder Michail schrieb er: "Ich habe Schiller auswendig gelernt. Und ich glaube, dass das Beste, was das Schicksal mir in meinem Leben angetan hat, das war, dass es mir zur Kenntnis dieses großen Dichters verhalf."

Ziel des Vortrages von Gerigk war es daher, in einem "poetologischen Vergleich" die beiden Giganten Schiller und Dostojewskij gegenüberzustellen. Der Mensch als moralische Person, die Thematik des Zusammenhangs von Körper, Seele und Geist und Schillers Ansichten von der Vollkommenheit der Kunst waren wichtige Themen seines Vortrages.

In Dieter Borchmeyers Vortrag "Die Geburt des Naiven aus dem Geiste des Sentimentalischen. Thomas Mann und Schiller oder das Stigma der Modernität" wurde auch die Begeisterung Thomas Manns an Schillers Genie deutlich. Mann, schon seit seiner Jugend ein Verehrer Schillers, bewunderte ihn, weil ihm zum ersten Mal eine klare Bestimmung der "sentimentalischen Dichtung" gelungen sei. "Der naive Dichter hat vor dem sentimentalischen immer die sinnliche Realität voraus, indem er dasjenige als eine wirkliche Tatsache ausführt, was der andere nur zu erreichen strebt", so Schiller. Der sentimentale Schiller erscheint auf einmal als der große Naive. Auch bei Thomas Mann zieht sich die Dialektik des Naiven und Sentimentalischen durchs Werk. Thomas Manns großer Essay "Versuch über Schiller" ist bis heute eine der klügsten Auseinandersetzungen mit dem Klassiker.

Melanie Görner



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