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30. November 2005

Vom raschen Wandel der modernen Biologie geprägt

Das Heidelberger EMBL blickt auf drei Dezennien internationale Molekularbiologie zurück – Abschied von Fotis C. Kafatos – Jahresbericht 2004-2005 liegt vor

Während Menschen wohl niemals unsterblich werden, haben die
Während Menschen wohl niemals unsterblich werden, haben die "HeLa-Zellen" ein bemerkenswert langes Leben.
Foto: EMBL-Jahresbericht

Längst ist das EMBL ein integraler Bestandteil der Heidelberger Forschungslandschaft. Und das zu Recht, kann die namhafte Institution doch auf mehr als drei Dezennien hervorragender internationaler wissenschaftlicher Arbeit zurückblicken. Wobei die Betonung auf "international" liegt, war doch das Europäische Laboratorium für Molekularbiologie seit seiner Gründung im Jahre 1974 stets ein gesamteuropäisches Vorhaben, das derzeit von 18 Mitgliedsstaaten unterstützt wird. Die beiden jüngsten Mitglieder sind Irland, das 2003 dem Projekt beitrat, und Island, das im laufenden Jahr ins Boot geholt werden konnte.

Neues Lichtscheibenmikroskop

Indes handelt es sich bei den Geldgebern längst nicht nur um EU-Mitgliedsländer, wie das Engagement der Schweizer oder der Israelis unter Beweis stellt. Nicht nur sie leisten seit den 70er Jahren einen Beitrag zu einer von Anfang an ganz besonderen Institution, an deren Arbeit sich auch der rasche Wandel in der modernen Biologie erkennen lässt. Jedoch gibt es selbst in der schnelllebigen Wissenschaftswelt Kontinuitäten, wie es die langjährige Tätigkeit von Fotis C. Kafatos zeigt. Er hatte beinahe zwölf Jahre lang das Amt des Generaldirektors inne, das er nun mit Zuversicht an Iain Mattaj weitergab, wie er es im aktuellen Forschungsbericht des EMBL mit sehr privaten Worten darlegt.

Diese kontinuierlich erscheinenden und in englischer Sprache verfassten Berichte geben dem Leser einen idealen Einblick in die Hintergründe des EMBL und der dort durchgeführten Forschung, wobei sich auch der jüngst erschienene Bericht zu den Jahren 2004-2005 vor allem an kundige Laien richtet, die daran interessiert sind, was die einzelnen Forschungsgruppen des Laboratoriums explizit tun. So erfährt man beispielsweise mehr über die Gruppe von Ernst Stelzer, der an einem neuartigen Lichtscheibenmikroskop arbeitet, das dreidimensionale Struktur- und Funktionsanalysen an lebenden Organismen ermöglicht – in bislang unerreichter Auflösung, die noch vor wenigen Jahren niemand von einem Lichtmikroskop erwartet hätte. Jan Ellenberg hingegen beschäftigt sich mit der Zellteilung sowie der hierfür nötigen Präzision. Immerhin soll das genetische Erbmaterial fair und gerecht auf die entstehenden Nachkommen verteilt werden. Sollte dies einmal nicht geschehen, können schwere Gendefekte wie zum Beispiel im Falle des Down-Syndroms die Folge sein – hier wird eine der Zellen mit einem überflüssigen Chromosom bedacht.

Solche Fehler werden normalerweise durch spezielle Strukturen des Zytoskeletts vermieden, die als "Aktin-Fäden" bezeichnet werden – und im Fokus von Jan Ellenberg stehen.

Als ein Beispiel der Kooperationen des EMBL könnte man die erst im vergangenen Januar verkündete Gründung einer Forschungseinheit zwischen dem Universitätsklinikum Heidelberg und dem EMBL nennen. Hierbei handelt es sich um die "Molecular Medicine Partnership Unit", die an der Universitätskinderklinik untergebracht ist und eine Lücke in der Zusammenarbeit zwischen klinischer Forschung und Grundlagenforschung schließen soll. Zugleich hofft man auf eine bessere Kooperation zwischen universitärer und nicht-universitärer Forschung.

Forschungen zu Blutgerinnseln

Die "Molecular Medicine Partnership Unit" wird gemeinsam geleitet von Andreas Kulozik, dem Leiter der Abteilung Hämatologie, Onkologie und Immunologie an der Kinderklinik, und Matthias Hentze vom EMBL. Ihre Zusammenarbeit hat wichtige Erkenntnisse über molekulare Mechanismen häufiger Erkrankungen des Blutes erbracht, zum Beispiel bei der Thalassämie, der weltweit häufigsten vererbten Erkrankung. Dabei ist die Qualitätskontrolle der Genexpresssion beeinträchtigt, also der Übersetzung genetischer Information in Proteine (Eiweißkörper).

Außerdem entdeckte die Arbeitsgruppe von Kulozik und Hentze einen neuen molekularen Mechanismus für die Bildung von Blutgerinnseln, die zu tödlichen Embolien führen können: Durch veränderte Genexpression wird ein gerinnungsförderndes Eiweiß im Blut im Übermaß produziert. Dieser Mechanismus könnte auch bei anderen Krankheiten eine Rolle spielen und soll weiter erforscht werden, was deutlich macht, dass den Wissenschaftlern des EMBL die Arbeit ganz sicherlich nicht ausgehen wird.

Heiko P. Wacker

EMBL (Hrsg.): Jahresbericht 2004-2005. Heidelberg 2005, 248 Seiten.



Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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Irene Thewalt
Tel. 06221 542311, Fax 542317
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