zum Seiteninhalt
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Siegel der Universitaet Startseite der Universität Kontakt: Anschriften und Ansprechpartner Suche: Volltext; Personen; E-Mail; Forschungsdatenbank Sitemap: Seitenüberblick English

Startseite > Presse > Pressemitteilungen im Überblick >

5. Dezember 2005

Bei Carmens Liebesschwur tröpfelt das Herzblut

Bizets Oper "Carmen" inszeniert als Symbiose aus Musik und Chemie

Diese Vorlesung hat Kultcharakter. Wenn Professor Gerald Linti alljährlich im Advent zu seiner Vorlesung "Chemie und Oper für jedermann" einlädt, pilgern die Massen in den großen Hörsaal der Chemie. So auch gestern Nachmittag, als "Die chemische Leidenschaft der Carmen" angekündigt war. Wer sich rechtzeitig eine Karte gesichert hatte, war gut dran und durfte das musikalische und optische Spektakel live verfolgen; wer zu spät kam, musste mit einer Videoübertragung in die Nachbarhörsäle vorlieb nehmen.

Professor Linti und ein Dutzend engagierter Studierender begeisterten ihre Zuschauer mit einer einstündigen Aufführung, die immer wieder mit überraschenden Effekten verblüffte. Bereits bei der Ouvertüre zu Bizets Oper, die als musikalischer Ohrwurm schon ziemlich verschlissen ist, verwandelte sich der Hörsaal in eine spanische Arena. Der Chor des Eppelheimer Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums marschierte zackig ein, die Zuschauer schwenkten die bereitliegenden gelb-roten Fähnchen, und auf dem Experimentiertisch flackerten dramatisch die ersten Flammen.

Während Professor Linti die Handlung ("die weltweite Gefährdung des Mannes durch die Frau") humoristisch erzählte, setzen seine Studierenden diese in Experimente um. So lodern die realen Flammen der besungenen Liebe in dramatischem Rot auf, wenn Kirsten Obelgönner als Carmen ihre Leidenschaft zu Don José besingt. Den gibt der Tenor Winfrid Mikus mit gebührender Leidenschaft; als zum Schluss seine Geliebte ersticht, tröpfelt deren "Herzblut" zeitgleich in einer Petrischale, an die Wand projiziert von einem Overhead-Projektor.

Im Hörsaal wabern die Nebel, brennende Luftballons steigen auf, um effektvoll zu zerplatzen, Rosen werden in Sekundenschnelle vereist und dann dramatisch entblättert, und die Zuschauer sind so begeistert, dass sie den Akteuren immer wieder heftig applaudieren. Die haben sichtlich Spaß an der Sache, und Professor Linti lässt sich sogar zu einer kleinen akrobatischen Handstand-Einlage hinreißen. Auch als die PowerPoint-Präsentation einmal etwas hängt, tut das der Freude keinen Abbruch; genau so stellt sich der Laie Chemie vor: Es pufft, kracht und blitzt in wechselnden Farben, und ab und zu stinkt es ein bisschen. Zum Schluss wird der gemeuchelte Stier auf einer Bahre weggetragen, was die Zuschauer besonders entzückt.

"Papi, wie machen die das?", fragt ein kleines Mädchen seinen Vater. Da der offenbar kein Chemiker ist, weiß er darauf auch keine Antwort. Und ganz ehrlich: Wen interessiert das schon bei so viel optischem und musikalischem Spaß?

Ingeborg Salomon



Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
www.uni-heidelberg.de/presse

Irene Thewalt
Tel. 06221 542311, Fax 542317
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


Universität | Fakultäten | Einrichtungen | Studium | Forschung und Kooperation
Stellenmarkt | Termine | Intern | Presse | Alumni/Fördervereine | Projekt IMPULSE
Ruperto Online | Kontakt | Suche | Überblick | English


Page maintained by
Pressestelle der Universität Heidelberg,
presse@rektorat.uni-heidelberg.de.
Copyright © Pressestelle der Universität Heidelberg