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16. November 2005

200 Jahre bewegte Medizingeschichte: Universitäts-Poliklinik Heidelberg feiert Jubiläum

Von der Armenklinik zum Zentrum für Stammzelltransplantationen – Festveranstaltung am 26. November 2005

Professor Dr. Anthony D. Ho, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie der  Medizinischen Universitätsklinik.
Professor Dr. Anthony D. Ho, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie der Medizinischen Universitätsklinik.
Foto: Medienzentrum Universitätsklinikum Heidelberg

Einst versorgte sie als Ambulanz kostenlos die Armen der Stadt. Heute gilt sie als national und international führendes Zentrum für Stammzelltransplantationen und die Erforschung adulter Stammzellen. Auf 200 Jahre Medizingeschichte blickt die Poliklinik des Universitätsklinikums Heidelberg in diesem Jahr zurück.

Professor Dr. Anthony D. Ho, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg, lädt die interessierte Öffentlichkeit herzlich zur Festveranstaltung ein (Voranmeldung ist erforderlich):

Festveranstaltung am 26. November
10 bis 16 Uhr im Hörsaal der Medizinischen Universitätsklinik,
Im Neuenheimer Feld 410,
ab 16 Uhr: Führung durch die neue Medizinische Klinik

In seinem Festvortrag wird Professor Dr. Axel W. Bauer, Institut für Geschichte der Medizin der Universität Heidelberg, die beeindruckende Geschichte der Klinik darstellen. Wissenschaftliche Vorträge international renommierter Ärzte und Forscher, eine Ausstellung zur Geschichte der Poliklinik sowie eine Führung durch die neue Medizinische Klinik bilden das Nachmittagsprogramm.

Zum Jubiläum erscheint außerdem eine illustrierte Festschrift, die Professor Bauer und Professor Ho verfasst haben. Sie ist ab Ende November erhältlich.

Weltweit erste periphere Blutstammzelltransplantation

Die ehemalige Poliklinik, jetzt die Abteilung für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie, ist seit 2004 in einem der modernsten Klinikgebäude Europas untergebracht, auch räumlich vereinigt mit der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg. Sie zählt zu den Leistungsträgern des Universitätsklinikums. Dazu tragen vor allem die Forschungsvorhaben im Bereich der adulten Stammzellen bei, unter anderem ein Projekt mit mesenchymalen Stammzellen, an dem mehrere deutsche Kliniken beteiligt sind.

Ziel ist es, so Professor Ho, in den nächsten Jahrzehnten eine Technologie zu entwickeln, die die Stammzellen für eine regenerative Medizin verfügbar macht. Letztlich könnten eventuell so Alterskrankheiten wie Diabetes, Parkinson oder auch kardiovaskuläre Erkrankungen mit Stammzelltechnologie geheilt werden.

Als Pionierleistung hatte die Klinik 1985 weltweit erstmals eine erfolgreiche periphere Blutstammzelltransplantation berichtet. Bei einem Patienten mit Lymphdrüsenkrebs konnten wegen einer Anomalie des Knochenmarks nicht – wie bis dahin üblich – Stammzellen aus dem Mark des Beckenknochens entnommen werden.

Aus der medizinischen Sensation ist Routine geworden: Heute sind es jährlich 250 bis 270 Patienten, denen in Heidelberg Blutstammzellen übertragen werden. Bei 25 Prozent handelt es sich um allogene Transplantationen von fremden Spendern. Vision von Professor Dr. Peter Dreger, dem Leiter der allogenen Stammzell-Transplantationseinheit, ist eine Impfung gegen Leukämie, indem man die Stammzellen des Spenders so abrichtet, dass sie nur gegen die bösartigen Zellen des Empfängers vorgehen.

Rheumazentrum und Uveitis-Ambulanz

Die Rheumatologie, ein weiterer wichtiger Bereich der ehemaligen "Poliklinik", unter Leitung von Professor Dr. Hanns-Martin Lorenz setzt ihren Schwerpunkt auf die Manipulation des bei Rheumakranken übereifrigen Immunsystems. Damit neue Therapieformen schnell Eingang in die Praxis finden, hat Lorenz auch die wissenschaftliche Leitung des Rheumazentrums Baden-Baden übernommen, das eng mit der Universitätsklinik kooperiert. Als bundesweit einmalig gilt das Uveitis-Zentrum der Heidelberger Rheumatologie, das sich mit rheumatisch bedingter Entzündung der Regenbogenhaut beschäftigt, und gemeinsam mit der Universitäts-Augenklinik Heidelberg betrieben wird.

"Für die Schwachen und Hilfsbedürftigen"

Die Geschichte der Heidelberger Poliklinik spiegelt den Wandel der akademischen Medizin im Verlauf der vergangenen 200 Jahre wider. Es war der Anatomie-Professor Jakob Fidelis Ackermann, der im Jahre 1805 in einem ehemaligen Dominikanerkloster mit seiner ärztlichen Tätigkeit begann. Die Kranken der Stadt wurden bei Hausbesuchen kostenlos behandelt und dienten als Lehrpatienten für die Studenten. Während die Poliklinik 1815 wegen Überschuldung schloss, etablierte sich im gleichen Gebäude die erste stationäre Klinik der Universität. Es war eine politische Entscheidung, die 1856 zur Neugründung der Poliklinik führte und die von der medizinischen Fakultät nur ungern gesehen wurde.

Wie der Medizinhistoriker Professor Axel W. Bauer darlegt, waren die Leistungen der Poliklinik immer von sehr viel Idealismus geprägt. Sie übernahm Hausarztfunktionen für die Heidelberger Bürger und eröffnete mit der Luisenanstalt gleichzeitig die erste Kinderklinik.

Nach der Berufung von Professor Dr. Werner Hunstein im Jahr 1972 entwickelte sich die allgemein-internistisch orientierte Poliklinik zu einer Fachabteilung der Universitätsklinik mit den Schwerpunkten Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie. Professor Ho knüpft nun in der Ausrichtung seiner Abteilung an die Tradition der Poliklinik an: "Wir sind noch immer für die Schwachen und Hilfsbedürftigen da. Und was auch bleibt: Wir sind weiterhin innovativ." Die ärztliche Kunst der Zukunft sieht er darin, die natürliche Heilkraft zu nutzen, durch Manipulation des menschlichen Immunsystems und durch die Stammzelltechnologie.

Programm zur Festveranstaltung:
www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/pressestelle/pdf/Flyer_200j-final.pdf

Voranmeldung zur Festveranstaltung bei:
Sekretariat Professor Dr. Anthony D. Ho
Tel.: 06221 – 56 80 01

Illustrierte Festschrift:
Axel W. Bauer und Anthony D. Ho
"Nicht blos künstlich in einem Spitale"
Zweihundert Jahre Medizinische Universitäts-Poliklinik Heidelberg
und ihr Weg von der Stadtpraxis bis zur Blutstammzelltransplantation

Zu beziehen über:
Sekretariat Professor Dr. Anthony D. Ho
Tel.: 06221 – 56 80 01



Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
www.uni-heidelberg.de/presse




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