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24. November 2005

Zu viel Sonne macht die Zellen verrückt

Der Biophysiker Professor Michael Hausmann vom Kirchhoff-Institut hielt die Abschlussvorlesung der Kinderuniversität

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Mit der Sonne ist das so eine Sache. Einerseits könnten wir ohne sie nicht leben, andererseits kann sie vor allem auf der Haut ganz schön schädliche Dinge anrichten. Die Sache ist also verzwickt. Ganz passend also, dass Professor Michael Hausmann vom Kirchhoff-Institut für Physik für seine Vorlesung bei der Kinderuniversität das Thema "Gute Sonne, Böse Sonne" gewählt hatte. Schließlich ist er Biophysiker, das heißt auf gut Deutsch, er hat sowohl die Sache mit der Strahlung, als auch deren Wirkung auf den Menschen im Blick.

"Die Haut merkt sich, wenn Ihr zu lange in der Sonne gelegen habt", schärft Hausmann den Mini-Studenten ein. Die wissen natürlich schon längst: Ohne spezielle Creme kann mit hohem Schutzfaktor kann so ein Sonnenbrand nicht nur unangenehm, sondern auch ganz schön gefährlich sein.

Das mit den unterschiedlichen Strahlungen der Sonne erklärt der Physiker so. Jeder, der schon einmal gesehen hat, dass in ein Prisma weißes Licht rein geht und farbiges wieder rauskommt, weiß, dass Lichtstrahlen zusammengesetzt sind. Das ist auch bei den Sonnenstrahlen so. Nur, dass da noch viel mehr drin ist. Ein Quadratmeter Sonne leuchtet beispielsweise so hell wie eine Million Glühbirnen, und im Inneren ist es wahnsinnig heiß. Acht Minuten brauchen die Strahlen von der Sonne bis zur Erde.

Mit unterwegs sind dann nicht nur das für uns sichtbare Licht, sondern auch andere elektromagnetischen Wellen, wie man sie von Röntgenstrahlen kennt. Viele können Menschen gar nicht sehen, manche nur spüren, wie die infrarote Strahlung, die kuschlig wärmt. Andere, wie beispielsweise die ultraviolette Strahlung, sind so aggressiv, dass sie in tiefere Hautschichten eindringen können.

Im Prinzip aber, so erklärt das der Fachmann, haben wir Glück. Denn die Erde liegt weit weg von der Sonne – und dann gibt es da auch noch die Atmosphäre. Dort wiederum ist die Ozonschicht zu finden, und die lässt die kurzwellige, gefährliche Strahlung gar nicht erst durch. Allerdings, auch das wissen die Steppkes der Kinderuniversität natürlich längst, gibt es auch Ozonlöcher. Da ist die schützende Schicht nicht mehr 30 Kilometer, sondern nur noch zehn bis 15 Kilometer dick und lässt mehr Strahlung durch.

Glücklicherweise haben die Menschen kapiert, dass dafür die Fluorkohlenwasserstoffe verantwortlich sind, und heute gibt es keine Sprays mehr mit diesem Stoff.

Was passiert nun bei einem Sonnenbrand? Wie schon erwähnt, kann die ultraviolette Strahlung ziemlich tief in die Haut eindringen und schädigt dort die Zellen. Das geht so: In jeder Zelle des menschlichen Körpers ist ganz viel Information drin. Chromosomen nennt sich diese Erbsubstanz, von denen es in jeder Zelle 46 gibt. "Das sind lauter kleine Bücher", erklärt der Biophysiker.

Den Text in den Zellen können die Forscher, seit das so genannte Genom entschlüsselt wurde, lesen. "Aber wir wissen noch nicht, was die Worte bedeuten, da sind wir noch ein bisschen dumm", bedauert Professor Hausmann.

Bei Sonnenbrand werden nun Zellen durch Strahlung kaputt gemacht. Die Strahlen dringen in das Buch ein und reißen ganze Stücke raus. "Dann spielen die Chromosomen verrückt, bilden Ringe oder fressen ein Stück vom Nachbarn", beschreibt der Forscher die dramatischen Vorgänge. Glücklicherweise gibt es die Zellenpolizei mit dem schicken, fast ein bisschen nach Geheimagent klingenden Namen "P 53".

Die sortieren die verrückten Zellen aus, die Haut schält sich. Normalerweise kann der Körper den Schaden dann noch reparieren. Wird es aber zuviel mit der ultravioletten Strahlung, weil der Mensch immer und immer wieder zu lange in der Sonne brät, dann schafft die Polizei das nicht mehr, und am Ende können schlimme Krankheiten wie Hautkrebs entstehen. Und genau deshalb ist Sonnenschutzcreme so wichtig.

Kirsten Baumbusch



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Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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