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14. November 2005

Das Gesicht Roms

Seminar für Klassische Archäologie zeigt lebensechte Portraits

In der Antikensammlung haben Studierende eine interessante Ausstellung zum Römerjahr zusammengestellt.
In der Antikensammlung haben Studierende eine interessante Ausstellung zum Römerjahr zusammengestellt. Dabei werden viele Büsten der Kaiserzeit gezeigt, die eine erstaunliche Ähnlichkeit mit den Porträtierten haben. Die Ausstellung "Das Gesicht Roms" ist bis 12. Februar im Marstallhof 4 zu sehen.
Foto: Stefan Kresin

"Kleider machen Leute." Kaiser Augustus war bereits ein gemachter Mann und dennoch denkt der Betrachter unwillkürlich an dieses altbekannte Sprichwort, wenn er die Ausstellung "Das Gesicht Roms" in der Abguss-Sammlung der Universität besucht. Dort wird, unter anderem, der römische Kaiser Augustus in den unterschiedlichsten Idealportraits gezeigt: Augustus in der Toga und einem "capite velato", mit verhülltem Haupt; Augustus im Panzer; Augustus in Gestalt des griechischen Heros; Diomedes und Augustus in Gestalt des Jupiters, mit Zepter und Blitzbündel.

Das Idealportrait fand bei Kaisern als sichtbarer Ausdruck der Herrscherideologie verstärkt Anwendung. Oft orientierte man sich an klassischen griechischen Götterstatuen, wie etwa Aphrodite und Demeter, um sich deren Qualitäten anzueignen. Idealportraits gaben dementsprechend nicht die tatsächliche Erscheinung der dargestellten Person wieder, sondern nur eine idealisierte; individuelle Portraitzüge blieben auf den Kopf beschränkt.

Im Laufe der späten Republik und vor allem der frühen Kaiserzeit nutzten immer breitere Schichten der Gesellschaft das Portrait zur Selbstdarstellung. Diese Privatportraits wurden als Ehrenstatuen in öffentlichen Räumen wie auch im privaten Bereich der Grabmäler und Häuser aufgestellt und bewundert. Auffallend ist, dass die Privatportraits oft eine frappierende Ähnlichkeit zu den Kaisern aufweisen. Dies erklärt sich aus der Vorbildfunktion der damals Herrschenden und der Loyalität, die man ihnen gegenüber aufbrachte.

Auch für Frauenportraits wurden statuarische Motive gewählt. Qualitäten wie weibliche Schönheit, aber auch eheliche Treue und familiäre Fürsorge standen im Mittelpunkt der Betrachtung. Das so genannte "Zeitgesicht" spiegelt die jeweiligen Sitten, Moral und Modeerscheinungen der Zeit wieder. Beispielsweise stellt der Portraitkopf eines Mädchens eine seit dem Frühhellenismus um 300 vor Chr. in Griechenland beliebte Frisur dar.

Die Ausstellung wurde anlässlich des Römerjahrs 2005 zusammengestellt. Seminardirektor Professor Tonio Hölscher sowie "spiritus rector" Dr. Hermann Pflug lobten das Engagement und die konsequente Arbeit der am Projekt Beteiligten. Sieben Studentinnen, einige Hilfskräfte, ein Fotograf und Computerdesigner sowie eine Restauratorin hätten Hervorragendes geleistet.

"Das Gesicht Roms" zeigt nicht nur Repliken aus Gips in Form von Büsten, lebensgroße und überlebensgroße Statuen, sondern führt auch sehr anschaulich mit Texttafeln in die Kleidung der damaligen Zeit ein. Auch die farbige vergoldete Rekonstruktion eines Nerokopfes ist zu bewundern. "Das Gesicht Roms" ist eine sehr empfehlenswerte Ausstellung für Fachleute und Laien: Sie bietet ein fulminant sinnliches Erlebnis, ist gut strukturiert und keineswegs mit Textinformation überfrachtet.

Bettina Weiss

INFO: Die Ausstellung "Das Gesicht Roms" im Seminar für Klassische Archäologie der Universität Heidelberg, Marstallhof 4, läuft bis zum 12. Februar 2006.
Öffnungszeiten: Di., Do., Fr., Sa. 15 bis 17 Uhr; Mi. 15 bis 19 Uhr; So. 11 bis17 Uhr.
Über Führungen und Vorträge informiert www.klassische-archaeologie.uni-hd.de



Rückfragen bitte an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
www.uni-heidelberg.de/presse

Irene Thewalt
Tel. 06221 542311, Fax 542317
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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