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8. November 2005

Knochenmarkzellen als Schutz vor Amputation?

Medizinische Universitätsklinik Heidelberg sucht Teilnehmer für klinische Studie zur innovativen Therapie von Fußgeschwüren – Erste erfolgreiche Behandlung eines Einzelfalls in Deutschland jetzt publiziert

Erstmals in Deutschland ist ein Einzelfallbericht über eine lokale Behandlung mit Knochenmarkzellen eines Wundgeschwürs bei Diabetes veröffentlicht worden, die ein aussichtsreiches Ergebnis gezeigt hat. Für eine klinische Studie, die diese innovative Therapie auf ihre Wirksamkeit testet, sucht die Medizinische Universitätsklinik Heidelberg Teilnehmer. Die wissenschaftliche Arbeit des Studienarztes Dr. Per Humpert wird von der Manfred Lautenschläger Stiftung, Heidelberg, unterstützt.

Fuß- und Beingeschwüre im Rahmen des 'diabetischen Fußsyndroms' sind ein häufiges und langwieriges Problem bei Zuckerkrankheit. Jeder fünfte Diabetiker ist betroffen, es droht schlimmstenfalls eine Amputation. In Deutschland erkranken jährlich rund 120.000 Patienten erstmals am diabetischen Fußsyndrom.

Am Universitätsklinikum Heidelberg wurde vor zwei Jahren eines der wenigen regionalen Zentren zur Behandlung des diabetischen Fußes eingerichtet. In interdisziplinärer Zusammenarbeit von Internisten und Chirurgen werden dort Patienten mit diabetischem Fußsyndrom behandelt. Bei einigen Patienten zeigen sich jedoch hartnäckige Wunden, die unter Standardtherapie nicht abheilen.

Knochenmarkzellen sorgen für Wundverschluss und bessere Durchblutung

"Knochenmarkzellen sind sehr vielseitig", sagt Professor Dr. Peter Nawroth, Ärztlicher Direktor der Abteilung Endokrinologie und Stoffwechsel der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg. Einige der Zellen haben das Potenzial, in fremde Gewebe einzuwandern und dort das erneute Wachstum von Blutgefäßen, Muskelgewebe und Haut zu stimulieren bzw. sich in Zellen dieser Gewebetypen umzuwandeln.

Bei dem Patienten konnte bereits sieben Tagen nach der lokalen Verabreichung der Knochenmarkzellen in das Geschwür beobachtet werden, dass die Durchblutung verbessert war, und die Wundfläche sich verkleinert hatte. Nebenwirkungen waren nicht zu beobachten.

Die Medizinische Universitätsklinik Heidelberg sucht nun Patientinnen und Patienten, die am diabetischen Fußsyndrom mit Fuß- oder Beingeschwüren leiden und Interesse an einer Erprobung der neuen Behandlungsform haben.

Interessenten für die Teilnahme an der Studie wenden sich bitte an:
Christine Comtesse oder Dr. Per M. Humpert
06221 – 56-8602(-8787), 13-16 Uhr
E-Mails:
Christine Comtesse: christine.comtesse@med.uni-heidelberg.de
Dr. Per Humpert : per.humpert@med.uni-heidelberg.de

Literatur:
Exp Clin Endocrinol Diabetes. 2005 Oct;113(9):538-40

(Der Originalartikel kann bei der Pressestelle des Universitätsklinikums Heidelberg unter contact@med.uni-heidelberg.de angefordert werden)

Pressemitteilung zur Fußambulanz der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg: http://idw-online.de/pages/de/news78958



Rückfragen bitte an
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 – 56 45 36
Fax: 06221 – 56 45 44
Handy: 0170 – 57 24 725
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de
www.klinikum.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg


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