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24. November 2005

"Unter Freunden herzlich willkommen"

Rektor Hommelhoff begrüßte früheren polnischen Außenminister Professor Wladyslaw Bartoszewski als "engagierten Kämpfer gegen Hass, Diskriminierung und Intoleranz" zu einem Vortrag in der Alten Aula

"Von Herzen gern" begrüßte der Rektor der Universität Heidelberg, Prof. Dr. Peter Hommelhoff, den früheren polnischen Außenminister Professor Wladyslaw Bartoszewski und zahlreiche Gäste zu einem Vortrag Bartoszewskis in der Alten Aula. Er freue sich, dass das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma die Universität ausgesucht habe, um dem "für uns so wichtigen Vortrag zur schwierigen Aussöhnung von Polen und Deutschen einen angemessenen Rahmen zu geben".

Für die Universität komme in dieser Veranstaltung ihr offenes und konstruktives Verhältnis zum Zentrum der Sinti und Roma zum Ausdruck, aber zugleich die tief emotionale Verbindung mancher Universitätsangehöriger zu ihren Partnern in Warschau und Krakau. Insbesondere die Partnerschaft mit der Jagiellonen-Universität zähle für die Ruprecht-Karls-Universität zu den exklusiv strategischen", so Hommelhoff.

Dem Publikum brauche Professor Bartoszewski, der Brückenbauer zwischen Polen und Deutschen, eigentlich nicht vorgestellt zu werden; er sei vielfältig hervorgetreten und prominent geehrt worden: mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, mit dem Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf, wo ihm der Pariser Erzbischof, Kardinal Jean Marie Lustiger, die laudatio hielt, mit der Ehrenbürgerwürde der Universität Augsburg und als erster Pole mit dem Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. "Unvergessen bleibt Ihre Rede vor dem Deutschen Bundestag", sagte Hommelhoff, an Bartoszewski gewandt.

"Kampf wider das Vergessen, so beschreibt Kardinal Lustiger das Grundthema Ihrer publizistischen und wissenschaftlichen Arbeit. Geprägt vom Aufenthalt im KZ Auschwitz, dem Sie Gottlob entkommen konnten, haben Sie sich während der deutschen Okkupation in Warschau unter eigener Lebensgefahr darum bemüht, den bedrohten jüdischen Mitbürgern zu helfen. Dafür hat Ihnen der Staat Israel später mit dem Ehrentitel eines ‚Gerechten unter den Völkern der Erde' gedankt."

Nach dem Krieg wurde Bartoszewski, Unterleutnant in der Heimatarmee im Untergrund Warschaus, erneut auf acht lange Jahre verurteilt – diesmal wegen des Vorwurfs angeblicher Spionage. Dies Urteil wurde erst 1955 durch das Höchste Polnische Militärgericht als unrechtmäßig kassiert. Das wiederum habe ihn in den siebziger Jahren nicht vor mannigfachen Repressalien wegen der oppositionellen Einstellung und im polnischen Kriegszustand 1981/82 vor der Internierung bewahrt. "Dass Sie nach der Wende zwei glückliche Jahre, aber viel zu kurze Zeit polnischer Außenminister waren, ist in diesem Raum jedem geläufig", so Hommelhoff.

Die persönlichen Erfahrungen Bartoszewskis unter zwei totalitären Regimen habe ihn zu einem engagierten Kämpfer gegen Hass, Diskriminierung und Intoleranz werden lassen, aber auch zu einem unermüdlichen Verfechter des Ausgleichs zwischen Deutschland und Polen. "Man wird Sie einen Freund der Deutschen nennen dürfen, der diese zu Freude und Stolz auf das ermuntert, was sie nach 1945 zuwege gebracht haben. Für Ihre Freundschaft haben wir Ihnen von Herzen zu danken."

Hommelhoff an Bartoszewski: "Seien Sie unter Freunden herzlich willkommen."



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Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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