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18. Oktober 2005

Weltsichten – Weltbilder: vom Bild zur Wahrnehmung

Vortragsreihe des Zoologischen Instituts beleuchtet in diesem Wintersemester unterschiedliche Sichtweisen der Welt – Beginn: 30. Oktober 2005 mit einem Einführungsvortrag über "die Welt aus vielen Sichten" von Prof. Randolf Menzel, Institut für Biologie, FU Berlin – 11.00 Uhr, Zoologisches Institut, Im Neuenheimer Feld 230

Seit über 25 Jahren finden in jedem Wintersemester im Zoologischen Institut der Universität Heidelberg vor Hunderten von Interessierten Sonntags-Matineen statt, in denen besonders ausgewiesene Wissenschaftler aus ihrem Forschungsgebiet berichten.

Am 30. Oktober werden die Sonntags-Matineen fortgeführt. Das Thema des Wintersemesters 2005/2006 heißt "Weltsichten – Weltbilder: vom Bild zur Wahrnehmung". 14 ausgewiesene Redner aus verschiedenen Fächern, zum Beispiel Zoologie, Ethnologie, Zellbiologie, Psychiatrie, Geowissenschaften, Ernährungslehre, Neurobiologie, Virologie und Jura, werden zu dem Thema in einstündigen Vorträgen Stellung beziehen. Die Vorträge finden sonntags von 11.00-12.00 Uhr im Großen Hörsaal des Instituts für Zoologie der Universität Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 230, statt.

Illustration zur Vorlesungsreihe
In der diesjährigen Vorlesungsreihe "Weltsichten – Weltbilder: Vom Bild zur Wahrnehmung" werden 14 ausgewiesene Redner aus Zoologie, Ethnologie, Zellbiologie, Psychiatrie, Geowissenschaften, Ernährungslehre, Neurobiologie, Virologie und Jura die Welt aus verschiedenen Sichten darstellen.

Kein Tier und auch kein Mensch – weder der Begabteste noch der Gebildetste – erfasst seine gesamte Umwelt, sondern immer nur einen mehr oder minder kleinen Ausschnitt. Aus der Zoologie wissen wir, dass Tiere oftmals ein völlig anderes Bild von der Welt entwickeln als Menschen. Wir können es wissenschaftlich zwar in vielen Fällen beschreiben und präzise messen, aber es uns nicht eigentlich vorstellen: Mit einem elektrischen Sinn orientieren sich Fische in trübem Wasser sehr präzise; ultraviolettes Licht leitet Myriaden von Insekten von Blüte zu Blüte; polarisiertes Himmelslicht kann Insektengesellschaften mit Zehntausenden von Individuen zusammenhalten; das Magnetfeld der Erde ermöglicht Vögeln die Orientierung auf Wanderungen, die sich über Tausende von Kilometer erstrecken können; Infrarotbilder leiten Schlangen bei voller Dunkelheit zu ihrer warmblütigen Beute; einzelne Moleküle führen Sexualpartner diverser Tierarten zueinander und halten Gesellschaften aus Millionen von Insekten zusammen; der Giftgehalt eines potentiellen Partners kann über Ja oder Nein einer bevorstehenden Kopulation entscheiden.

Was machen sich jedoch Menschen für ein Bild von der Welt, in der sie leben? Das oben Gesagte – und sehr viel mehr – bleibt uns verschlossen. Wie alle anderen Organismen ist uns nur ein Ausschnitt zugänglich, und in diesem Ausschnitt können wir lernen und differenzieren. Aber tun wir das hinreichend? Schöpfen wir unsere Möglichkeiten aus? Wollen wir überhaupt etwas dazulernen? Sind unsere Weltbilder wirklich so differenziert wie es viele annehmen? Oder gibt es auch Systeme, die gerade das Gegenteil bewirken, nämlich ein simples Bild befördern, welches – irgendwie – Ruhe und Befriedigung schafft, aber nicht zur Horizonterweiterung und möglichen Problemlösungen führt. Die 14 ausgewählten Redner werden, aus 14 Wahrnehmungsfeldern kommend, das Weltbild der interessierten Besucherinnen und Besucher unserer Sonntagsvorträge um ihre Sichtweise erweitern.

Die Reihe beginnt am 30. Oktober 2005 mit einem Einführungsvortrag über "Die Welt aus vielen Sichten" von Prof. Dr. Randolf Menzel, Institut für Biologie, FU Berlin und Träger der diesjährigen Karl-Ritter von Frisch-Medaille der Deutschen Zoologischen Gesellschaft.

In dem Eröffnungsvortrag wird gezeigt, dass unsere Sinnesorgane das Tor zur Welt sind. Nur das, was sie dem Gehirn mitteilen und was sie an Information im Gehirn aufrufen, ist uns zugänglich. Dabei ist nicht immer Verlass auf unsere Sinne und unser Gehirn. Es ist auch nur ein kleiner Ausschnitt all der Ereignisse in der Welt, die wir wahrnehmen können. Viele Tiere sind uns weit überlegen, wenn es um die physikalischen und chemischen Phänomene in der Welt geht. Der Vortrag wird in die biologischen Möglichkeiten und Grenzen der Welterkenntnis einführen, wird unsere Wahrnehmung mit der von Tieren vergleichen und wird manches Phänomen demonstrieren, das zu einer irreführenden "Welterkenntnis" führt.

Das Programm im Einzelnen:

30.10.2005
Die Welt aus vielen Sichten – eine Einführung
Prof. Dr. Randolf Menzel, Institut für Biologie, FU Berlin
6.11.2005
Ethnozentrismus und Menschenbild: Eine kulturvergleichende und evolutionsbiologische Betrachtung
Prof. Dr. Wulf Schiefenhövel, Max-Planck-Institut für Ornithologie, Andechs
13.11.2005
Die Kriminalität des Spitzensports – und das Schweigen der Wissenschaft
Prof. Dr. Werner Franke, Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg
20.11.2005
Sucht – Gene, Mäuse, Menschen
Prof. Dr. Michael Soyka, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, München
27.11.2005
To see or not to see – Der Einfluss von Aufmerksamkeit auf die visuelle Wahrnehmung
Prof. Dr. Stefan Treue, Deutsches Primatenzentrum, Göttingen
4.12.2005
Biomineralisation – Geo-biologische Wechselwirkung zwischen anorganischer und organischer Welt
Prof. Dr. Joachim Reitner, Zentrum für Geowissenschaften, Göttingen
11.12.2005
Gefahren von Bildschirmmedien
Prof. Dr. Manfred Spitzer, Klinik für Psychiatrie, Ulm
18.12.2005
Essen zwischen Lust und Frust
Prof. Dr. Volker Pudel, Ernährungspsychologische Forschungsstelle, Universität Göttingen
8.1.2006
Urlaubsküsten – von Organismen geschaffen
Dipl.-Geol. Rolf Reinicke, Deutsches Meeresmuseum, Stralsund
15.1.2006
Neurobiologie der Wahrnehmung
Priv.-Doz. Dr. Rainer Friedrich, Max-Planck-Institut für Medizinische Forschung, Heidelberg
22.1.2006
Seuchen gestern und morgen – Der Mensch in den Augen eines Virologen
Prof. Dr. Hans-Georg Kräusslich, Hygiene-Institut, Universität Heidelberg
29.1.2006
Die mobile Welt in den Augen eines kritischen Verkehrsgeographen
Prof. Dr. Heiner Monheim, Institut für Angewandte Geographie, Trier
5.2.2006
Synästhesie als Lebensform
Prof. Dr. Dr. Hinderk M. Emrich, Abt. Klinische Psychiatrie und Psychotherapie, Hannover
12.2.2006
Die Steuer als Ausdruck der Staatsverfassung
Prof. Dr. Paul Kirchhof, Institut für Finanz- und Steuerrecht, Universität Heidelberg

Das Zoologische Museum ist an den Vortragssonntagen von 10.00-12.00 Uhr geöffnet.



Rückfragen bitte an:
Prof. Dr. Volker Storch oder Dr. Henner Hollert
Tel. 06221 545655 oder 545650, Fax 546162
Volker.Storch@urz.uni-heidelberg.de
Henner.Hollert@urz.uni-heidelberg.de

Allgemeine Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
www.uni-heidelberg.de/presse

Irene Thewalt
Tel. 06221 542311, Fax 542317
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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