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26. Oktober 2005

Wambsganß erklärt das Universum

Professor Joachim Wambsganß eröffnet die diesjährige Kinderuniversität mit "Sonne, Mond und Sterne"

Joachim Wambsganß ist einer, der das Staunen nicht verlernt hat. Was denkt der Professor, wenn er nachts in den Sternenhimmel schaut? "Wie faszinierend und wie wundervoll die Natur doch ist", kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen. Eigentlich erstaunlich, denn der 44-Jährige ist Direktor des Zentrums für Astronomie der Universität Heidelberg (ZAH) und Leiter des Astronomischen Rechen-Instituts in der Mönchhofstraße. Monden, Sternen und Planeten nähert er sich also von Berufs wegen eher von der nüchternen Seite.

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Über "Sonne, Mond und Sterne" berichtet Professor Joachim Wambsganß bei der Eröffnungsvorlesung der diesjährigen Kinder-Universität.
Foto: Dagmar Welker

Trotzdem ist der Wissenschaftler noch immer ein begeisterter Forscher. Das werden auch die kleinen Studierenden der Kinder-Universität spüren. Wambsganß Vorlesung bildet nämlich am Samstag, 5. November, um 14 Uhr den Auftakt der diesjährigen Reihe. Dabei wird der Astronomieprofessor, der schon in der Schule alles liebte, was mit Mathe oder Physik zu tun hatte, nicht nur erklären, wie Tag, Monat und Jahre entstehen, sondern auch, wie sich am Himmel alles um einander dreht.

Himmlische Begeisterung

"Nun, ich war halt ein paar Mal mit dem richtigen Arbeitsgebiet zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle", erklärt der Professor mit dem sympathischen Lächeln. Mit Bedacht hat er schon als Student Universitäten gewählt, an denen neben Physik auch Astronomie angeboten wird: zunächst die Heidelberger Ruperto Carola, später die Uni München. Dort schrieb er auch seine Doktorarbeit, bevor er zwei Jahre an der amerikanischen Elite-Uni Princeton verbrachte. Anschließend kehrte er zurück, war erst in Garching, ab 1994 am Astrophysikalischen Institut Potsdam. 1999 wurde er als Professor an die Universität Potsdam berufen, seit gut einem Jahr ist Wambsganß nun in Heidelberg.

Sein Spezialgebiet? "Der Gravitationslinseneffekt und die Suche nach extrasolaren Planeten". Klingt ziemlich schwierig, ist es aber nicht. Extrasolare Planeten sind Planeten, die sich um andere Sonnen als die unsrige drehen. Allerdings ist die Suche nach ihnen nicht einfach, weil Planeten ja nicht selbst leuchten. Professor Wambsganß und seine Forschungsgruppe müssen sie also auf indirekte Weise über die Schwerkraftwirkung nachweisen. Und da kommt dann auch der Gravitationslinseneffekt ins Spiel. Die Wissenschaftler benützen dafür einen Stern der Milchstraße quasi als Hintergrundlampe. Trifft das Licht auf einen vorüberziehenden Planeten, wird es durch die Schwerkraft links und rechts um den Planeten herumgeleitet und verstärkt. Die Beobachter auf der Erde sehen dann manchmal zwei Sterne oder beobachten ein kurzes Flackern.

Das kann fotografiert und daraus dann der Planet "berechnet" werden. "Einstein hat das vorhergesagt, aber nicht geglaubt, dass es jemals beobachtet werden kann", freut sich Wambsganß. Die Chance, so einen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems zu entdecken, steht eins zu 100 Millionen.

Einen richtigen Namen kriegen die neu entdeckten Planeten nicht, nur eine Kombination aus Zahlen und Buchstaben. Trotzdem gibt es einen Kleinplaneten zwischen Mars- und Jupiterbahn, der den schönen Namen "19162 Wambsganß" trägt. "Seit 300 Jahren gibt es das Institut und nach jedem Leiter wurde ein Kleinplanet benannt", weiß der Geehrte. "Und da schlug unser Mitarbeiter Dr. Lutz Schmadel, der diesen Kleinplaneten entdeckt hatte, vor, er solle nach mir heißen."

Wenn er nicht gerade forscht, lehrt, organisiert oder verwaltet, entspannt sich Joachim Wambsganß bei klassischer Musik, liest zeitgenössische Romane oder ist sportlich unterwegs. Jetzt freut er sich aber erst einmal auf seine Kinder-Vorlesung. Was er daran am schönsten findet? Dass die Mini-Studenten immer so voll bei der Sache sind und spontan reagieren: Himmlische Begeisterung eben.

Kirsten Baumbusch

INFO: Anmeldung zur Kinderuniversität im Internet bis Montag, 31. Oktober, unter www.kinderuni-heidelberg.de möglich. Telefonisch bis Freitag, 28. Oktober, 9 bis 12 und 13 bis 15 Uhr, 06221/543659.



Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
www.uni-heidelberg.de/presse

Irene Thewalt
Tel. 06221 542311, Fax 542317
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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