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10. Oktober 2005

Zielrichtung: Zentralorgan

Neue Zeitschrift "wagnerspectrum" – Mitherausgeber Dieter Borchmeyer

Neue Zeitschrift   

Die Wissenschaft hält für jeden namhaften Komponisten ein eigenes Jahrbuch bereit – möchte man meinen. Doch für Richard Wagner galt dies bislang nicht. Einzig in England versammelt sich die Wagnerforschung in einem zentralen Organ: der Zeitschrift "wagner" welche früher einmal "The Meister" hieß. In der Heimat hingegen wagte sich bisher niemand an eine entsprechende wissenschaftliche Zeitschrift. "Viele hatten wohl die Befürchtung, ein solches Werk könne zu einem sektiererischen Blatt werden", meint der Heidelberger Germanist Dieter Borchmeyer. "Das abschreckende Beispiel waren die ideologisch geprägten ‚Bayreuther Blätter', die bis in die 30er Jahre erschienen."

Doch dies änderte sich vor kurzem – mit dem Start einer neuen Zeitschrift, die erstmals anlässlich der Bayreuther Festspiele im Juli erschien. "wagnerspectrum" ist der schlichte Name des halbjährlich erscheinenden Publikationsorgans, das sich als ein meinungsoffenes Zentrum der internationalen Wagner-Forschung versteht. "Dabei liegt uns vor allem die Zusammenführung der verschiedenen wissenschaftlichen Bereiche am Herzen. Denn die Wagnerforschung wird natürlich keineswegs nur im Bezug auf die Musik betrieben, sondern hat auch literarische, gesellschaftliche, politische oder geschichtliche Dimensionen", erklärt Prof. Borchmeyer. Er gilt als einer der bekanntesten deutschen Wagnerforscher und zählt zum sechsköpfigen Kreis der Herausgeber. "Mit der neuen Zeitschrift wollen wir eine Art Zentralorgan der Forschung etablieren, verteilten sich doch bisher die Aufsätze aus den verschiedenen Fachkreisen auf die unterschiedlichsten Publikationen. Wenn man also etwas zur Musik Richard Wagners suchte, musste man in entsprechenden musikwissenschaftlichen Zeitschriften suchen – bei den anderen Disziplinen verhielt sich das ähnlich. Dem wollen wir nun abhelfen", fasst der Heidelberger Germanist das Anliegen der Herausgeber zusammen.

Zu diesen zählen neben ihm selbst noch Hermann Danuser (Humboldt-Universität Berlin), Sven Friedrich (Richard-Wagner-Museum mit Nationalarchiv der Richard-Wagner-Stiftung, Haus Wahnfried, Bayreuth), Ulrike Kienzle (Universität Frankfurt am Main), Hans R. Vaget (Smith College, Northampton, MA; USA) und nicht zuletzt Udo Bermbach von der Universität Hamburg. "Er war letztlich auch der Initiator des ganzen Projekts", berichtet Borchmeyer. Dabei stand zu Beginn nicht nur die Frage nach den Inhalten auf dem Programm, sondern auch die sehr profane Suche nach einem Verlag, der sich der Sache annehmen würde.

"wagnerspectrum" soll weder zu einem Sammelbecken esoterischer oder populistischer Themen werden, noch sollen sich die Artikel zu weit vom jeweils vorgegebenen Rahmenthema entfernen, das in jeder Ausgabe eine neue Facette der Wagnerforschung präsentiert. Hierbei möchte die Zeitschrift vor allem durch eine kontroverse Sicht der Dinge auch die aktuellen Diskussionen zu Wagner und seinen Werken anregen und fördern – und wendet sich in diesem Zusammenhang sowohl an Wissenschaftler wie an ein breites Publikum. Im ersten Heft stand "Tristan und Isolde" im Zentrum, während in der im Dezember erscheinenden zweiten Nummer der Schwerpunkt auf dem Leitthema "Regietheater versus Werktreue" liegt. Die beiden Heft des nächsten Jahres werden sich anlässlich des neuen Bayreuther "Rings" von Christian Thielemann und Tankred Dorst Wagners Tetralogie sowie seiner Beziehung zum Buddhismus widmen.

Die Zeitschrift enthält nicht nur deutsche, sondern auch englische Beiträge. "Die Zweisprachigkeit war uns besonders wichtig, so dass wir allen Beiträgen eine kurze Zusammenfassung in der jeweils anderen Sprache anfügen werden", erklärt Dieter Borchmeyer. "Neben Aufsätzen, Essays, Berichten über den Stand der Forschung oder Diskussionen zu Richard Wagner, seinem Werk und seiner Rezeption wollen wir aber auch Kongress- und Tagungsberichte, Interviews mit Sängern, Dirigenten und Regisseuren und Berichte über wichtige Wagner-Aufführungen an deutschen und ausländischen Bühnen bieten, sowie Rezensionen zu Literatur, CDs und DVDs", fasst der Heidelberger Wissenschaftler das Programm zusammen.

Heiko P. Wacker

Dieter Borchmeyer u.a.: wagnerspectrum. Heft 1/2005. Schwerpunkt: Tristan und Isolde. Verlag Königshausen & Neumann Würzburg 2005, 287 Seiten, kartoniert, ISSN 1614-9459, Einzelband 15,80 Euro (zzgl. Porto); Abo-Preis 11,50 Euro.



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