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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
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30. September 2005

Der Technologiepark ist ein Treibhaus für die Zukunft

Nach 20 Jahren Wachstum existieren weltweite Kooperationen – Über 60 Firmen pflegen 17 weltweite Kooperationen – Am Explo darf die Jugend forschen

Die Märkte der Zukunft liegen im Bereich Informationstechnologie, Biotechnologie und Werkstofftechnik. Der Wettbewerb um sie ist mit hohem Mitteleinsatz entbrannt. Doch oft ist der Weg vom Geistesblitz zum marktreifen Produkt steinig. Mit dem Ziel, den Gründungsprozess professionell zu fördern, wurde der Heidelberger 1985 als einer der ersten deutschen Technologieparks ins Leben gerufen. Und obwohl die Biotechnologiebranche seitdem Auf- und Abschwünge erlebte, boomte der Heidelberger Park und darf heute als ein Erfolgsmodell gelten, das seinesgleichen sucht.

Der Technologiepark ist ein Treibhaus für die Zukunft
Seit 20 Jahren auf Expansionskurs: der Technologiepark. Auch im Internetzeitalter spielt die räumliche Nähe zu den großen Forschungseinrichtungen im Neuenheimer Feld eine entscheidende Rolle.
Foto: privat

"Worum es uns geht, ist jungen und sich entwickelnden Firmen zunächst einmal ein Zuhause zu geben", so Dr. Klaus Plate, Geschäftsführer der Technologiepark Heidelberg GmbH. "Weiter versuchen wir so unbürokratisch wie irgend möglich, alle anfänglich auftauchenden Probleme zu beseitigen. In einem dritten Schritt binden wir die Firmen in unsere Netzwerke ein. Wir pflegen regional, national und international jene Kontakte, die sie zu weiterem Wachstum benötigen." Worum es jedoch nicht gehe, sei, Komplettlösungen anzubieten und Geld zuzuschießen.

Rund 940 Fachleute arbeiten...

Der Technologiepark verstehe sich lediglich als Treibhaus für die zarten Pflänzchen der Neugründungen. Sie müssten aber von Anfang an wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen und sich im rauen Wind des Wettbewerbs behaupten. Auch für größere Firmen bleibe die aktive Netzwerkpflege entscheidend. Gegenwärtig unterhalte man 17 Kooperationen mit Biostandorten weltweit, so Plate.

Mittlerweile hat das Konzept Technologiepark sicherlich seinen Teil dazu beigetragen, dass Heidelberg zu den Top-Wachstumsstandorten der Republik zählt. Nur die Biotech-Regionen München und Berlin entwickelten sich ähnlich erfolgreich. Bei seiner Gründung von 20 Jahren siedelten sich 11 Unternehmen im Park an, rund 6000 Quadratmeter Büro- und Laborflächen standen damals zur Verfügung. Heute sind es über 60 Firmen und wissenschaftliche Einrichtungen aus dem Bereich Bio- und Informationstechnologie sowie Life Sciences.

2004 wurde der dritte und bislang letzte Bauabschnitt mit einem Volumen von rund 70 Millionen Euro fertig gestellt, insgesamt stehen damit 50 000 Quadratmeter Büro- und Laborflächen zur Verfügung und rund 940 Mitarbeiter finden im Technologiepark Arbeit. Der Hauptstandort ist auf dem Universitätsgelände im Neuenheimer Feld, ein kleinerer Ableger findet sich in der Nähe des Hauptbahnhofs. Tatsächlich gab es eine ganze Reihe von Faktoren, die diese expansive Entwicklung begünstigten. Vor allem die fußläufige Nähe zu den großen Forschungseinrichtungen der Universität, den Max-Planck-Instituten, dem DKFZ und dem Zentrum für Molekularbiologie erwies sich immer wieder als hilfreich.

Auch im Internetzeitalter blieb es letztlich doch das persönliche Gespräch, der rasche und unmittelbare Gedankenaustausch zwischen den Forschern, der oft die entscheidenden Fortschritte brachte. Nicht zuletzt können die Neugründungen auch unter den Studenten und Absolventen der Ruprecht-Karls-Universität gut ausgebildetes Personal rekrutieren. Mit im regionalen Netzwerk engagieren sich überdies große privatwirtschaftliche Firmen der Region wie BASF, Roche Diagnostics oder Merck – ebenfalls ein Vorteil für die Newcomer im Park. Eine wichtige Rolle spielte auch die Nähe zum Frankfurter Flughafen. Die gute verkehrstechnische Erreichbarkeit Heidelbergs war für viele Wissenschaftler und Manager ein entscheidendes Kriterium, sich am Standort Heidelberg dauerhaft zu engagieren.

"Gleichwohl stehen wir auch heute noch vor erheblichen Herausforderung", so Plate. "Eine davon ist die Finanzierung junger und wachsender Unternehmen. Dies gestaltet sich in Deutschland schwierig". Während sich hierzulande nach den Boomjahren und dem Absturz so mancher Firma eine nachhaltige Skepsis bei den Anlegern breit machte, fließen in den USA längst wieder erhebliche finanzielle Mittel in die Zukunftsbranchen. Bei der Biotechnologie gehen Schätzungen von einem gegenwärtig etwa zehnmal höheren Investitionsvolumen als in Deutschland aus. Dementsprechend größer sind die in Übersee generierten Gewinne.

So erweisen sich die Amerikaner nicht nur in vielen Bereichen mittlerweile als Markt dominierend, die deutschen Firmen geraten auch immer mehr ins Übernahme-Visier. Plate schätzt die Lage wie folgt ein: "Wenn wir nicht aufpassen, werden wir ‚hunting area', also zum Jagdgebiet. Die besten Firmen werden dann einfach aufgekauft und mit ihnen wandert Schlüsseltechnologie unwiederbringlich ins Ausland ab".

Auch das deutsche Steuerrecht erweise sich mitunter als ein erheblicher Hemmschuh. Vor allem die Schweiz und Kanada würden auf diesem Gebiet vormachen, wie man Gründungswillige anlocke und junge Firmen unterstütze. Trotz dieser nicht gerade rosigen Rahmenbedingungen verzeichne man Fortschritte. So ließen sich in Heidelberg mittlerweile vier auf Biotechnologie spezialisierte Venture Capital Unternehmen – also Geldgeber für Risikokapital – nieder, insgesamt verwalten sie immerhin 265 Millionen Euro.

...auf 50 000 Quadratmetern

Oberbürgermeisterin Beate Weber ist deshalb nicht nur zufrieden mit der Entwicklung des Technologieparks selbst, sondern vor allem auch über die Rückkopplungseffekte, welche in indirekter Weise auf den Standort Heidelberg durchschlagen: "Der Technologiepark ist ein wichtiger Schritt zur Sicherung unserer Zukunft. So formulierte es schon die erste Broschüre bei seiner Gründung vor 20 Jahren in ihrem Titel – inzwischen haben wir ihn umstrukturiert und erheblich weiterentwickelt."

Neue Wege möchte die Stadt mit dem so genannten "ExploHeidelberg" gehen, einer Einrichtung der Stiftung Jugend und Wissenschaft, die im Technologiepark untergebracht ist. Schüler können hier gemeinsam mit Forschern spielerisch wissenschaftliche Phänomene erfahren. In einer interaktiven Ausstellung, einem Lernlabor und einem Medienlabor sollen gezielt außerschulische Lernorte geschaffen werden, die bereits frühzeitig eine enge Bindung von Jugend und Wissenschaft herstellen.

Johannes Schnurr

INFO: Informationen im Internet unter www.technologiepark-heidelberg.de sowie über das Explo-Projekt unter www.explo-heidelberg.de



Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
www.uni-heidelberg.de/presse

Irene Thewalt
Tel. 06221 542311, Fax 542317
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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