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24. Oktober 2005

Auf der Spur der Steinzeitmenschen

Die Kinder-Uni im Netz interviewte die Urgeschichtlerin Gaelle Rosendahl im Reiss- Engelhorn-Museum – Sie lebten nicht nur in Höhlen

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Die richtige Berufsbezeichnung für Gaelle Rosendahl zu finden, ist gar nicht so einfach. In Belgien, da wo die 30-Jährige ursprünglich her stammt, ist sie Archäologin. In Deutschland, wo sie jetzt mit ihrem Mann lebt, nennt sie sich lieber Urgeschichtlerin mit Spezialgebiet Steinzeit, weil sonst alle glauben, sie hätte es mit den Alten Römern und den Alten Griechen zu tun.

Die findet die Forscherin zwar auch schon seit ihrer Schulzeit enorm faszinierend, aber im Reiss-Engelhorn-Museum, wo die Belgierin mit dem deutschen Doktorhut arbeitet, ist sie vor allem mit uralten Menschheitszeugnissen beschäftigt. Der Faustkeil zum Beispiel, den sie den Jung-Redakteuren präsentiert, hat zigtausend Jahre auf dem Buckel. Noch immer erkennt man aber ganz genau, wie er bearbeitet wurde. Das Erstaunliche dabei: Er fühlt sich gar nicht rau, sondern ganz glatt und angenehm an.

Noch kostbarer ist ein ungefähr 15000 Jahre alter Anhänger aus Knochen. "Ganz vorsichtig", schärft sie den kleinen Reportern des RNZ-Internet-Projektes ein. Sie selbst hat in ihrem noch jungen Forscherleben rund 15 Steinwerkzeuge selbst entdeckt und ausgegraben. Das ist gar nicht so einfach, denn für Nicht-Experten sehen die Steine auf den ersten Blick ganz unscheinbar aus. Dass Gaelle ihr Leidenschaft zum Beruf gemacht hat, strahlt ihr aus den Augen. Dabei muss sie, wenn sie nicht gerade Ausstellungen, wie die im Museum zu sehende über die "Steinzeit", vorbereitet, ganz viel ordnen. Inventarisieren nennt sich das bei den Wissenschaftlern. Im Klartext bedeutet das, dass jedes Stück aus der Museumssammlung nummeriert und beschrieben wird. Irgendwann, so hofft sie, wird dann alles in den Computer eingegeben, so dass sich jeder einen guten Überblick über die Schätze machen kann. Was fasziniert die Forscherin an ihrem Job, wollen die Jung-Redakteure wissen. "Ich habe großen Respekt vor den Steinzeit-Menschen", erklärt sie. Ihrer Ansicht nach war es nämlich eine reife Leistung, auf die Idee zu kommen, aus Steinen Werkzeuge zu machen.

Einfach ist das nicht. "Ich selbst fabriziere selbst aus dem schönsten Feuersteinen nur katastrophales Zeugs", lacht Gaelle Rosendahl. Wie wohl der erste Faustkeil erfunden wurde? "Ganz einfach", meint Rosendahl zu den Nachwuchs-Journalisten, "stellt euch vor, vor euch fällt eine Antilope tot um, ihr habt Hunger und kriegt sie nicht auf".

Die Wissenschaftlerin ist auch überzeugt, dass die Steinzeitleute unglaublich anpassungsfähig und flexibel waren. Außerdem waren sie sicher keine Höhlenbewohner. "Sie lebten an Höhlen", erklärt die Urgeschichtlerin. Aber meistens waren sie wohl draußen unterwegs. Überhaupt muss das Leben damals recht spannend gewesen sein. 1,30 Meter groß oder ein bisschen mehr maßen die Steinzeitmenschen. Ob sie so richtig wild behaart waren, weiß heute natürlich niemand mehr. Wenn sie 40 Jahre alt wurden, waren sie schon richtig uralte Opas. Die Steinzeit-Menschen trugen Lederbekleidung, da ist sich die Forschung ziemlich sicher. Sie aßen Fleisch, Pilze, Eier und Beeren.

Richtig faszinierend ist der "Kompagnon" der Steinzeitmenschen, der Höhlenbär. Ein imposanter Vegetarier, der in einer Eiszeit ausgestorben ist, weil er nicht mehr genug zu fressen fand. "Hätte man den als Haustier halten können?", will Kinder-Redakteurin Rebekka wissen. "Ich würde es lieber nicht probieren", rät die Fachfrau.

Kirsten Baumbusch

INFO: Die Kinder-Uni, ein wissenschaftsjournalistisches Projekt von und für Kinder im Internet. www.kinder-hd-uni.de.



Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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Irene Thewalt
Tel. 06221 542311, Fax 542317
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