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31. Oktober 2005

Robert-Koch-Nachwuchsforscherpreis an Virologen des Universitätsklinikums Heidelberg verliehen

Neues Zellsystem zur Vermehrung von Hepatitis C-Viren im Labor ausgezeichnet

Für seine herausragende Arbeit zur Erforschung von Hepatitis C und der Vermehrung des Virus in Zellkultur hat die Robert-Koch-Stiftung am 28. Oktober in Berlin Dr. Thomas Pietschmann, Abteilung Molekulare Virologie des Universitätsklinikums Heidelberg, mit ihrem Nachwuchswissenschaftler-Preis 2005 ausgezeichnet. Die Stiftung vergab gemeinsam mit den Deutschen Gesellschaften für Hygiene und Mikrobiologie, Immunologie und Virologie noch zwei weitere, jeweils mit 3.000 Euro dotierte "Postdoktorandenpreise" an Dr. Volkhard A. J. Kempf, Tübingen und Dr. Anne Krug, München.

Gewinner der Robert-Koch-Nachwuchsforscherpreise 2005 (von links): Dr. Thomas Pietschmann, Abteilung Molekulare Virologie des Universitätsklinikums Heidelberg, Dr. Volkhard A. J. Kempf, Tübingen und Dr. Anne Krug, München.
Gewinner der Robert-Koch-Nachwuchsforscherpreise 2005 (von links): Dr. Thomas Pietschmann, Abteilung Molekulare Virologie des Universitätsklinikums Heidelberg, Dr. Volkhard A. J. Kempf, Tübingen und Dr. Anne Krug, München.
Foto: Henning Lüders

Die Vergabe fand anlässlich der Verleihung des angesehenen Robert-Koch-Preises – Professor Dr. Brian J. Druker, Portland/USA wurde für seine bahnbrechenden Forschungsarbeiten über die medikamentöse Behandlung der chronischen myeloischen Leukämie, einer Form des Blutkrebses geehrt – statt. Außerdem wurde Professor Dr. Emil R. Unanue, St. Louis/USA für seine Arbeiten über Immunreaktionen, die durch Infektionserreger ausgelöst werden, mit der Robert-Koch-Medaille ausgezeichnet.

Erstmals kann kompletter Lebenszyklus des Virus nachvollzogen werden

Dem Heidelberger Forscher war es mit Hilfe eines neuen Zellkultursystems erstmals gelungen, Hepatitis C-Viren (HCV) im Labor zu vermehren. Somit kann jetzt der vollständige Lebenszyklus des HCV – also vom Eindringen in die Zelle über die Vermehrung innerhalb der Zelle bis zum Verlassen der infizierten Zelle – im Labor vollzogen und genauer untersucht werden, eine notwendige Voraussetzung für die Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten.

"Anhand elektronenmikroskopischer Aufnahmen der Viren und im Tierversuch konnten wir belegen, dass im Rahmen unserer Versuche tatsächlich authentische infektiöse Viren gebildet wurden", berichtet der Preisträger. "Durch weitere Experimente haben wir grundlegende Eigenschaften wie Größe und Dichte der HCV-Partikel erarbeitet sowie das Zellsystem für zukünftige Laborversuche vereinfacht." Außerdem konnten die Forscher zeigen, dass Antikörper gegen das zelluläre Oberflächenprotein CD81 sowie Antikörper, die aus dem Blut von Infizierten stammen, die Vermehrung des Virus zumindest teilweise hemmen.

Voraussetzung für die Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe geschaffen

Diese neuen Forschungsergebnisse wurden im Rahmen einer erfolgreichen Kooperation mit Wissenschaftlern um Professor Dr. Takaji Wakita, Tokio, Japan, Professor Dr. T. Jake Liang, Bethesda, USA sowie Professor Dr. Hans-Georg Kräusslich und Anja Habermann, Hygiene-Institut, Universitätsklinikum Heidelberg, in der von Professor Dr. Ralf Bartenschlager geleiteten Abteilung für Molekulare Virologie erarbeitet. Damit sind nun wesentlich bessere Voraussetzungen dafür geschaffen, Medikamente und Impfstoffe gegen das Virus zu entwickeln, das eine schleichende, oft tödlich endende Entzündung der Leber (Hepatitis) hervorruft.

Weltweit sind 170 Millionen Menschen mit dem Hepatitis C-Virus infiziert

Die Infektion mit HCV ist weltweit eine der häufigsten Ursachen der chronischen Hepatitis, der Leberzirrhose und des Leberzellkrebs. In Westeuropa sind ca. 1-2 Prozent der Allgemeinbevölkerung chronisch mit dem Virus infiziert; weltweit sind es ca. 170 Millionen Menschen. Bei etwa 75 Prozent der Infizierten entwickelt sich ein chronisches Leberleiden. Leberversagen als Folge einer chronischen Hepatitis C ist der häufigste Anlass für eine Lebertransplantation.

Neue Infektionen durch Bluttransfusionen sind nach der Einführung von Virustests zwar seltener geworden. Dennoch muss für die nächsten 10 bis 20 Jahre mit einer weiteren Zunahme von Patienten mit den Spätfolgen der chronischen Hepatitis C gerechnet werden, falls keine neuen Therapiemöglichkeiten entwickelt werden.

Bei Rückfragen:
Dr. Thomas Pietschmann
Abteilung Molekulare Virologie
Hygiene-Institut des Universitätsklinikums Heidelberg
Tel.: 06221 – 566449
E-mail: Thomas_Pietschmann@med.uni-heidelberg.de

Mehr Information im Internet: http://www.molecular-virology.uni-hd.de/

Literatur:
Pietschmann T, Bartenschlager R, Kräusslich HG, Habermann A: Production of infectious hepatitis C virus in tissue culture from a cloned viral genome. Nature Medicine, July 2005, Vol 11 No 7.

(Die Literatur kann unter contact@med.uni-heidelberg.de angefordert werden



Rückfragen bitte an
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 – 56 45 36
Fax: 06221 – 56 45 44
Handy: 0170 – 57 24 725
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de
www.klinikum.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg


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