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6. Oktober 2005

Universität Heidelberg ein spezieller Fall

RNZ-Gespräch mit dem polnischen Wissenschaftsminister Michal Kleiber – "Polen wichtig"

Der polnische Wissenschaftsminister Michal Kleiber hielt beim Heidelberger Festakt zur Verleihung des Lautenschläger-Forschungspreises 2005 an den Archäologen Tonio Hölscher in der Alten Aula den Festvortrag. Zuvor gab er Auskunft über den Stand der deutsch-polnischen Wissenschaftsbeziehungen.

Herr Minister Kleiber, wie sind die deutsch-polnischen Wissenschaftsbeziehungen 60 Jahre nach Kriegsende?

Sie werden mit jedem Jahr besser. Ich war in der Vergangenheit selbst an dieser Zusammenarbeit beteiligt. Schon vor 30 Jahren bin ich als Humboldt-Stipendiat nach Deutschland gekommen und etwa sechs Jahre geblieben: zunächst als Stipendiat, dann als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Stuttgart. Eine besondere Rolle spielen natürlich die letzten 15 Jahre, aber auch schon zuvor gab es eine starke Kooperation. Allerdings bin ich nicht zufrieden mit dem Niveau der Zusammenarbeit. Vor allem fahren noch zu wenige deutsche Wissenschaftler nach Polen: Während jedes Jahr ein paar tausend polnische Forscher nach Deutschland gehen, macht der Austausch in umgekehrter Richtung nur ein Drittel dieser Zahl aus. Hier sollte es eine Annäherung geben, denn der wissenschaftliche wie soziale Standard in Städten wie Warschau, Krakau oder Posen ist sehr hoch.

Haben Sie einen Überblick über die Zahl der Kooperationen?

Zunächst sind mehr als 10.000 polnische Studenten an deutschen Hochschulen – das ist eine gute Ausgangsposition. Dann kommen jedes Jahr 2500 polnische Wissenschaftler – etwa als DAAD-Stipendiaten – nach Deutschland. Aber nicht mehr als 1000 Deutsche kommen nach Polen.

In den Heidelberger Kooperationen gibt es auch diese umgekehrte Richtung.

Ja, die Universität Heidelberg ist ein spezieller Fall. Denn ihre Zusammenarbeit mit den Universitäten in Warschau, Krakau und anderen Städten beruht auf Gegenseitigkeit. Zu solchen bilateralen müssen in der Europäischen Union die multilateralen Aktivitäten kommen: Und da gibt es Hunderte von Projekten, in denen die polnische wie die deutsche Seite vertreten sind. Dennoch ist Deutschland für Polen der Partner Nummer eins in der wissenschaftlichen Zusammenarbeit. Dies gilt umgekehrt zwar nicht, aber Polen ist auch ein wichtiger – und immer wichtigerer – Partner Deutschlands.

Sind die beiden Graduiertenkollegs in Warschau und Krakau die wichtigsten Heidelberger Projekte in Polen?

Das glaube ich schon. Ich kenne das Warschauer Graduiertenkolleg sehr gut, weil ich damit etwas zu tun hatte. Hier gibt es eine vorbildliche Zusammenarbeit. Wichtig ist auch das moderne Arbeitsgebiet: die Modellierung komplexer Prozesse – ein Thema, das für Biologen, Physiker oder Chemiker von großer Bedeutung ist. Hier liegt eine wichtige Zukunft der Wissenschaft.

Welche Perspektiven sehen Sie für die polnische Wissenschaft nach der EU-Osterweiterung?

Wir sehen große Perspektiven, haben aber auch Befürchtungen, weil viele junge Leute in Polen keine attraktive Arbeit finden. Sie können heute problemlos ins Ausland gehen, und darin liegt für uns eine große Gefahr.

Die juristischen Kooperationen zwischen Krakau und Heidelberg haben polnische Aktivitäten etwa in der Ukraine nach sich gezogen.

Wir sehen unsere Rolle unter anderem darin, Brücken etwa zwischen Deutschland und der Ukraine zu schlagen. Und wir führen sehr viele Projekte mit ukrainischen Partnern durch, auch mit Hilfe finanzieller Mittel der Europäischen Union. In Brüssel gibt es einen Fonds insbesondere für die Verbesserung der Kontakte zwischen den europäischen Mitgliedsstaaten und Osteuropa. Auf diesem Gebiet sind wir sehr aktiv.

Heribert Vogt
Rhein-Neckar-Zeitung



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Tel. 06221 542310, Fax 542317
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Irene Thewalt
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