zum Seiteninhalt
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Siegel der Universitaet Startseite der Universität Kontakt: Anschriften und Ansprechpartner Suche: Volltext; Personen; E-Mail; Forschungsdatenbank Sitemap: Seitenüberblick English

Startseite > Presse > Pressemitteilungen im Überblick >

14. Oktober 2005

Der Kaiser war überall präsent

Altertumswissenschaftler starten Vortragsreihe zum Römerjahr

"Das Gesicht Roms – Porträts von Kaisern und Bürgern" lautet der Titel einer Sonderausstellung, die das Seminar für Klassische Archäologie der Universität im Rahmen des Römerjahres veranstaltet. Ab 13. November können die Heidelberger sich ein Bild davon machen, wie römische Kaiserporträts auf ihre Umwelt (ein)gewirkt haben.

Vermessen, restauriert und aufgelistet werden zur Zeit die Kaiserbüsten im Seminar für Klassische Archäologie.
Vermessen, restauriert und aufgelistet werden zur Zeit die Kaiserbüsten im Seminar für Klassische Archäologie. Zum Römerjahr bereiten die Wissenschaftler eine Ausstellung vor, eine Vortragsreihe beginnt am Sonntag.
Foto: Dagmar Welker

Bereits im Vorfeld informieren die Institute der Altertumswissenschaften im Gebäude im Marstall mit Vortragsreihen über Inhalte und Hintergründe der Ausstellung. Dr. Hermann Pflug, Konservator des Antikenmuseums und der Abguss-Sammlung des Instituts, erläutert die Einzelheiten. Die Sonderausstellung solle die Funktion des Porträts in seinem historischen Kontext deutlich machen. Deren Aussagekraft, so Pflug, lasse sich mit den heutigen Pressefotos vergleichen.

Bürgerlich oder kriegerisch

Besonders interessant sei es, die Formen und ihre Veränderungen im Laufe der Zeit zu betrachten. Kaiserdarstellungen etwa, die sich von bürgerlich zu kriegerisch wandelten. Die jeweilige Darstellungsart habe dann wiederum Auswirkungen auf die "Loyalitätsbeweise" der Privat-Porträts gehabt, so dass man von einem Zeitgesicht der Antike sprechen könnte. Auch die Vielseitigkeit in der Verbreitung von Porträts als Kleinkunst erstaune, meint Hermann Pflug: Kaiserporträts finden sich auf Münzen, eingearbeitet in Schmuck oder auf Waffen. "So war der Kaiser in jedem Feldlager präsent", erläutert Pflug.

Aus der Heidelberger Umgebung seien außer einigen Grabsteinen und einem Knopf mit Porträt (vermutlich von Kaiser Augustus) keine Funde von Darstellungen bekannt. Die Ausstellung zeigt Abgüsse, die bereits in der Sammlung des Instituts vorhanden sind, aus Platzgründen aber bisher nicht gezeigt werden konnten, und leiht sich zudem Porträt-Abgüsse anderer Sammlungen aus. Den Besuchern wolle man Patenschaften für noch zu erwerbende Objekte anbieten, die das Institut sich zwecks Präsentation dafür ausleihen werde. Parallel zur Ausstellung und den Vorträgen finden am 23. Oktober und 20. November Exkursionen zur Landesausstellung "Imperium Romanum" in Stuttgart und Karlsruhe statt.

Regelmäßige Besucher der Sammlungen wissen es längst: Für zwei Euro erhält man während des Semesters Zutritt zu den Ausstellungen. Die Vorträge, die Studenten der Klassischen Archäologie und Ägyptologie ab 16. Oktober jeden Sonntag anbieten, sind dagegen kostenlos. Zusätzlich zu dem treuen Publikum, das man ohnehin schon habe, hofft Pflug auf eine große Resonanz der Ausstellung.

Die gemeinsame Vortragsreihe, so Dr. Dina Faltings vom Ägyptologischen Institut, ermögliche dem Besucher, sich ein umfassenderes Bild der Römer zu machen. Der erste Vortrag am Sonntag, 16. Oktober, beschäftigt sich mit "Ägyptomanie in Rom" und bietet eine schöne Überleitung zur römischen Porträtkunst in ihren Einflüssen von außerhalb.

Viele Heidelberger, so Dina Faltings, wüssten gar nichts von der ägyptischen Sammlung und dass diese frei zugänglich sei. Dabei hat die Sammlung einiges zu bieten. Im Laufe der Jahre wurden Objekte angekauft, die einen vielseitigen Querschnitt durch alle Lebensbereiche und Zeiten geben. Zu den Besonderheiten des Instituts gehören unter anderem ein 2700 Jahre alter Sarkophag mit Originalfarben und der einzige erhaltene koptische Sarkophag der Welt. Darauf sind die Forscher stolz.

Über das Römerjahr hinaus will das Ägyptologische Institut Vorträge zu allgemeinen Themen wie der altägyptischen Medizin oder dem Schriftsystem anbieten. "Es wird jeden Sonntag etwas gezeigt", so Faltings. Hauptanliegen sei es, Interessierten mehr Informationen zukommen zu lassen.

Die Vorträge seien für ein breites Publikum gedacht und Fragen unbedingt erlaubt. Auch gibt es ein spezielles Kinderprogramm, das bis jetzt immer begeistert aufgenommen worden sei. Allen Interessierten empfehlen kann Dina Faltings außerdem das seit 2003 existierende "Forum der Freunde des Ägyptologischen Instituts". Der Freundeskreis unter Leitung von Dr. Barbara Engelmann von Carnap stellt seinen Mitgliedern unter anderem in Vorträgen neue Forschungsergebnisse vor und unternimmt geführte Exkursionen zu Sonderausstellungen. Ziel sei es, einen neuen Blickwinkel auf ägyptische Objekte zu vermitteln. Die Ägyptologin schmunzelt: "Nicht alles Interessante wird im Fernsehen gezeigt."

Stefanie Hanus

INFO: Die gemeinsame Vortragsreihe zum Römerjahr begann am Sonntag, 16. Oktober, und findet dann jeweils sonntags um 11 Uhr statt. Die Ausstellungen des Seminars für Klassische Archäologie und des Ägyptologischen Instituts im Marstallhof 4 sind während des Semesters sonntags von 11 bis 13 Uhr und mittwochs von 17 bis 19 Uhr geöffnet. Nähere Auskünfte gibt es unter der Telefonnummer 542515 oder per E-Mail: antikenmuseum@urz.uni-heideberg.de



Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
www.uni-heidelberg.de/presse

Irene Thewalt
Tel. 06221 542311, Fax 542317
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


Universität | Fakultäten | Einrichtungen | Studium | Forschung und Kooperation
Stellenmarkt | Termine | Intern | Presse | Alumni/Fördervereine | Projekt IMPULSE
Ruperto Online | Kontakt | Suche | Überblick | English


Page maintained by
Pressestelle der Universität Heidelberg,
presse@rektorat.uni-heidelberg.de.
Copyright © Pressestelle der Universität Heidelberg