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12. Oktober 2005

Herr Doktor gut behütet

Modeschau am Kirchhoff-Institut

Physiker sind nicht gerade dafür bekannt, dass sie auf ihre Kleidung großen Wert legen. Leger tut's auch, finden die meisten. Diese Urteil stammt aus berufenem Munde; Professor Karlheinz Meier muss es wissen, er ist selbst Physiker am Kirchhoff-Institut und Dekan der Fakultät für Physik und Astronomie. "Es gibt eigentlich nur einen Anlass im Leben eines Physikers, zu dem er richtig gut gekleidet ist, und das ist die Promotionsfeier", meinte Meier schmunzelnd.

Doktorhüte – die witzigsten stellt das Kirchhoff-Institut jetzt in seinem Foyer aus; gestern gab es eine kleine Modeschau, die auf reges Medieninteresse stieß.
Ein Doktorhut zieht nicht nur den Doktor an – sondern auch die Presse.
Foto : Enss

Zu diesem Anlass trägt er dann zwar einen Anzug, aber keinen Doktorhut auf dem Kopf, weil es diese Tradition in Deutschland im Gegensatz zu vielen anderen Ländern nicht gibt. Schade, finden die Physiker, und haben deshalb schon seit Jahrzehnten ihre eigene Tradition; an den Heidelberger Instituten basteln viele Arbeitsgruppen ihren frisch gebackenen Doctores ganz individuelle Doktorhüte. Die witzigsten stellt das Kirchhoff-Institut jetzt in seinem Foyer aus; gestern gab es eine kleine Modeschau, die auf reges Medieninteresse stieß.

Schnell kapiert

Jörg Langeheine beispielsweise hat über "Intrinsic Hardware Evolution on the Transistor Level" promoviert. Alles klar? Ein Blick auf seinen Doktorhut verschafft immerhin insoweit Einblicke, als sich hier ein Glücksrad neben Teilen eines alten Radios dreht – ein Thema aus der Elektronik also, das offenbar auch mit dem Zufallsprinzip zu tun hat. Doch die Arbeitsgruppen-Kollegen des jungen Forschers haben auch sein Privatleben aufs Korn, Verzeihung: auf den Doktorhut, genommen. Zarte Hinweise auf die Halle 02, ein Telefon, ein Fahrrad und Kinokarten geben Einblicke in die Freizeitgestaltung des jungen Physikers.

Ein besonders schönes Doktorhut-Exemplar ist das von Andreas Reiser, der, eine seltene Ausnahme, seine Doktorarbeit in deutscher Sprache geschrieben hat. Sein Thema "Gasübergang niedermolekularer organischer Flüssigkeiten unter Druck – Dielektrische und Dilatometrische Studien" findet sich in Form von schwebenden Tischtennisbällen, einer kleinen Hochdruckpumpe und einer von einem Sterling-Motor angetriebenen Drehbank auf dem Kopfputz. Mit dem zerstörten Display eines Laborgeräts erinnert ihn seine Arbeitsgruppe daran, dass bei den Versuchen zur Doktorarbeit wohl auch einiges schief gelaufen war. Viele bunte (Molekül-)Kugeln tummeln sich auf dem Hut von Nikolaus Kepper, der über ein biophysikalisches Thema promoviert hat; ausgelaufene Flüssigkeit weist auf Felix Schürmanns Kopfputz darauf hin, dass der Physiker sich mit "liquid computing" beschäftigt. Bei Steffen Hohmann ringelt sich eine Doppel-Helix, sein Thema stammt aus der Biophysik.

Dass die Physiker einiges zu tun haben, ihre jungen Kollegen mit Doktorhüten auszustatten, unterstrich Professor Meier, der die kleine Modenschau moderierte. "Wir sind bundesweit die größte Physik-Fakultät und haben zur Zeit 1043 Studierende; 120 haben dieses Jahr promoviert", so Meier. Wie beliebt die kultigen Hüte sind, zeigt die Tatsache, dass im Kirchhoff-Institut nur sieben ausgestellt werden können. "Die anderen Doctores sind nicht mehr in Heidelberg, und ihre Hüte haben sie natürlich mitgenommen", verriet Professor Meier.

Die Ausstellung ist bis Ende des Jahres im Kirchhoff-Institut, Im Neuenheimer Feld 227, zu sehen.

Ingeborg Salomon



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Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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