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23. September 2005

Wenn es ständig juckt

In Heidelberg diskutieren Wissenschaftler vom 25. bis 27. September 2005 die Entstehung und Behandlung des chronischen Juckreiz

Prickeln, Kitzeln oder Jucken sind lästige, aber meist rasch vorübergehende Empfindungen. Chronischer Juckreiz ist dagegen ein schweres Leiden, das behandelt werden muss. Oft liegt eine schwere Hautkrankheit wie Neurodermatis oder Schuppenflechte zugrunde. Aber auch Patienten mit Nierenversagen und Lebererkrankungen klagen häufig über quälenden Juckreiz.

Noch sind die Mechanismen, die sich in der Haut und im Nervensystem abspielen, nicht vollständig verstanden. Und es fehlen Medikamente, die langfristig und ohne belastende Nebenwirkungen den geplagten Patienten Linderung verschaffen.

3. "International Workshop for the Study of Itch" mit Experten aus aller Welt

Vom 25. bis 27. September 2005 treffen sich in Heidelberg 135 Experten aus aller Welt zum dritten "International Workshop for the Study of Itch". Die Tagung wird organisiert von Dr. Elke Weisshaar, Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Hautärztin in der Abteilung Sozialmedizin des Universitätsklinikums Heidelberg (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Thomas Diepgen).

"Der Juckreiz ist ein lang bekanntes Symptom", berichtet Frau Dr. Weisshaar. Schon Hippokrates hat ihn beschrieben. Heute ist er wissenschaftliche Schnittstelle verschiedener medizinischer Fachrichtungen. Bei der Heidelberger Tagung stellen u. a. Experten aus der Dermatologie, Neurophysiologie, Anästhesie und Psychosomatik ihre aktuellen Forschungsergebnisse vor.

Rund acht Prozent der Bevölkerung leidet an chronischem Juckreiz

Chronischer Juckreiz ist mit rund acht Prozent in der Gesamtbevölkerung ein häufiges gesundheitliches Problem. Wer ein enges soziales Netz und wenige belastende Probleme hat, leidet seltener unter Hautjucken. Dies sind die Ergebnisse einer Erhebung in Oslo, die norwegische Wissenschaftler bei der Tagung vorstellen. Sie befragten mehr als 40.000 erwachsene Stadtbewohner. 7,5 Prozent aller Männer und 9,2 Prozent der Frauen waren betroffen. Personen ohne Probleme hatten deutlich weniger (6,6 Prozent) Juckreiz als belastete Personen (10,9 Prozent). Eine Studie aus Münster zeigt zudem, dass mehr als 70 Prozent der Patienten mit Juckreiz zusätzlich an psychosomatischen und/oder psychiatrischen Erkrankungen leiden.

Kernspintomographie: Was passiert im Gehirn, wenn es juckt?

Ein weiteres Thema der Tagung ist die Entschlüsselung der Mechanismen, die der Juckempfindung zugrunde liegen. "Bekannt ist, dass freie Nervenendigungen in der Haut Signale über das Rückenmark an das Gehirn schicken, die als Jucken wahrgenommen werden", erklärt Frau Dr. Weisshaaar. Auslöser ist die Ausschüttung von Botenstoffe, z.B. Histamin, in der Haut, die die Nervenendigungen reizen. Immunzellen sind in der Lage, derartige Reizstoffe zu produzieren. In Heidelberg werden aktuelle Ergebnisse zur Bedeutung dieser Substanzen und der Verarbeitung von Juck-Reizen im Gehirn vorgetragen und diskutiert. Wichtige Einblicke geben Untersuchungen mit dem Kernspintomographen, die abbilden, was im Gehirn passiert, wenn es juckt und ob lindernde Medikamente wirksam sind.

Was kann bei starkem chronischem Juckreiz getan werden? Die Wissenschaftler stellen in Heidelberg Studien mit neuen und alten Wirkstoffen und Methoden vor. Ein Ansatzpunkt ist die Blockierung von Rezeptoren im Nervensystem durch Morphin oder ähnliche Substanzen, da Juckreiz eng mit der Empfindung von Schmerzreizen verbunden ist. Getestet wird auch die Bestrahlung mit UV-Licht.

Als sehr effektives Mittel gegen den Juckreiz hat sich im Test mit Hautreizung durch Histamingabe die Kühlung mit Hautpackungen um 1 Grad Celsius erwiesen, wie eine Studie der Universität Gießen zeigt. Allerdings wird die Kälte meist als unangenehm empfunden.

Journalisten sind herzlich eingeladen, an der Tagung teilzunehmen!

Bei Rückfragen und Interviewwünschen:
Dr. Elke Weisshaar
E-Mail: elke.Weisshaar@med.uni-heidelberg.de
Tel: 06221/56 8751
Tagungsprogramm im Internet: www.itch2005Heidelberg.de



Rückfragen bitte an
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 – 56 45 36
Fax: 06221 – 56 45 44
Handy: 0170 – 57 24 725
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de
www.klinikum.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg


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