zum Seiteninhalt
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Siegel der Universitaet Startseite der Universität Kontakt: Anschriften und Ansprechpartner Suche: Volltext; Personen; E-Mail; Forschungsdatenbank Sitemap: Seitenüberblick English

Startseite > Presse > Pressemitteilungen im Überblick >

21. September 2005

Von Schiller bis Grönemeyer

Im Internationalen Studienzentrum der Uni wird deutsche Sprache und Kultur vermittelt

Der Blick aufs Schloss vom Internationalen Studienzentrums (ISZ) der Universität hat Postkartenqualität. 220 Studenten aus 38 verschiedenen Ländern haben dieses Panorama allmorgendlich vor Augen, wenn sie zu ihrem Deutsch-Kurs im Max-Weber-Haus an der Ziegelhäuser Landstraße gehen. In dem traditionsreichen Haus wird neben der Sprache auch die deutsche Kultur vermittelt, anknüpfend an die Zeiten von Marianne Webers internationalem Salon.

Im Internationalen Studienzentrum der Uni wird deutsche Sprache und Kultur vermittelt
Die Deutschen zu verstehen, bedeutet mehr als nur Deutsch pauken.
Foto : Welker

Die Deutsch-Kurse des Instituts sind für ausländische Studienanfänger an der Universität gedacht, erklärt Monika Gardt, seit vier Jahren kommissarische Direktorin des Instituts. Die Teilnehmer sind im Alter von 19 bis Mitte 20. Der Intensivkurs dauert einen Monat und wendet sich vor allem an Neuankömmlinge. Dieser "Orientierungsphase" (Gardt) sei es zu verdanken, dass die meisten zu Beginn ihres Studiums Fuß gefasst haben und es so nur selten einen "Kulturschock" gebe. Neben der Vermittlung der Sprache wird im ISZ das "obligatorische Kulturprogramm" angeboten. Dazu gehören Exkursionen, Kurse im Bereich Landeskunde und Literatur, sowie Film- und Theaterkurse. Dieses Semester beispielsweise, so erzählt Monika Gardt, geht es im Filmkurs um die Aufarbeitung des Nationalsozialismus mit Filmen zu diesemThema. Das kulturelle Denken zu vermitteln sei Anliegen der Literaturkurse und eines Wochenend-Seminars, wo eine Verbindung von Musik und Sprache hergestellt wird. Texte aus dem klassischen Liedgut aber auch deutsche Popsongs werden hier "wie Gedichte interpretiert" und diskutiert.

Mülltrennung und "Formularkrieg

Dr. Peter Krumme, eine der Lehrkräfte, betont die hohe Motivation und das Engagement der Studenten. So habe einmal eine japanische Studentin einen kompletten Konzertabend organisiert, mit japanischem Pianisten und Studenten-Chor. Eine ganz besondere, intensive Stimmung herrsche hier, bekräftigt sein Kollege Karl Lohmann. "Viel Lob und fundierte Kritik" komme von den Kursteilnehmern, so Peter Krumme. Viele begeisterte Ehemalige hätten für das ISZ "Werbung" in ihrem Heimatland gemacht, der Zustrom sei "überwältigend".

Um 10.30 Uhr ist Pause. Im Keller ist das große Büffet aufgebaut, organisiert wird das Frühstück von zwei ehemaligen Studenten aus der Ukraine und Russland. Julia aus Italien entspannt sich bei einer Tasse Kaffee. Die Erasmus-Studentin studiert in Heidelberg deutsche Literatur und Kunstgeschichte. Ihre ungarische Freundin Zsuzsi ist in ein Gespräch mit Blake aus Oklahoma vertieft. Die drei sind sich einig in ihrem Lob des Kurses und der Stadt. Als um 11 Uhr die Pause beendet ist, stellen sich vier Teilnehmer des Intensivkurses zu einem kleinen "Sondergipfel" zur Verfügung. Das Gespräch dreht sich um bisherige Eindrücke und Erfahrungen in Deutschland. Erasmus-Studentin Stephanie aus Frankreich studiert Politikwissenschaften und Kunstgeschichte und wundert sich in Deutschland am meisten darüber, wie die Leute auch an der kleinsten Straße, wenn weit und breit kein Auto zu sehen ist, folgsam bei Rot stehen bleiben. Tresor aus dem Kongo will in Heidelberg Medizin studieren. Sie findet, die Deutschen seien pünktlich und korrekt. Die Universität in Heidelberg gefällt ihr gut, besonders gern liest sie die "sehr kritische" Studentenzeitung "ruprecht". Der amerikanische Austauschstudent Phillip studiert zwar russische Literatur, liebt aber auch die deutschen Klassiker und Philosophen - und lobt den deutschen Eifer bei der Mülltrennung. Jurastudentin Annika aus Schweden erhält Zustimmung von ihren Mitstudenten, als sie den "Formularkrieg" von Verwaltungen und Behörden anspricht. Einig sind sich die vier Studenten auch, was die zu kurzen Öffnungszeiten von Behörden und Geschäften angeht. Alle vier wollen noch viel in Deutschland sehen, sich ein noch vielseitigeres Bild von Land und Leuten machen. Ein "Lernziel" was auch das ISZ in seinen interkulturellen Seminaren anstrebt: Die Bilder, die man von sich und anderen im Kopf hat durch Erfahrungen und Begegnungen auf neue Art wahrzunehmen.

Stefanie Hanus



Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
www.uni-heidelberg.de/presse




Universität | Fakultäten | Einrichtungen | Studium | Forschung und Kooperation
Stellenmarkt | Termine | Intern | Presse | Alumni/Fördervereine | Projekt IMPULSE
Ruperto Online | Kontakt | Suche | Überblick | English


Page maintained by
Pressestelle der Universität Heidelberg,
presse@rektorat.uni-heidelberg.de.
Copyright © Pressestelle der Universität Heidelberg