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1. September 2005

Lernen, wie man lehrt

Dozenten aus Bosnien Herzegowina, Kroatien, Slowenien und Ungarn zu Trainern für innovativen Studiengang ausgebildet – Heidelberger Medizinstudium "Heicumed" wird internationaler Standard

Ein Bestandteil von Heicumed: Beim Interaktionstraining Medi-KIT erproben Studenten in kleinen Lerngruppen ihre kommunikativen Fähigkeiten an Schauspielern, die Patienten mimen.
Ein Bestandteil von Heicumed: Beim Interaktionstraining Medi-KIT erproben Studenten in kleinen Lerngruppen ihre kommunikativen Fähigkeiten an Schauspielern, die Patienten mimen.
Foto: Medienzentrum Universitätsklinikum Heidelberg

Das innovative Heidelberger Medizinstudium Heicumed wird zum nachgefragten Modell für die Ausbildung angehender Ärzte an den Universitäten der Europäischen Union: Erstmals wurden jetzt 24 Ärzte aus Bosnien Herzegowina, Kroatien, Slowenien und Ungarn in englischer Sprache als Lehrer für das Heidelberger Curriculum Medicinale (Heicumed) von den Heidelberger Experten im Juli 2005 trainiert. Nachfragen aus Dänemark, Österreich und Belgien belegen das hohe Interesse am Heicumed-Training für Dozenten.

Mit ihrem Projekt "DICTUM" fördert die Europäische Union die Anpassung der medizinischen Ausbildung an den westeuropäischen Standard in den neuen Mitgliedsstaaten, zunächst in Bosnien Herzegowina.

Nach dem Heidelberger "Crash-Kurs" werden die internationalen Kernteams für die Lehre nun an ihren Medizinischen Fakultäten ein neues Curriculum auf der Basis von Heicumed aufbauen. Im fünfeinhalbtägigen Ausbildungsprogramm "Train the Trainers", das in Fürth im Odenwald stattfand, wurde den Dozenten aus dem Ausland das neue Lehrkonzept vermittelt.

Praktischen Fähigkeiten trainieren und klinische Fälle in Kleingruppen lösen

Ende der neunziger Jahre haben Lehrkräfte der Medizinischen Fakultät Heidelberg unter Leitung des damaligen Dekans Professor Dr. Dr. h.c. Hans-Günther Sonntag Heicumed in Zusammenarbeit mit Experten der US-Universität Harvard entwickelt. Ihr Ziel war es, die Ausbildung der angehenden Ärzte praktischer zu gestalten. Außerdem sollte sie sich an der Lösung klinischer Fälle orientieren.

In kleinen Lerngruppen werden medizinische Fallbeispiele bearbeitet, an Modellen werden praktische Fähigkeiten wie Blutabnahme oder Wiederbelebung geübt. Die Studenten erproben ihre kommunikativen Fähigkeiten an Schauspielern, die Patienten mimen.

Mehr als 320 Medizindozenten wurden für Heicumed trainiert

Auf höchstem Niveau – wie die Begutachtungen des Studiengangs (u.a. durch den Wissenschaftsrat) und die im bundesweiten Vergleich sehr guten Examensergebnisse in Heidelberg zeigen – bereiten sich die angehenden Mediziner in Heidelberg auf ihre verantwortungsvolle Tätigkeit als Arzt vor. Dieses hohe Niveau wird auch von den Dozenten der Medizinischen Fakultät erwartet. Darum wurde das Programm "Train the Trainer" bereits mehr als 320 Heidelberger Medizindozenten vermittelt.

Zu lernen, wie man richtig lehrt, ist ein Erfolgsrezept für die Medizinerausbildung, das über die Grenzen Heidelbergs hinaus Anklang findet. Im vergangenen Jahr hat sich das Universitätsklinikum Hamburg an die Heidelberger gewandt, um von hiesigen Fortschritten in der Lehre zu profitieren. "Einen besseren Qualitätsnachweis kann man nicht haben", sagt Privatdozent. Dr. Thorsten Steiner, Oberarzt der Neurologischen Universitätsklinik und organisatorischer Leiter der Dozentenschulung. Für 2006 ist geplant, dass die Heidelberger Trainer von Heicumed eine zweite Seminarreihe in Bosnien Herzegowina halten werden.

Ansprechpartner:
PD Dr. Thorsten Steiner
Telefon: 06221 – 56 76 40
E-Mail: thorsten.steiner@med.uni-heidelberg.de

Literatur:
Vladimir J. Cimunovic, Hans-Günther Sonntag,Richard März, Axel Horsch
Reform of Medical Education in Bosnia-Herzegovina: Luxury or Necessity? CMJ 2004; 45: 31-37

(Der Originalartikel kann bei der Pressestelle des Universitätsklinikums Heidelberg unter contact@med.uni-heidelberg.de angefordert werden)

Weitere Informationen im Internet:
www.thieme.de/viamedici/studienort_heidelberg/aktuelles/heicumed.html



Rückfragen bitte an
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 – 56 45 36
Fax: 06221 – 56 45 44
Handy: 0170 – 57 24 725
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de
www.klinikum.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg


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