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23. September 2005

Strahlkraft über Deutschland hinaus

Der Heidelberger Archäologe Tonio Hölscher erhielt den Lautenschläger-Forschungspreis 2005

Wie wichtig die "visuelle Sprache" der Gesellschaft auch in der Gegenwart ist, unterstrich der polnische Wissenschaftsminister Michal Kleiber im Hinblick auf die beiden soeben über die Bühne gegangenen Wahlkämpfe in Polen und Deutschland. Im heutigen digitalen Zeitalter dringe diese Sprache in alle Lebensbereiche vor, wie etwa in den elektronischen Medien, aber auch beispielsweise in den modernen bildgebenden Verfahren der Medizin deutlich werde.

Der Minister für Wissenschaft und Technologien der Informationsgesellschaft äußerte sich zu Problemen seines Ressorts in der Festrede anlässlich der Verleihung des mit 250 000 Euro dotierten "Lautenschläger-Forschungspreises der Universität Heidelberg" an den Klassischen Archäologen Tonio Hölscher, der in der Alten Aula für seine Arbeiten zu politischen und gesellschaftlichen Funktionen der Bildkunst im antiken Griechenland und Rom geehrt wurde.

Den mit 250 000 Euro dotierten Lautenschläger-Forschungspreis erhielt Tonio Hölscher (links) aus den Händen von Stifter Manfred Lautenschläger (rechts) und des polnischen Wissenschaftsministers Michal Kleiber.
Den mit 250 000 Euro dotierten Lautenschläger-Forschungspreis erhielt Tonio Hölscher (links) aus den Händen von Stifter Manfred Lautenschläger (rechts) und des polnischen Wissenschaftsministers Michal Kleiber.
Foto: Welker

Die Laudatio auf den Preisträger hielt Wolfgang Frühwald, der Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung. Mit Bezug auf Hölschers Publikationen erläuterte er, dass sich die Stadtkulturen der Renaissance nach den antiken Mustern des Hellenismus und Roms entwickelt haben. Hölscher habe die sprechenden Architekturen der frühen griechischen Städte als gestalteten Lebensraum ihrer Bewohner erklärt. In sozialgeschichtlicher Perspektive sei deutlich geworden, dass in diesen Städten Nekropolen wie Agora zur Polis gehörten. Im antiken Rom seien die politischen Denkmäler von vielen Menschen gelesen und verstanden worden, sie stellten gewissermaßen eine "Versteinerung der römischen Reichskultur" dar.

Schließlich verwies Frühwald auf die "kulturanthropologische Schule in Heidelberg", in der die Altertumswissenschaften den Ton angeben und deren Strahlkraft "weit über Deutschland hinaus" reiche. Zu ihren wesentlichen Mitgestaltern zähle Tonio Hölscher. Nach den Worten des Laudators verkörpert er den Typus jenes Gelehrten, der selbstbestimmt arbeitet und zugleich international erfolgreich tätig ist.

Zu Beginn des Festakts hatte Rektor Peter Hommelhoff die "privilegierten Beziehungen" der Universität Heidelberg zu polnischen Hochschulen in Warschau sowie Krakau unterstrichen und klargestellt, dass die "kleinen Fächer" – denen auch Tonio Hölscher vom Institut für Altertumswissenschaften angehört – und die Geisteswissenschaften insgesamt nie in Frage gestanden haben, sondern vielmehr wesentlich zum Weltruhm Heidelbergs beitragen. Und Hölschers Vorgänger als Preisträger, der Heidelberger Mediziner Peter Krammer, erläuterte in seiner Rede, wie die Preissumme geholfen habe, seine Forschungen über den "programmierten Zelltod" durchzuführen.

Dementsprechend äußerte sich auch Manfred Lautenschläger, Gründer des Heidelberger Finanzdienstleisters MLP, Ehrensenator der Ruperto Carola und Preisstifter, befriedigt über die Nutzung der finanziellen Mittel, die nach der Physikerin Johanna Stachel und dem Mediziner Peter Krammer nun einem Geisteswissenschaftler zugute kommen.

Heribert Vogt
RNZ



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Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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