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21. September 2005

Mini-Schirmchen verschließt Herzdefekt

Herzkatheter eröffnet neue Möglichkeiten der Diagnostik und Behandlung – Führende Experten tagen in der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg

Gefäßkatheter öffnen nicht nur verstopfte Blutgefässe im Herzen. Mit Minikameras versehen, erlauben sie einen sehr genauen Blick in das Innere der Blutgefäße – und können sogar Löcher im Herzen verschließen.

"How to Open and How to Close" ("Wie öffnen und wie schließen") ist deshalb der Titel der Tagung, zu der sich am 23./24. September führende Experten Deutschlands in der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg treffen. Veranstalter ist die Abteilung für Kardiologie, Pulmologie und Angiologie (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Hugo Katus).

Haupteinsatzgebiet des Katheters ist nach wie vor die Erweiterung von verengten und verschlossenen Blutgefässen, vor allem am Herzen. Durch einen kleinen Schnitt in der Leiste wird der Katheter in die Schlagader eingeführt und zum Herzen vorgeführt. Dort können durch Einspritzung von Kontrastmitteln Engstellen sichtbar gemacht werden und, falls erforderlich, mit Hilfe eines Ballons aufdehnt und durch die Einführung einer Gefäßstütze (Stent) offen gehalten werden. Derartige Eingriffe der "interventionellen Kardiologie" werden auch an großen Gefäßen im Bereich des Beckens oder Beins und an Nieren- und Halsschlagadern durchgeführt.

Mini-Ultraschall für detaillierte Diagnostik im Blutgefäß

"Das Einsatzgebiet von Kathetern bei Gefäßerkrankungen hat sich in vergangenen Jahren erheblich erweitert", erklärt Professor Dr. Christiane Tiefenbacher, Oberärztin in der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg und Leiterin der Gefäßambulanz. So kommen spezielle Katheter zum Einsatz, die mit einem Mini-Ultraschallkopf ausgerüstet sind. Arteriosklerotische Veränderungen lassen sich mit hoher Genauigkeit beurteilen.

"Man kann erkennen, ob es sich um eine Ablagerung von Kalk, Bindgewebe oder Fetten handelt und welche Gefäßschichten von der Arteriosklerose betroffen sind." Durch den Einsatz spezieller Drähte kann ferner der Blutdruck im Gefäß und damit die Auswirkung einer Gefäßverengung auf die Durchblutung des Herzens bestimmt werden, um entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Ein weiteres modernes Verfahren, das eine genauere Diagnostik des arteriosklerotischen Gefäßleidens ermöglicht, ist die Kernspintomographie (MRT), die im Vergleich zum Herzkatheter nicht invasiv und damit ohne Risiko für den Patienten ist.

Auch bei angeborenen Defekten in den Herzscheidewänden kommt der Herzkatheter seit einigen Jahren erfolgreich zum Einsatz: Der Katheter transportiert ein kleines Schirmchen, einen so genannten Okkluder aus Titan, an die defekte Stelle, wo er eröffnet wird und das Loch verschließt. Die Implantate sind nach wenigen Wochen mit der Innenhaut des Herzens überzogen. Damit können zum Teil große Eingriffe mit Eröffnung des Brustkorbs und des Herzens vermieden werden.

Kontakt:
Professor Dr. Christiane Tiefenbacher
Tel: 06221 5638695
Email: ctiefenbacher@med.uni-heidelberg.de

Programm der Tagung im Internet (PDF):
www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/pressestelle/pdf/cardio.pdf

Journalisten sind herzlich eingeladen teilzunehmen!



Rückfragen bitte an
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 – 56 45 36
Fax: 06221 – 56 45 44
Handy: 0170 – 57 24 725
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de
www.klinikum.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg


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