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9. September 2005

Heidelberger Kunsthistoriker Prof. Dr. Lothar Ledderose mit dem Balzan-Preis 2005 ausgezeichnet

Mit einer Million Schweizer Franken (650.000 Euro) dotiert – Heidelberger Rektor Prof. Dr. Peter Hommelhoff gratuliert: "Die herausragenden Arbeiten von Professor Ledderose zur Geschichte der chinesischen und japanischen Kunst haben erneut eine internationale Würdigung höchster Güte erhalten" – "Glanz auch auf die Universität Heidelberg"

Prof. Ledderose   
Prof. Dr. Lothar Ledderose
Foto : Klinger

Der Heidelberger Kunsthistoriker und Ostasien-Experte Prof. Dr. Lothar Ledderose wird mit dem Balzan-Preis 2005 ausgezeichnet. Der Preis, vergeben von der Internationalen Balzan Stiftung, ist mit einer Million Schweizer Franken dotiert. Zu den ersten Gratulanten zählte der Rektor der Universität Heidelberg, Prof. Dr. Peter Hommelhoff. "Die herausragenden Arbeiten von Professor Ledderose zur Geschichte der chinesischen und japanischen Kunst haben erneut eine internationale Würdigung höchster Güte erhalten", sagte Hommelhoff. Diese Ehrung und Anerkennung werfe auch "Glanz auf die Universität Heidelberg, zu deren Profil unabdingbar die Geisteswissenschaften in ihrer ganzen Vielfalt zählen". Hommelhoff erinnerte daran, dass die Ruprecht-Karls-Universität durch ihren Einsatz für Professor Ledderose vor wenigen Jahren seine Abwanderung nach Princeton in die USA verhinderte.

Wie die Internationale Balzan Stiftung in Mailand mitteilte, erhält Ledderose den Balzan-Preis für Kunstgeschichte Asiens für seine Arbeiten zur Geschichte der chinesischen und japanischen Kunst, speziell "für seinen innovativen Beitrag zu einer Neuinterpretation der Kunst dieser Länder und für die Begründung einer neuen Sicht auf ihre Bedeutung im Zusammenhang der Weltkunst." Weitere Balzan-Preise für Sozial- und Kulturgeschichte der Stadt, Populationsbiologie und Mineralphysik gehen an den Engländer Sir Peter Hall, das englische Ehepaar Peter und Rosemary Grant und das amerikanische Arbeitsteam Russell Hemley und Ho-kwang Mao.

In einem ersten Kommentar drückte Ledderose seine überaus große Freude über den Preis aus. Im Gegensatz zum Nobelpreis, der nicht an Geisteswissenschaftler verliehen werde, honoriere die Internationale Balzan Stiftung auch die Forschung auf diesem Gebiet. Dies sei anerkennenswert und vorbildhaft, sagte Ledderose.

Prof. Ledderose wurde am 12. Juli 1942 in München geboren. Von 1961 bis 1969 Studium der Ostasiatischen Kunstgeschichte, Europäischen Kunstgeschichte, Sinologie, Japanologie in Köln, Bonn, Paris, Taipei, Heidelberg. 1969 Promotion in Ostasiatischer Kunstgeschichte, Heidelberg. 1969-71 Studium in Princeton und Harvard, danach Übersetzer im Nationalen Palastmuseum, Taipei, Research Fellow an der Universität Tôkyô, 1975-76 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Museum für Ostasiatische Kunst der Staatlichen Museen Berlin. 1976 habilitierte sich Ledderose in Köln und übernahm 1976 den Lehrstuhl für Ostasiatische Kunstgeschichte in Heidelberg. Er war am Fellow am Wissenschaftskolleg Berlin, ist Korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologisches Instituts, war von 1984-90 Erster Vorsitzender der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft und 1986 Präsident des International Congress of Asian and North African Studies (ICANAS) in Hamburg (vollständiger Lebenslauf und wissenschaftliches Werk – in Englisch – unter http://www.sino.uni-heidelberg.de/oak2/index.php?id=22 ).

Die Hälfte der Preissumme müssen die Preisträger Nachwuchswissenschaftlern für Forschungsprojekte zur Verfügung stellen. Durch den jährlichen Wechsel der Preisgebiete können – so die Stiftung – "unbekannte oder aufkommende Forschungsrichtungen bevorzugt und wichtige, von anderen großen internationalen Preisen vernachlässigte Wissenschaftsbereiche gefördert werden". Zwei der auszuzeichnenden Sparten entstammen dieses Jahr dem Bereich der Kultur (Geistes- und Sozialwissenschaften sowie Kunst), die anderen beiden den exakten Wissenschaften (Physik, Mathematik, Naturwissenschaften und Medizin).

Die Überreichung der Balzan-Preise findet am 11. November 2005 im Bundeshaus in Bern statt. Die Preisträger werden vom Preisverleihungskomitee, dem 20 namhafte europäische Natur- und Geisteswissenschaftler angehören, unter dem Vorsitz des Botschafters Sergio Romano ermittelt. Die Auswahl erfolgt unter den Kandidatenvorschlägen, die von Universitäten, Akademien und internationalen Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen zu diesem Zwecke erbeten werden.

Die Internationale Balzan Stiftung ist seit 1961 aktiv, um weltweit die Kultur und Wissenschaften sowie besonders verdienstvolle Initiativen für den Frieden und die Brüderlichkeit unter den Völkern zu fördern. Der Preis wird jährlich – ohne Ansehen von Nationalität, Rasse und Religion – Persönlichkeiten zuerkannt, die in ihrem Forschungsgebiet internationale Anerkennung genießen. Alle Preisgebiete werden jährlich neu ermittelt und die Gewinner erhalten jeweils eine Million Schweizer Franken. Die Internationale Balzan Stiftung verfügt über zwei juristisch getrennte Sitze: die Stiftung "Preis" in Mailand befasst sich mit der Vergabe der Balzan-Preise, die Stiftung "Fonds" in Zürich verwaltet das von Eugenio Balzan hinterlassene Vermögen.

Wir stellen den Redaktionen gerne ein Portraitfoto Prof. Ledderoses zur Verfügung; Anfragen bitte an presse@rektorat.uni-heidelberg.de .

Bitte lesen Sie auch seinen jüngsten Artikel "Felsinschriften für die Ewigkeit" im Forschungsmagazin "Ruperto Carola": http://www.uni-heidelberg.de/presse/ruca/ruca05-1/fels.html



Rückfragen bitte an:
Robert Mosberg
Publicis Berlin GmbH
T 30 820 82 429
robert.mosberg@publicis-berlin.de

Prof. Dr. Lothar Ledderose
Tel. 06221 542352, Fax 543383
Ledderose@gw.sino.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
www.uni-heidelberg.de/presse




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