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31. August 2005

Herbstbeginn am Firmament

Sonne, Mond und Sterne im September – Ein guter Monat, um den Sternhimmel zu betrachten

Herbstbeginn am Firmament
Herbstbeginn am Firmament

September ist ein sehr guter Monat, um den Sternhimmel zu betrachten: Die Sonnenuntergänge sind merklich früher als im Hochsommer und die Nächte sind noch relativ warm, so dass man ohne große Ausstattung hinausgehen kann.

Der Himmel wird im Süden noch vom Sommerdreieck mit Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler dominiert, auch wenn dieses Dreieck etwas nach Westen gerückt ist. Östlich davon sehen wir noch das kleine, aber trotzdem markante Sternbild Delfin und noch südlicher davon das Sternbild Wassermann und Steinbock.

Charakteristisch für den Herbsthimmel ist das Auftauchen der Sternbilder der Andromeda-Sage: Andromeda, Cassiopeia, Cepheus, Perseus und Cetus, die wir in der Oktober-Ausgabe ausführlich besprechen werden.

Sternbild des Monats: Steinbock

Nach der griechischen Mythologie lebten die Menschen am Anfang der Welt in einem goldenen Zeitalter. Niemand wurde krank oder alt, und die Menschen sangen und tanzten die ganze Zeit. Damals beherrschte der Gott Kronos die Welt, und er wollte, dass seine Herrschaft für ewig sei. Eines Tages befragte er voller Neugier ein Orakel über seine Zukunft, und dieses antwortete ihm, dass ein eigener Sohn ihn entthronen würde.

Kronos zitterte vor Wut und überlegte lange, was er dagegen unternehmen könnte. Er konnte nicht verhindern, dass seine Frau Rhea Kinder bekommen würde, aber er konnte verhindern, dass sie aufwuchsen! So entschied er sich, jedes der Kinder, das Rhea gebar, ganz zu verschlingen! Da aber auch diese Kinder Götter waren, starben sie nicht, sondern lebten – gefangen im Bauch des Vaters.

Als Rhea zum sechsten Mal schwanger wurde, entschied sie sich, diesmal das Kind zu behalten und es vor seinem Vater zu retten. Sie brachte den Jungen in einer Höhle zur Welt und übergab ihn der Ziege Amal-thea, damit diese ihn aufzöge. Dann kehrte Rhea zu ihrem Gemahl zurück, wickelte einen Stein in die Windel und gab ihn Kronos anstelle des Kindes zum Verschlingen.

Die Ziege Amalthea war ein wunderliches Wesen, halb Ziege, halb Fisch und sehr mütterlich. An ihrer Seite wuchs Zeus heran, ernährt von ihrer Milch und ihrer Liebe. Jedes Mal, wenn Zeus weinte oder laut wurde, ließ Amalthea bewaffnete Krieger kommen, die mit ihren Speeren so laut an die Schilde schlugen, dass kein Kindergeschrei nach außen drang.

Als Zeus erwachsen wurde, flößte er seinem schlafenden Vater einen Trank ein, um seine Geschwister aus seinem Bauch zu befreien. Da spie Kronos Poseidon, Demeter, Hera und Hades aus, und alle zusammen besiegten den Vater. Seitdem läuft die Zeit (Kronos) auf der Erde und alles ist vergänglich. Für ihre Treue und verantwortliche Fürsorge versetzte Zeus seine Amme Amalthea als Sternbild an den Himmel.

Mond und Planeten

Am 3. des Monats ist der Mond neu, in den Morgenstunden des 18. ist er als Vollmond zu sehen. Merkur kann in den ersten Tagen des Monats ab 5:30h am Morgenhimmel gesichtet werden. Venus hingegen ist Abendstern, wenn auch noch nicht auf sehr auffällige Weise.

Mars ist am Monatsanfang in der zweiten Nachthälfte zu sehen, seine Aufgänge verfrühen sich aber stetig, so dass er am Monatsende bereits um halb neun den Horizont überschreitet. Jupiter befindet sich bis Mitte des Monats am Abendhimmel unweit von Venus.

Saturn steht im Sternbild Krebs und kann in der zweiten Nachthälfte beobachtet werden. Uranus, Neptun und Pluto können bei entsprechender Ausrüstung prinzipiell ebenfalls gesichtet werden.

Und wieder ein zehnter Planet!

Bereits im März berichteten wir an dieser Stelle von der fortwährenden Diskussion um mögliche weitere Planeten im äußeren Sonnensystem. Kürzlich ist ein US-amerikanisches Forscherteam mit einem neuen Kandidaten an die Öffentlichkeit getreten, der gewisse Chancen hat, als Planet klassifiziert zu werden. Dem bisherigen Erkenntnisstand zufolge ist 2003 UB313 (so die vorläufige Bezeichnung) nämlich größer als Pluto. Aber was macht eigentlich einen Planeten aus?

Es gibt keine Definition für den Begriff Planet, der allen historischen, kulturellen und wissenschaftlichen Aspekten gerecht wird. Der Name leitet sich vom griechischen Wort für "umherirren" ab, da die Planeten ihre Bahn vor dem Hintergrund der Fixsterne vollführen. Da auch die Sonne und der Mond ihre Position relativ zum Himmelshintergrund stetig verändern, ist eine Definition auf Basis des Wortsinns nicht sinnvoll.

Es gibt eine Reihe von wissenschaftlichen Definitionen, denen zufolge ein Planet unter Anderem folgende Kriterien erfüllen sollte: Er umkreist einen Stern, er ist massereich genug, dass die Gravitation ihm eine runde Gestalt verleiht, aber massearm genug, um nicht selbst Energie via Kernfusion zu erzeugen. Setzt man diese drei Kriterien an, so gibt es deutlich mehr als neun Planeten in unserem Sonnensystem: Mehrere der neu entdeckten Trans-Neptun-Objekte (inklusive 2003 UB313) würden sich qualifizieren, einige Objekte des Asteroidengürtels zwischen der Mars- und Jupiterbahn wären ebenfalls dabei. Will man das verhindern, muss man zusätzlich fordern, dass ein Planet keiner Klasse von anderwärtig definierten Objekten (wie den Trans-Neptun-Objekten oder den Asteroiden) angehört. Damit fiele Pluto (als Mitglied des so genannten Kuiper-Gürtels) durchs Raster.

Der pragmatischste und praktikabelste Ansatz ist wohl, die Definition von Planeten als historisch anzusehen (acht "echte" Planeten und ein Kuiper-Gürtel-Objekt) und diese Klasse von Objekten für neue Mitglieder zu schließen. Die Alternative ist, diese Klasse zum Beispiel für Objekte zu öffnen, die größer sind als Pluto.

Dann stießen in den nächsten Jahrzehnten bestimmt Duzende neuer ferner Planeten dazu. Die diesbezügliche Entscheidung der Internationalen Astronomischen Union (IAU) wird mit Spannung erwartet.

Dr. Cecilia Scorza de Appl und Dr. Andreas Korn
Landessternwarte
Zentrum für Astronomie Heidelberg, Ruprecht-Karls-Universität

INFO: Lehrerberatung: Die Astronomieschule an der Landessternwarte (ZAH) bietet kostenlose Lehrerberatungen (Grundschule und Sekundärschule) für Schulprojekte an. Mehr Information unter HD 21681 (nur abends) oder cecilia.appl@abenteuer-astronomie.de

Führungen: Die Landessternwarte Heidelberg-Königstuhl bietet regelmäßige Führungen an, bei denen – gutes Wetter vorausgesetzt – Beobachtungen am Fernrohr durchgeführt werden. Näheres unter 06221-541706 (zwischen 12:00 und 16:00 Uhr) oder unter http://www.lsw.uni-heidelberg.de



Rückfragen bitte an
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542311, Fax 542317
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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